08.01.2019

Täglich eine Messerspitze Diese Gewürzmischung hilft bei Arthrose

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Gewürze gegen Arthrose? Schmerzlindernd wirken Koriander, Kreuzkümmel und Muskatnuss bei Gelenkbeschwerden.

Foto: iStock (3) Collage Bild der Frau Online

Gewürze gegen Arthrose? Schmerzlindernd wirken Koriander, Kreuzkümmel und Muskatnuss bei Gelenkbeschwerden.

Naturheilkunde, die schmeckt: Die vereinten Kräfte von Muskatnuss, Koriander, Kurkuma, Kreuzkümmel und Co können Gelenkschmerzen wirksam lindern. Diese Gewürzmischung hilft bei Arthrose!

Es knirscht und knackst bei jedem Schritt, das Aufstehen schmerzt, und Treppensteigen wird zur Qual. Mehr als fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Arthrose. Damit ist sie eine der weltweit verbreitetsten Gelenkerkrankungen. Betroffene leiden durch den Verschleiß der schützenden Knochenhaut und des Knorpelgewebes an Gelenkschmerzen. Vor allem die Knie-und Hüftgelenke sind betroffen. Erkranken kann aber auch jedes andere Gelenk des menschlichen Körpers. Meistens setzen Ärzte Schmerzmittel und Spritzen ein, manchmal greifen sie sogar zum Skalpell. Doch es gibt noch eine weitere, sanftere Möglichkeit: Gewürze gegen Arthrose!

Gewürze gegen Arthrose wirken entzündungshemmend

In der fernöstlichen Medizin kommen spezielle Kombinationen schon seit Jahrhunderten zum Einsatz. Nun berichten erstmals auch deutsche Ärzte und Heilpraktiker von Erfolgen: "Es dauert zwar ein wenig, bis die Wirkung einsetzt", sagt Angelika Jünger, Heilpraktikerin aus Berlin. "Aber die Schmerzlinderung kann so groß sein, dass Medikamente deutlich reduziert oder gar abgesetzt werden können."

In den letzten Jahren sind verschiedene Gewürze wie Kurkuma, Ingwer, Kreuzkümmel und Koriander immer stärker in den Fokus von Wissenschaftlern gelangt, die deren lindernde Wirkung bei Arthrose bestätigen.

Stark gegen Entzündungen: Kurkuma

Kurkuma ist das Gewürz, das Curry seine goldene Farbe verleiht und das gleichzeitig eine stark entzündungshemmende Wirkung mit sich bringen soll. Entzündungen sind meist die Begleiterscheinung von Arthrose, die aufgrund der Reibung entsteht und für Schwellungen und eine reduzierte Beweglichkeit sorgt. Die entzündungslindernde Wirkung von Kurkuma, bzw. genau genommen des in Kurkuma enthaltenem Curcumins, kann dafür sorgen, dass die durch Arthrose entstandenen Gelenkentzündungen zurückgehen und gleichzeitig die Beweglichkeit wieder erhöht wird.

Bei der Einnahme sollten Sie beachten, dass Curcumin fettlöslich ist. Das bedeutet, dass Kurkuma am besten mit etwas Fett oder Öl eingenommen werden sollte. Außerdem soll schwarzer Pfeffer die Aufnahme des Wirkstoffes erhöhen. Hier finden Sie ein ideal passendes ayurvedisches Kurkuma-Rezept: Goldene Milch.

Bei Knieschmerzen: Ingwer lindert

Neben Kurkuma hat auch Ingwer eine entzündungslindernde Wirkung und kann somit bei Arthrose helfen. Tatsächlich haben US-Wissenschaftler in einer Studie heraus gefunden, dass Ingwer aufgrund von Arthrose und Gelenkentzündungen entstandene Knieschmerzen reduzieren kann.

Dabei kann Ingwer bei Arthrose sowohl äußerlich, mit Ingwerpaste oder Ingweröl, das auf die betroffenen Gelenke gerieben wird, als auch innerlich, zum Beispiel mit einem frischen Ingwertee, angewendet werden.

