29.01.2018

Ansteckender Brechdurchfall Rotaviren auf dem Vormarsch

6 Schnelle Hausmittel bei Magen-Darm-Grippe

Heftig einsetzende Übelkeit ist oft das erste Anzeichen einer Magen-Darm-Grippe. Worauf Sie sich sonst noch gefasst machen müssen und was hilft.
Mi, 12.09.2018, 10.19 Uhr

6 Schnelle Hausmittel bei Magen-Darm-Grippe

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Wenn Durchfall und Erbrechen heftig und plötzlich auftreten, können Rotaviren die Ursache sein. Besonders für die Kleinsten sind sie gefährlich.

Vor allem im Winter grassieren Rotaviren. Die aggressiven, sehr widerstandsfähigen Krankheitserreger sind aktuell noch weiter verbreitet als in den Vorjahren. Das Robert-Koch-Institut hat bis jetzt schon fast 70 Prozent mehr Rotavirus-Infektionen gezählt als in der letzten Saison.

Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen harmlosen Brechdurchfall. Die Rotavirus-Gastroenteritis ist meldepflichtig, weil sie vor allem für Babys und Kleinkinder lebensgefährlich sein kann. Darüber gibt es immer wieder Meldungen etwa aus Asien und Afrika. In Thailand starben drei Kinder durch Rotaviren, wie die Bangkok Post berichtete. Durch Erbrechen und Durchfall kommt es zu einem massiven Verlust an Flüssigkeit und ein Kreislaufkollaps droht.

Rotavirus Symptome: Daran erkennen Sie die Infektion

Doch was sind die Anzeichen einer Rotavirus-Infektion? Was unterscheidet sie von einem "normalen" Brechdurchfall?

  • Erbrechen und Durchfall setzen plötzlich und heftig ein
  • Durchfall ist wässrig
  • Die Brechdurchfall-Attacken kommen besonders häufig, bei Kindern oft bis zu 20-mal am Tag, was sie extrem erschöpft
  • Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe
  • leichtes Fieber

Beim Erwachsenen verläuft die Rotavirus-Erkrankung übrigens milder und ist nur für chronisch Kranke und ältere Menschen riskant.

Rotavirus Impfung – der einzige Schutz für Babys und Kleinkinder

Vor einer Ansteckung mit dem Rotavirus schützen können Sie sich kaum. Die Viren sind fäkal-oral (Schmierinfektion) sehr leicht übertragbar. Bereits eine winzige Menge reicht aus, dass nach ein bis drei Tagen (Inkubationszeit) die Magen-Darm-Grippe (Brechdurchfall) einsetzt. Konsequente Hygiene ist wichtig, also häufiges Händewaschen und Desinfektion von Türklinken, Flächen und Toiletten.

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So schützen Sie sich vor Erkältungs- und Grippeviren.

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Seit wenigen Jahren gibt es auch eine Impfung gegen Rotaviren. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt sie für alle Säuglinge unter sechs Monaten. Dabei handelt es sich um eine Schluckimpfung, die im Abstand von mindestens vier Wochen vom Kinderarzt verabreicht wird. Die Wirkung der Schutzimpfung ist hoch und beträgt mehr als 90 Prozent.

Experten vermuten allerdings, dass die Schutzwirkung nur zwei bis drei Jahre anhält – dann lässt die Immunität nach. Für das Kind ist das aber nicht von Nachteil, da es mit zwei oder drei Jahren widerstandsfähiger ist als im Säuglingsalter.

Das hilft gegen Rotaviren

Eine ursächliche Therapie gegen die Viren gibt es jedoch immer noch nicht. Hat der Brechdurchfall (Gastroenteritis) erst einmal zugeschlagen, können deshalb nur die Symptome gelindert werden.

Das bedeutet, viel trinken um den Flüssigkeitsverlust – welches Wasser als Heilmittel am besten für Sie ist, erfahren Sie hier – auszugleichen und verlorene Mineralstoffe durch Elektrolyte-Lösungen aus der Apotheke ersetzen. Nach rund einer Woche sind die Symptome dann abgeklungen. Ansteckend ist man dann mit dem Rotavirus in der Regel nicht mehr.

Mehr zum Thema Verdauung lesen Sie auf unserer Themenseite.

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