02.03.2018

Hektik ade Stress reduzieren und den Tag entspannt genießen: So geht's!

Von

Bereits kleine Perspektivwechsel im Alltag können Stress reduzieren. Lesen Sie, wie Sie einfach gelassener und entspannter werden.

Foto: iStock/gilaxia

Bereits kleine Perspektivwechsel im Alltag können Stress reduzieren. Lesen Sie, wie Sie einfach gelassener und entspannter werden.

Bei vielen ist der Alltag von Hektik geprägt. Zeit für Entspannung scheint nie vorhanden zu sein. Ein Teufelskreis. Mit unseren Tipps und Tricks können Sie endlich mehr Gelassenheit erreichen. Lesen Sie, wie Sie Ihren alltäglichen Stress reduzieren und langfristig abwehren können.

"Ich bin so gestresst" – diesen Satz hören wir nicht nur regelmäßig, sondern sagen ihn selber auch viel zu oft. Die Hektik des Alltags kann die Nerven ziemlich strapazieren, doch Stress lässt sich bereits mit kleinen Methoden des Eigenwillens vermeiden bzw. abbauen. Wir geben tolle Tipps für Ihren Alltag, mit denen Sie sofort Stress reduzieren und entspannter leben können.

Für mehr Gelassenheit: Wie Sie schnell Stress reduzieren

1. Ich habe mehr Spaß

Seit 2011 fragt das Forsa-Institut im Auftrag der DAK zwischen Anfang November und Anfang Dezember nach den guten Vorsätzen fürs nächste Jahr. Und seit sieben Jahren heißt die Antwort der allermeisten Deutschen Frauen und: "Stress vermeiden und abbauen". Was läuft schief, dass derselbe Wunsch immer wieder ganz oben auf der Liste steht? Und was ist, wenn dieser Vorsatz im Frühjahr längst wieder in Vergessenheit geraten ist?

"Stress vermeiden und abbauen" ist ein Negativ-Vorsatz. "Die funktionieren in den seltensten Fällen", erklärt die Berliner Psychologin Susanne Gastdorf, "etwas nicht zu tun, ist noch kein Programm. Um wirklich entspannter zu leben, muss man ganz konkret das Positive planen."

Tipp: Notieren Sie daher in Ihrem Kalender Lebensfreude-Momente. Tragen Sie für jeden Tag mindestens einen Spaß-Termin ein: Spaziergang, Kaffeeklatsch, Spiele-Abend, Schmöker-Stunde, Relax-Bad, Kino-Besuch, DIY-Bastel-Projekt, Rätsel-Spaß usw..

2. Ich bin nicht so streng mit mir

Was belastet Frauen im Alltag am meisten? Job? Kindererziehung? Konflikte mit dem Partner? Hausarbeit? Geldsorgen? Nichts davon! Haupt-Ursache für den Stress ist bei den meisten Frauen tatsächlich die eigene Einstellung:

Mich stressen

  • zu hohe Ansprüche an mich selbst: 48 %
  • der Job: 39 %
  • zu viele Termine in der Freizeit: 34%
  • Teilnahme im Straßenverkehr 30 %
  • Konflikte mit Nahestehenden 30 %
  • der Haushalt 28 %
  • die Kindererziehung 24 %
  • Geldsorgen 22 %

Tipp: Die persönlichen Ansprüche an die eigene Person sind also vorallem Stressfaktor. Verzeihen Sie sich daher häufiger selbst. Jeder macht Fehler und Sie müssen nicht besser sein als die anderen! Fragen Sie sich bei aufkeimender Selbstkritik: "Würde ich das jetzt meiner besten Freundin oder meinem Partner übel nehmen?" Ist die Antwort "nein" hören Sie sofort auf, sich selbst Vorwürfe zu machen. Wetten, dass sich Ihre Anspannung allein durch diese Maßnahme um fast 100 Prozent und Ihr allgemeiner Stress reduziert?

3. Ich esse immer im Sitzen

Rein in den Laden, Sandwich kaufen, raus aus dem Laden, Tüte aufreißen, zubeißen. Der To-go-Trend boomt und bringt Hektik in den Alltag. Statt wie früher eine kleine Pause zu machen, durchzuatmen und den leckeren Snack zu genießen, wird während des Kauens und Gehens bereits die nächste Aufgabe attackiert. Ungesund!

