21.02.2018 - 16:50

Wegen bestimmter Reiniger Wie 20 Zigaretten täglich: Putzen gefährdet die Gesundheit

Putzen ist schädlich: Wer regelmäßig Sprüh-Reinigungsmittel verwendet, schadet seiner Gesundheit!

Foto: iStock/stock_colors

Putzen ist schädlich: Wer regelmäßig Sprüh-Reinigungsmittel verwendet, schadet seiner Gesundheit!

Forscher haben jetzt in einer Langzeitstudie herausgefunden, dass die Lungenfunktion von Menschen, die viel und regelmäßig putzen, der von starken Rauchern entspricht. Schuld daran sind bestimmte Reinigungsmittel...

Auch das noch: Putzen macht nicht nur den allermeisten keinen Spaß, ist vielmehr lästige Dauerbeschäftigung. Jetzt kommt heraus: Die ständige Reinigung ist extrem gesundheitsgefährdend, und zwar wegen der verwendeten Putzmittel bzw. der Art ihrer Verwendung...

Aktuelle Studie: Putzen gefährdet die Gesundheit

Wie Forscher der norwegischen Universität Bergen jetzt herausgefunden haben, ist es um die Lungenfunktion von regelmäßig putzenden Menschen schlecht bestellt: sie entspricht nach 20 Jahren der von Rauchern mit einem Tageskonsum von 20 Zigaretten über denselben Zeitraum!

Es liegt an Sprühreinigern!

Schuld daran sind vor allem Reinigungsmittel aus der Sprühflasche: deren chemischer Inhalt landet nicht nur auf den zu putzenden Oberflächen, sondern durch den Sprühnebel, der zu einem Gutteil eingeatmet wird, auch in der Lunge. Studienleiterin Cecile Svanes von der University of Bergen: "Die kleinen Partikel aus den Sprays bleiben nach der Reinigung oft stundenlang in der Luft, können währenddessen tief in die Lunge gelangen und Infektionen und Lungenalterung verursachen." Langfristig können Putzmittel dieser Art auch zu Asthma führen.

Erstmals Tests über längeren Zeitraum

Interessant ist das Ergebnis vor allem, weil es die erste Studie über einen längeren Zeitraum zu dem Thema ist: "Während die Kurzzeiteffekte von chemischen Reinigern auf Asthma immer besser untersucht werden, fehlt es an Studien zum Langzeiteffekt", erläutert Svanes.

Für die Untersuchung testeten die Forscher über einen Zeitraum von 20 Jahren die Lungenfunktion von 6200 Probanden mit einem Durchschnittsalter von 34 zu Beginn der Studie. Alle Testpersonen putzten viel und regelmäßig vor allem mit chemischen Reinigungsmitteln. Die meisten von ihnen waren übrigens weiblich...

Reinigungskräfte hatten schlechtestes Ergebnis

Nach Ablauf der zwei Jahrzehnte konnten die Wissenschaftler feststellen:

  • Die Lungenfunktion war bei den Probanden deutlich beeinträchtigt. Auch Asthma trat häufiger auf – nämlich 40 Prozent über dem normalen Risiko.
  • Am meisten waren Menschen betroffen, die (auch) als Reinigungskraft arbeiten: ihre Lungenfunktion war nach 20 Jahren so schlecht wie die von Menschen, die über den gleichen Zeitraum täglich 20 Zigaretten geraucht haben.
  • Putzende Männer hatten bessere Werte als Frauen – wohl deshalb, weil die Lungen von Frauen schneller auf Schadstoffe reagieren als die von Männern. Aussagekräftig ist dieses Ergebnis allerdings nicht wirklich, weil zu wenige Männer an der Studie teilgenommen haben...

Svanes Tipp, um das unschöne Ergebnis zu umgehen: "Ich würde für die Reinigung einen Eimer mit Wasser und Seife empfehlen. Sie brauchen nicht viel Chemikalien, wenn Sie reinigen. Mikrofasertücher können genauso effektiv sein."

Da hat sie Recht – es geht meist wirklich ohne Chemie: 11 Tipps, wie Sie die Küche mit natürlichen Mitteln reinigen, lesen Sie hier.

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