02.02.2018

Zum Weltkrebstag Vorbeugen gegen Krebs: Bewegung hilft enorm!

Wer sich sportlich betätigt, tut viel für sich und seine Gesundheit – und minimiert auch das Risiko, an Krebs zu erkranken. Denn als Maßnahme zum Vorbeugen gegen Krebs hilft Bewegung enorm!

Foto: iStock/FatCamera

Wer sich sportlich betätigt, tut viel für sich und seine Gesundheit – und minimiert auch das Risiko, an Krebs zu erkranken. Denn als Maßnahme zum Vorbeugen gegen Krebs hilft Bewegung enorm!

Bewegung tut gut – das ist bekannt. Aber wussten Sie auch, dass sie die Krebsgefahr senkt? Zum Weltkrebstag legt die Deutsche Krebshilfe das Augenmerk auf genau diese Tatsache: Als Vorbeugung gegen Krebs ist Bewegung unerlässlich!

Am 4. Februar ist Weltkrebstag. Eine wichtige Initiative, denn jährlich erkranken allein in Deutschland rund 500.000 Menschen neu an Krebs. 2018 stellt die Deutsche Krebshilfe den Tag unter das Motto"Wir können. Ich kann", um vor allem auf die Tatsache aufmerksam zu machen: Als Vorbeugung gegen Krebs ist Bewegung unerlässlich! Bei bereits Erkrankten können Sport und Bewegung außerdem die Nebenwirkungen beträchtlich verringern.

Sich schützen vor Krebs durch Bewegung und Sport

Unglaublich: Etwa die Hälfte aller Krebsfälle wäre laut Experten durch einen gesünderen Lebensstil vermeidbar. Außerdem haben Wissenschaftler herausgefunden: Wer sich regelmäßig bewegt, senkt das Erkrankungsrisiko für mindestens 13 Krebsarten, darunter Darm-, Brust- und Gebärmutterschleimhautkrebs – und das bis zu 30 Prozent, wer sich an mindestens fünf Tagen pro Woche mindestens 30 Minuten bewegt und dabei leicht ins Schwitzen gerät. Denn das aktiviert den Stoffwechsel, was wiederum das Immunsystem stärkt. Entzündliche Prozesse im Organismus können sich bei körperlich aktiven Menschen zudem weniger ausbreiten, und ganz nebenbei senken sie die Wahrscheinlichkeit, übergewichtig zu werden – und damit das Risiko, an Krebs zu erkranken. Denn noch relativ neu ist die Erkenntnis, dass Übergewicht auch bei der Entstehung mancher Krebsarten eine wichtige Rolle spielt.

So sinkt das Risiko durch Bewegung und Sport bei 5 Krebsarten

Die Deutsche Krebshilfe listet fünf Krebsarten auf, wieviel Menschen davon betroffen sind – und wie sehr sich das Risiko durch Sport und Bewegung senken lässt.

Darmkrebs

  • Neuerkrankungen pro Jahr: etwa 61.000 Menschen
  • körperliche Aktivität reduziert das Risiko um 20 bis 30 Prozent – je intensiver, häufiger und ausdauernder, desto besser

Brustkrebs

  • Neuerkrankungen pro Jahr: etwa 65.500 Menschen, v.a. Frauen
  • körperliche Aktivität reduziert das Risiko um 20 bis 30 Prozent – vor allem nach der letzten Menstruation

Gebärmutterschleimhautkrebs

  • Neuerkrankungen pro Jahr: etwa 11.900 Frauen, am häufigsten nach den Wechseljahren
  • körperliche Aktivität reduziert das Risiko um 20 bis 30 Prozent – das gilt zumindest als sehr wahrscheinlich
  • unabhängig vom Grad der Bewegung hat sitzende Tätigkeit einen wesentlichen Einfluss auf das Erkrankungsrisiko

Lungenkrebs

  • Neuerkrankungen pro Jahr: etwa 35.000 Männer und 20.300 Frauen
  • Studien zeigen eine Risikosenkung von etwa 13 Prozent bei moderater körperlicher Aktivität und von bis zu 30 Prozent für intensives Bewegen

Bauchspeicheldrüsenkrebs

  • Neuerkrankungen pro Jahr: etwa 18.600 Menschen
  • körperliche Aktivität reduziert das Risiko um 20 bis 30 Prozent – das gilt zumindest als sehr wahrscheinlich

Wer sich viel bewegt und Sport treibt, senkt aber nicht nur das Krebsrisiko – auch Krebspatienten profitieren davon während der Therapie: Es ist wissenschaftliche bewiesen, dass Bewegung und Sport den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen, was die Lebensqualität erhöht und die Nebenwirkungen verringert.

