23.02.2018

Gefährliche Impf-Krankheit Weniger Imfpungen: Masern-Fälle um das Vierfache angestiegen

Auch die zweite Masern-Impfung sollte nicht vergessen werden.

Foto: imago/Schöning

Auch die zweite Masern-Impfung sollte nicht vergessen werden.

Die Masern sind wieder auf dem Vormarsch – und das liegt vor allem am Rückgang des Impfschutzes. Warum Impfen im Fall dieser Virenerkrankung so wichtig ist.

Eigentlich sind sie als Kinderkrankheit bekannt, doch auch Erwachsene können erkranken. Und eigentlich galten die Masern dank Impfstoff zwar nicht als ausgerottet, aber zumindest stark reduziert. In der letzten Zeit aber sind die Krankheitsfälle wieder rasant angestiegen. Liegt das an zu wenigen Masern-Impfungen?

Masern-Imfpungen sind zurückgegangen: Epidemie droht

Sie sind zurück in Europa: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nun bestätigt, dass die Zahl der Masern-Fälle in unseren Breitengraden im Jahr 2017 erneut gestiegen ist – um ganze 400 Prozent. Demnach hätten sich über 21.000 Menschen angesteckt, 35 seien sogar am Virus gestorben.

„Das ist eine Tragödie, die wir nicht akzeptieren können“, so WHO-Regionaldirektorin Zsuzsanna Jakab. Denn eigentlich sind Masern eine Krankheit, die mit Impfungen gut im Zaum gehalten werden kann. Der Impfschutz jedoch fehlt stellenweise. Die Schuld daran trifft einerseits fehlenden Impfstoff in manchen Ländern, andererseits aber auch den Rückgang der Impfquote. Im Jahr 2016 gab es nur 5300 Masern-Erkrankungen in Europa.

Deutschland auf Platz 5 der Ansteckungsfälle

Die meisten gemeldeten Fälle gab es nach WHO-Angaben in Rumänien mit mehr als 5500 Erkrankten. Darauf folgt Italien mit 5000 sowie die Ukraine mit 4800 Fällen.

Mit 927 Masernfällen liegt Deutschland zwar unter diesen Zahlen, aber dennoch auf dem fünften Platz innerhalb der von der WHO definierten europäischen Region. Die meisten Fälle in Deutschland gab es in Nordrhein-Westfalen. Zum Vergleich: In den USA, die seit Jahren als Masern-frei gilt, gab es im selben Zeitraum nur 118 Ansteckungen.

Das Problem mit der Impfquote

Die Impfquote ist zwar in den letzten Jahren vor allem in Deutschland gestiegen, musste in diesem Jahr aber wieder einen Einbruch verzeichnen. Vor allem, weil die zweite Masern-Impfung oft verpasst wird – etwa, weil nicht in den Impfpass geschaut wird.

Allerdings steigt aktuell auch die Zahl der Impfkritiker, die Masern als harmlose Kinderkrankheit abtun und die Impfung für unnötig oder gar gefährlich hielten. Das wiederum verunsichert andere Eltern. Aber harmlos sind Masern nicht, weder für Kinder, noch für Erwachsene. Denn auch Spätfolgen können fatal enden, so etwa die chronische Masern-Gehirnentzündung SSPE, die meist tödlich verläuft. Auch in Deutschland ist im Mai 2017 eine 37-Jährige an Masern gestorben.

Die erste Masern-Impfung empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) bei Säuglingen ab dem 11. Monat. Gerade vor dieser Zeit sind Kleinstkinder aber anfällig. Allerdings greift im ersten Lebensjahr der sogenannte Nestschutz: Wenn die Mutter selbst geimpft worden ist und Antikörper im Mutterleib an das Kind weitergibt.

Welche Impfungensollte jeder Erwachsene haben? Sie erfahren es im Video:

Diese Impfungen sollte jeder Erwachsene haben

Diese Impfungen sollte jeder Erwachsene haben

Beschreibung anzeigen

Mehr zum wichtigen Thema Impfung finden Sie auf unserer Themenseite.

Seite