24.01.2018

Krankenkassen reagieren Grippeimpfung in diesem Winter oft wirkungslos

Grippe-Mythen
Di, 16.01.2018, 11.49 Uhr

Grippe-Mythen

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Die Grippeimpfung ist in diesem Winter oft wirkungslos. Nun reagieren die ersten Krankenkassen darauf. Warum der Impfstoff nicht hilft – und was die ständige Impfkommission jetzt rät.

Jedes Jahr wird der Impfstoff gegen die Influenza neu kombiniert, weil sich die Viren ständig verändern. Aber: Die Grippeimpfung ist in diesem Winter oft wirkungslos. Auch geimpfte Menschen erkranken derzeit überdurchschnittlich häufig an der Grippe. Warum ist das so?

Darum ist die Grippeimpfung in diesem Winter oft wirkungslos

In dem am häufigsten verwendeten Dreifachimpfstoff ist ein Virus, das zurzeit in Deutschland kursiert, gar nicht enthalten. Somit kann die Impfung, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird, nicht vor der Krankheit schützen.

Die ersten gesetzlichen Krankenkassen reagieren nun

Nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission haben jedoch die großen Ersatzkassen angekündigt, künftig den teureren Wirkstoff für Risikopatienten zu zahlen. Die AOK Hessen etwa teilte mit, auch die Kosten einer Zweitimpfung zu übernehmen.

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Ist jetzt eine wiederholte Schutzimpfung nötig?

Wer bereits mit dem Dreifachimpfstoff geimpft wurde, muss sich jetzt aber in der Regel nicht noch einmal impfen lassen. Der Impfstoff schützt vor anderen Influenza-Viren, die im Laufe der Grippesaison noch auftauchen könnten. Laut Robert-Koch-Institut enthält der Grippeimpfstoff aus der Saison 2015/2016 genau den Virus, der derzeit so aktiv ist. Wer sich also jedes Jahr impfen lässt, könnte zumindest noch ein Stück weit geschützt sein.

Die ständige Impfkommission hat jedoch am 11. Januar 2018 den Einsatz des Vierfachpräparats empfohlen. In dieser Impfung ist das besagte Virus enthalten, allerdings ist dieses Präparat auch teurer. Bisher übernehmen die Krankenkassen die Kosten nicht. Das ist erst Vorschrift, wenn der Gemeinsame Bundesausschuss dies in seine Schutzimpfungs-Richtlinie übernimmt. Die ständige Impfkommission empfiehlt die Mehrfachimpfung nur Hochrisikopatienten.

Schwangere sollten sich unbedingt impfen lassen

Dazu zählen unter anderem Schwangere. Sie sollten nach dem Vierfachimpfstoff fragen und vorab klären, ob ihre Krankenkasse die Kosten übernimmt, rät Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte.

Für schwangere Frauen ist die Grippeschutzimpfung aus Sicht der Frauenärzte deshalb so wichtig, weil eine Grippe vorzeitige Wehen und Frühgeburten auslösen kann. Zudem gibt die Mutter den Schutz an das Baby weiter, so dass es in den ersten Wochen ebenfalls bestmöglich geschützt ist.

Risikogruppen sollten sich jedes Jahr impfen lassen

Die ständige Imfpkommission empfielt vor allen Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranken und Schwangeren die jährliche Imfpung. Zusätzlich gibt es die Empfehlung für Menschen, die viele andere anstecken könnten – medizinisches Personal etwa –, sich jedes Jahr gegen die Grippe impfen zu lassen.

Sie wollen noch mehr über die Grippe erfahren? Oben im Video werden gängige Mythen rund um die Krankheit aufgeklärt.

Mehr Informationen über den Dreifachimpfstoff und seine Wirkungsweise gibt es hier. Neben der Grippe bereitet sich auch das Hantavirus rasant in Deutschland aus – und es ist nicht ungefährlich.