Was außer Bewegung noch hilft, um das Krebsrisiko zu senken

Fünf Regeln vom Experten

Der persönliche Lebensstil ist mit entscheidend, wie hoch das Krebsrisiko für jeden einzelnen ist. Wie man es senkt, erklärt Prof. Rudolf Kaaks, Leiter der Abteilung Epidemiologie von Krebserkrankungen am DKFZ, anhand von fünf Regeln – eine davon besagt: Zum Schutz vor Krebs in Bewegung bleiben. "Gemeint ist nicht nur Sport", betont der Experte. Auch jeder Weg zum Bus, jede Strecke auf dem Fahrrad sei nützlich, um sich vor Krebs zu schützen.

Und das sind die weiteren vier Regeln:

  • mit dem Rauchen aufhören, und zwar sofort
  • nicht zu dick werden
  • nicht zu viel Alkohol trinken
  • fett- und zuckerarm essen

Lesen Sie hier Professor Kaaks' fünf Regeln zur Vorbeugung von Krebs im Detail.

Hautkrebsrisiko minimieren: einfach umgesetzt

Die Deutsche Krebshilfe warnt außerdem: immer mehr Menschen erkranken jährlich neu an Hautkrebs. Dabei lässt sich das Risiko, an dieser Krebsart zu erkranken, schon deutlich reduzieren, indem der richtige UV-Schutz aufgetragen und auf Besuche von Solarien verzichtet wird.

Früherkennungsuntersuchungen: was Krankenkassen zahlen

Neben gesunder Lebensweise, Sport und Bewegung kann auch eine Früherkennung von Krebs dazu beitragen, die statistischen Heilungsraten zumindest bei manchen Krebsformen zu vergrößern. Bei den derzeit gesetzlich angebotenen Untersuchungen gehen Experten davon aus, dass sie eine spürbare Senkung der Krebssterblichkeit mit sich bringen. Kaum umstritten sind vor allem für die Früherkennung auf Darmkrebs und Gebärmutterhalskrebs, zumal sich hier bereits Vorstufen entdecken lassen, bevor der eigentliche Krebs ausbricht. Im Fall von Brustkrebs und Hautkrebs sind sich die Experten nicht einig: Es gibt genauso Befürworter wie Gegner der Untersuchungen. Und zur Früherkennung von Prostatakrebs kommen derzeit hauptsächlich drei Untersuchungsverfahren in Betracht, deren jeweilige Vor- und Nachteile nach wie vor diskutiert werden.


Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums listet auf, welche Maßnahmen von allen gesetzlichen Krankenkassen finanziert werden:

Für Frauen

  • Gebärmutterhalskrebs: ab 20 einmal jährlich Untersuchung des äußeren und inneren Genitales und Abstrichuntersuchung von Gebärmuttermund und Gebärmutterhals
  • Brustkrebs: ab 30 einmal jährlich Abtastung der Brüste und der Achselhöhlen, Anleitung zur Brustselbstuntersuchung
  • ab 50 bis einschließlich 69 alle zwei Jahre Einladung zur Mammographie

Für Männer

  • Prostatakrebs: ab 45 einmal jährlich Abtastung der Prostata vom Enddarm aus, Untersuchung des äußeren Genitales und Abtastung der Lymphknoten in der Leiste

Für Frauen und Männer

  • Hautkrebs: ab 35 alle zwei Jahre gezielte Befragung nach Hautveränderungen und Inspektion des gesamten Körpers einschließlich des behaarten Kopfes
  • Dickdarmkrebs: von 50 bis 54 einmal jährlich Test auf verborgenes (okkultes) Blut im Stuhl. Bei Männern findet eine Austastung des Enddarms (digital-rektale Untersuchung) im Rahmen der Prostatakrebsfrüherkennung statt, bei Frauen führen noch viele Ärzte diese Untersuchung durch, obwohl sie zur Darmkrebsfrüherkennung seit 2009 nicht mehr vorgesehen ist.
  • ab 55 eine Dickdarmspiegelung (Koloskopie), einmalige Wiederholung nach zehn oder mehr Jahren ODER anstelle der Koloskopie ab 55 Test auf okkultes Blut alle zwei Jahre

Welche Arten von Krebs gibt es, was sind die neuesten Errungenschaften der Wissenschaften? Wir haben alle Informationen zum Thema Krebs hier gebündelt. Und denken Sie dran: Gegen Krebs in Bewegung bleiben!

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