Scharfe Schote: Chili

Auch Chili soll bei Arthrose und den damit verbundenen Gelenkentzündungen helfen können und zwar aufgrund des in Chili enthaltene Capsaicins. Capsaicin wird sowohl eine entzündungshemmende als auch schmerzlindernde Wirkung nachgesagt – die perfekte Kombination für Menschen, die an Arthrose leiden. Nun müssen Sie jedoch nicht gleich in eine Chili-Schote beißen! Capsaicin wirkt nämlich auch über die Haut. In einer Studie konnten durch das Auftragen von Capsaicin-Creme die in Zusammenhang mit Arthrose stehenden Schmerzen gelindert werden.

Eine ganz besondere Gewürzmischung: Kreuzkümmel, Muskat und Koriander

Neben Kurkuma, Ingwer und Chili soll eine ganz bestimmte Gewürzmischung bei Arthrose Abhilfe schaffen: die Kombination aus Kreuzkümmel, Muskat und Koriander. Die Gewürzkombination soll sowohl eine entzündungshemmende Wirkung haben, als auch die Durchblutung der Gelenkschleimhaut fördern und somit vor Degeneration schützen. Dadurch sollen auch die durch Arthrose entstehenden Schmerzen gelindert werden können.

Bei Männern setzt die Wirkung nach vier bis sechs Wochen, bei Frauen erst nach acht bis zwölf Wochen ein. "Wichtig vor der Einnahme der Gewürze ist aber, dass es sich bei der Erkrankung wirklich um Arthrose handelt", sagt die erfahrene Heilpraktikerin. "Sonst besteht die Gefahr, eine andere Erkrankung zu übersehen. Von daher ist vor der Gewürzkur ein Besuch beim Arzt ratsam."

Gewürze gegen Arthrose: Bessern die Durchblutung der Gelenkschleimhaut

Die Anwendung selbst ist dann denkbar einfach: Jeweils eine kleine Messerspitze der drei Gewürze zweimal täglich dem Essen beigemischt reicht aus.

Achtung! Auf gar keinen Fall nach dem Motto verfahren, viel hilft viel. Denn auch Gewürze können Nebenwirkungen haben. "Muskatnuss ist in zu hoher Dosierung sogar giftig", sagt Angelika Jünger. Ihr Tipp: "In einer Apotheke oder einem Reformhaus ist es möglich, sich eine exakte Mischung zubereiten zu lassen."

Der wohl entscheidende Vorteil der Gewürzmischung: Sie soll die Durchblutung der Gelenkschleimhaut verbessern. Diese gelartige Flüssigkeit, Synovia genannt, schützt den Gelenkknorpel vor der gefürchteten Degeneration. Je besser durchblutet sie ist, desto besser kann sie ihre Aufgabe erledigen. Den gleichen Effekt hat auch moderate sportliche Bewegung.

Was die Gewürze im Einzelnen können:

  • Koriander: Beliebt als Brotgewürz und zum Verfeinern von Süßspeisen, Eintöpfen und Gemüse. Zu den gesundheitlich wirksamen Inhaltsstoffen zählen das ätherische Öl Coriandri aetheroleum und Phenolcarbonsäuren. In der Traditionellen Indischen Medizin kommt Koriander bei Rheuma, Gicht und Arthrose sowie bei Verdauungsbeschwerden und Koliken zum Einsatz. Vorsicht: Manche Menschen reagieren allergisch auf das Gewürz.
  • Kreuzkümmel: Ein auch in Europa schon seit 5000 Jahren verwendetes Gewürz und Heilmittel. Zu Recht: Kreuzkümmel steckt voller ungesättigter Fettsäuren und hochwertigem Eiweiß. Hinzu kommen die Vitamine A, B6, Magnesium, Eisen, Natrium, Kalium und Calcium sowie zahlreiche ätherische Öle (z. B. Cuminal, Gamma-Terpinen und Beta-Pinen). Kreuzkümmel ist besonders beliebt in der ayurvedischen Medizin. Wirkt entkrampfend und schmerzlindernd, tötet Bakterien ab und fördert die Verdauung.
  • Muskatnuss: Eigentlich keine Nuss, sondern ein Samen. Muskat ist reich an gesunden ätherischen Ölen (u. a. Eugenol, Myristicin, Pinen, Safrol und Lycopin). Muskat kommt in der Naturheilkunde bei Arthrose, Rheuma, Husten und Blähungen zum Einsatz. Vorsicht: Zu hohe Dosen führen zu Nebenwirkungen (Benommenheit, Halluzinationen, Schwindel, Übelkeit). Herz-und Glaukom-Patienten sollten vor der Einnahme unbedingt ihren Arzt fragen.

