23.02.2018

Studien belegen 5 Vorteile der Hormonersatztherapie

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Mi, 18.07.2018, 12.24 Uhr

Wechseljahre-Symptome

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Sie sind verunsichert, ob eine Hormonersatztherapie nun gut oder schlecht ist? Zu viele Meldungen über Nebenwirkungen und erhöhtem Erkrankungsrisiko schürten Angst um die Hormonbehandlung. Doch aktuelle Studien lassen aufatmen!

War alles Panikmache? Noch 2002 hatte die Women's Health Initiative Study (WHI) wegen ihres erhöhten Brustkrebs-Risikos eindringlich vor der Hormonersatztherapie gegen Wechseljahresbeschwerden gewarnt. Inzwischen jedoch zweifeln sogar die Studien-Autoren selbst an ihren damaligen Ergebnissen: "Der Nutzen der Ersatzbehandlung übersteigt bei Weitem mögliche Risiken." Viele Frauen atmen erleichtert auf, haben sie doch jahrelang um ihre Gesundheit gefürchtet, wenn ihr Frauenarzt ihnen einen Ersatz ihrer Hormone verordnet hat.

Wie sehen die aktuellen Erkenntnisse zur Hormonersatztherapie aus? Wir klären Sie auf über die fünf wichtigsten Fakten!

Hormonersatztherapie: Fünf gute und aktuelle Nachrichten

1. Früher als später behandeln lassen

Vor allem profitieren Frauen von der Hormonersatztherapie, wenn sie gleich bei den ersten Wechseljahresbeschwerden – also so früh wie möglich –eingesetzt wird. "Dann werden nicht nur die Beschwerden des Östrogenmangels effektiv beseitigt, sondern vermutlich auch Herz und Gefäße z. B. vor Infarkten geschützt. Frauen bekommen seltener Osteoporose und Knochenbrüche, die Erkrankungsrate an Diabetes nimmt ab", sagt Dr. Katrin Schaudig, Spezialistin für gynäkologische Endokrinologie.

"Den größten Schutzeffekt für die Gesundheit hat die Hormontherapie bei Frauen, deren Wechseljahre schon vor dem 50. Lebensjahr beginnen. Aber auch die Altersgruppe der 50- bis 60-Jährigen profitiert noch davon."

Jenseits des 60. Lebensjahres rät die Expertin aber nur noch in Ausnahmefällen zur Hormonersatztherapie. "Vorsicht ist nach neuester Datenlage ebenfalls bei Frauen mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Thrombose geboten, auch bei Frauen mit Bluthochdruck, starkem Übergewicht und bei Raucherinnen.".

2. Angst vor Brustkrebs unbegründet

Neue Untersuchungen zur Hormonersatztherapie beweisen: Die Brustkrebsgefahr scheint nicht so hoch zu sein, wie bislang befürchtet. "Heute gehen Mediziner davon aus, dass bei 50- bis 60-Jährigen nach fünfjähriger Hormonersatztherapie bei zwei von 1000 Frauen zusätzliche Brustkrebsfälle erkannt werden, nach zehn Jahren bei 6 von 1000", sagt die Hamburger Hormon-Expertin. "Bei einer Hormontherapie nur mit Östrogenen, die auf die Haut aufgetragen werden, liegt die Brustkrebsrate nach WHI-Studie sogar etwas niedriger als bei Frauen ohne Hormone."

Zurzeit erkrankt jede achte Deutsche an Brustkrebs, doch Dr. Katrin Schaudig beruhigt: "Die Diagnose ist längst kein Todesurteil mehr. Denn die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt heute bei frühzeitiger Erkennung bei 98 Prozent!" Ihr Rat: "Jedes Jahr zum Brust-Ultraschall und Abtasten durch den Frauenarzt, alle zwei Jahre zur Mammographie. Und bitte auch an das monatliche Selbstabtasten der Brust denken." Wie Sie die ersten Symptome von Brustkrebs erkennen, können Sie ebenfalls bei uns nachlesen.

Frauen, die bereits Brust- oder auch Gebärmutterschleimhaut-Krebs hatten, sollten auf eine Hormonersatztherapie auf jeden Fall verzichten!

3. Alzheimer-Risiko sinkt

Neueste Studien belegen: "Die Gabe von Östrogenen senkte in der WHI-Studie nach 18-jähriger Beobachtungszeit die Alzheimer-Sterblichkeit", betont die Hormon-Expertin. Und eine Studie der Universität von Südkalifornien zeigt, dass zudem das Gedächtnis besser wird und stressresistenter arbeitet.

4. Weniger Rückenschmerzen

Eine aktuelle, schwedische Untersuchung der Universität Uppsala belegt, dass Frauen unter der Hormonersatztherapie stärkere Muskelfasern bekommen – damit weniger Rückenschmerzen.

5. Schutz vor grünem Star

Laut einer Studie der Johns Hopkins University an 3406 Frauen über 40 sinkt das Risiko von grünem Star, einer Augenerkrankung durch zu hohen Innendruck. Die Östrogene scheinen den Sehnerv zu schützen.

Hormonersatztherapie: Wem kann sie helfen?

"Die Hormonersatztherapie kommt immer dann zum Einsatz, wenn die Wechseljahresbeschwerden einen so großen Leidensdruck erzeugen, dass sie die Lebensqualität der Frau erheblich einschränken", sagt Dr. Katrin Schaudig. Da Östrogene allein das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut fördern und dort zu Krebs führen können, wird den meisten Frauen eine Kombinations-Therapie aus Östrogenen und Gestagenen verordnet. Bei Frauen ohne Gebärmutter reicht ein Östrogenpräparat.

Welche Beschwerden der Menopause Sie mit welchen Therapiemöglichkeiten sowie natürlichen Mitteln wie behandeln können, erfahren Sie in unseren vielen Beiträgen rund um die Wechseljahre.

Dieser Beitrag erschien zuerst in der BILD der FRAU Nr. 3.

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