Tipp: Treten Sie in den To-go-Streik! Wenn Sie Hunger oder Appetit spüren, machen Sie es ab jetzt immer so: Sitzgelegenheit suchen, Tasche abstellen, Snack auspacken, auf einen Teller legen, in Ruhe anschauen, Augen kurz schließen, Vorfreude spüren, den ersten Bissen nehmen. So wird jeder Snack und jede Mahlzeit zu einem kleinen Ruhe-Erlebnis. Entspannt!

Der Schlüssel zur Gesundheit: Entdecken Sie weitere tolle Tipps und Übungen, um richtig entspannen zu können.

4. Ich schlafe genug

"Warum bist du so gereizt?" Die Antwort darauf könnte ganz einfach heißen: "Ich bin übermüdet". Denn nach dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport leiden 80 Prozent der Arbeitnehmer unter Schlafproblemen – 31 Prozent sind deshalb regelmäßig erschöpft.

Tipp: Hören Sie mehr auf Ihren Körper. Bleiben Sie nicht auf dem Sofa vor dem TV sitzen, wenn die Augen schon zufallen. Beschäftigen Sie sich zwei Stunden vor dem Schlafengehen nicht mehr mit Laptop, Handy oder Computer. Wenn Sie morgens müde sind, gehen Sie abends früher ins Bett – so lange bis Sie Ihre optimale Einschlafzeit gefunden haben. Und dann bleiben Sie dabei! Die abendliche Routine verbessert die Ruhephase, stärkt so Körper und Seele.

Abschalten und auftanken! In 10 Minuten total erholtmittels Mini-Pausen können Sie schnell Energie auftanken. Lesen Sie, wie Sie sich in 10 Minuten effektiv erholen können.

5. Ich verschiebe weniger

Wie wird aus einer kleinen Hürde ein scheinbar unüberwindbares Hindernis gemacht? Indem die Sache möglichst lange vor sich her geschoben wird. Denn je mehr Zeit bis zur Erledigung vergeht, desto größere Chancen haben Ängste und Sorgen, die Oberhand zu gewinnen.

Tipp: Gehen Sie mutig ans Werk. Räumen Sie schwierige Aufgaben gleich morgens aus dem Weg und genießen Sie den restlichen Tag. Schlucken Sie Ihren Ärger nicht runter, bis das Fass explodiert. Sprechen Sie auch Kleinigkeiten offen an und lassen Sie dem Seelen-Ballast keine Chance, sich aufzutürmen und Sie grimmig zu stimmen.

6. Ich entdecke die Natur wieder

2,5 Stunden im Internet, 3,4 Stunden vor dem TV – so sieht die durchschnittliche Freizeitbeschäftigung der Deutschen aus. Statt draußen frische Luft zu holen, bleiben die meisten also immer länger drinnen und versperren sich dadurch den Weg zu mehr selbstverständlicher Gelassenheit. Glücksforscher in Japan haben zum Beispiel herausgefunden: Schon 15 Minuten in der Natur beruhigen Herzschlag und Nerven. Kalifornische Wissenschaftler entdeckten: Ein 50-minütiger Waldspaziergang verbessert die Laune, das Gedächtnis und die Kreativität.

Tipp: Denken Sie um. Lassen Sie sich nicht nur von TV und Computer unterhalten. Gleichen Sie jede Elektronik-Stunde mit mindestens zehn Natur-Minuten aus. Haben Sie zum Beispiel zwischen 20.15 und 21.45 Uhr ein Rendezvous mit dem TV-Kommissar, gehen Sie vorher eine Viertelstunde um den Block und treffen echte Menschen. Als Ausgleich für die vielen Elektronik-Stunden, die Sie im Job sammeln, machen Sie am Wochenende einen Ausflug und entdecken die spannende Natur wieder – beobachten einfach mal, was im Park, am See, im Wald passiert.

Auf Dauer kann Hektik und Stress unglücklich und vor allem krank machen. Lesen Sie, was die ersten Anzeichen für Burnout sind und wie das Syndrom entsteht. Die eigene Psyche zu verstehen, ist der erste Schritt Stress zu reduzieren. Für die erste Selbsteinschätzung empfehlen wir unseren Burnout-Test .

Dieser Artikel erschien zuerst in der BILD der FRAU Nr. 1.

Seite