Was unsere Gelenke leisten

Ohne die 140 gelenkigen Verbindungen zwischen den Knochen könnten wir uns nicht bewegen. Sie machen Gehen, Laufen, Springen und Purzelbäume schlagen erst möglich. Dabei halten sie Belastungen von bis zu 1,5 Tonnen aus. Das Gelenk selbst besteht aus Gelenkhöhle und Gelenkkapsel. Bei der Gelenkkapsel handelt es sich um eine bindegewebige Hülle, die das gesamte Gelenk umschließt und stabilisiert.

Die Gelenkinnenhaut kleidet die Kapsel aus und versorgt den Gelenkspalt mit der sogenannten Synovia. "Das ist eine spezielle Gelenkschmiere, die den Knorpel mit lebenswichtigen Nährstoffen versorgt", sagt Professor Joachim Grifka, Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik im Asklepios Klinikum in Bad Abbach.

"Da der Knorpel selbst keine Blutgefäße besitzt, ist das nur über Bewegung möglich. Sie wirkt sozusagen wie eine Pumpe und drückt die Nährstoffe wie bei einem ausgedrückten Schwamm über die Gelenkschmiere in den Knorpel. Gleichzeitig transportiert sie Abfallprodukte wieder heraus." Wenn die Elastizität des Knorpels nachlässt, können sich kleine Risse bilden, und die Oberfläche raut auf. Irgendwann reibt dann Knochen auf Knochen, und es kommt zu einer Arthrose.

Arthrose beginnt schleichend

Sie beginnt schleichend: ein Steifheitsgefühl morgens nach dem Aufstehen, eine Streck-und Beugehemmung, Knacken beim Gehen oder Beugen, Rötungen, Schwellungen, Überwärmung und schließlich Schmerzen. Bisher ist Arthrose nicht heilbar. Doch man kann die Schmerzen lindern und die Beweglichkeit erhöhen. "Wenn das Knie wehtut, heiß und rot ist, hilft vor allem Kälte", sagt der Orthopäde. "Sehr gut sind Eis-Pads, die man zehn Minuten auf die betroffene Stelle legt." Letzte Maßnahme, wenn die Schmerzen überhand nehmen, ist eine Operation. Glücklicherweise hat es hier gewaltige Fortschritte gegeben.

Am häufigsten kommt die Arthroskopie zum Einsatz. "Durch eine winzige Öffnung führen wir eine Staboptik in das Gelenk ein, die Bilder auf einen Monitor überträgt", erklärt Professor Grifka. "So können wir uns ein genaues Bild vom Zustand des Gelenks machen und bei Bedarf gleich operieren. Mithilfe einer Knorpelglättung und -spülung, Lavage genannt, wird das Gelenk dann von Knochen-und Knorpelpartikeln befreit.".

Erfahren Sie hier, welche Ernährung in den verschiedenen Altersabschnitten am besten ist. Und was bei Gelenkschmerzen in den Fingern oder im Kiefer wirklich hilft.

Übrigens können diese Gewürze gegen Arthrose auch bei Rheuma und anderen Gelenkbeschwerden gegen Schmerzen helfen.

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