07.01.2020 - 12:53

Bein-Äderchen loswerden Besenreiser entfernen und vorbeugen: So setzen sich die Kosten zusammen

Sie haben eine Veranlagung für die blauen Äderchen am Bein? Das Gute: Sie  lassen sich entfernen. Leider müssen Sie mit einigen Kosten für die Entfernung von Besenreisern rechnen.

Foto: iStock/Marina113

Sie haben eine Veranlagung für die blauen Äderchen am Bein? Das Gute: Sie lassen sich entfernen. Leider müssen Sie mit einigen Kosten für die Entfernung von Besenreisern rechnen.

Plötzlich sind sie da – und stören. Besenreiser sind zwar gesundheitlich nicht so bedenklich, solange sie sich im Rahmen halten, doch wer gerne Bein zeigt, stört sich schnell an den kleinen Äderchen. Man kann sie loswerden – allerdings kostet das. Vorbeugen klappt jedoch auch.

Viele Frauen haben sie, keine will sie: Besenreiser! Die rot-bläulichen Äderchen zieren vor allem die Beine. Mit ihnen leben können Sie, müssen es aber nicht, denn Sie können sie entfernen lassen. BILD der FRAU hat mit der Dermatologin Dr. Meike Schröder von der Praxis "Schöne Haut" gesprochen. Die Ärztin verrät, wie Besenreiser überhaupt entstehen, wie man sie los wird, welche Kosten bei der Entfernung von Besenreisern auf einen zukommen und wie sich vorbeugen lässt.

Kosten der Besenreiser-Entfernung: Wie und warum entstehen die Äderchen überhaupt?

"Besenreiser sind feinste kleine dauerhafte Gefäßerweiterungen. Sie entstehen entweder durch die genetische Veranlagung, bei einer allgemeinen Bindegewebsschwäche oder bei zugrundeliegenden Krampfadern", erklärt die Haut-Expertin. Wenn sich Blut in den Venen staut und sich diese dadurch ausdehnen. Auch Östrogen begünstigt die Erschlaffung der Gefäßwände, weswegen viele Frauen in der Schwangerschaft oder durch die Einnahme der Anti-Baby-Pille Besenreiser bekommen.

Gut zu wissen: Besenreiser, medizinisch als spezielle Unterform der Varikose, also Krampfadern, bezeichnet, sind zwar nicht schön, aber medizinisch erst einmal unbedenklich. Da es sich somit um ein rein kosmetisches Problem handelt, bedeutet das aber auch, dass die Krankenkassen die Kosten für das Entfernen von Besenreisern leider nicht übernehmen. Sie sollten sich einen Eingriff daher vorher gut überlegen und durchrechnen. Übrigens leidet fast jede zweite Frau unter den kleinen Äderchen. Auch Männer können Besenreiser bekommen, sind aufgrund ihres stärkeren Bindegewebes jedoch seltener betroffen.

Wichtig: Bevor eine Behandlung gegen Besenreiser erfolgt, sollte sich der Arzt mithilfe eines speziellen Ultraschallgeräts die Venen genauer anschauen, um eine tieferliegende Venenerkrankung auszuschließen und die richtige Behandlungsmethode zu finden. Besenreiser können nämlich auch auf eine ernstere Erkrankung des tieferliegenden Venensystems hinweisen. Daher sollte bei vermehrt auftretenden Besenreisern und vor einer etwaigen Entfernung immer das tiefe Venensystem untersucht werden. So können eine tatsächliche Varikose, eine Leitveneninsuffizienz oder eine chronisch-venöse Insuffizienz ausgeschlossen werden.

Was kann man gegen Besenreiser tun?

Um die unschönen blauen Äderchen los zu werden, gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie Dr. Meike Schröder erklärt: "Besenreiser können verödet werden. Dazu wird Äthoxysklerol in die Adern gespritzt, wodurch sich diese zurückbilden. Das nennt man in der Fachsprache auch gerne Sklerosierung (oder Sklerotherapie, Anm. d. Red.). Sehr feine Gefäße können aber auch mit dem langgepulsten Neodym-YAG-Laser behandelt werden, der die Gefäße ebenfalls verödet."

Bei einer Verödung können auch Nebenwirkungen wie bräunliche Verfärbungen der Haut (Hyperpigmentierung) sowie rötliche Verfärbungen und auch kleine Vernarbungen entstehen. Über diese Risiken sowie einen eventuell ausbleibenden Erfolg sollten Sie als Patientin im Vorfeld informiert werden – inklusive schriftlicher Einverständniserklärung.

Besenreiser entfernen: Was kostet das?

"Die Kosten für eine Entfernung von Besenreisern richten sich nach der Ausdehnung der Besenreiser. Sowohl bei Verödungen als auch bei Laserbehandlungen sind in der Regel mehrere Sitzungen erforderlich. Eine Behandlung kostet zwischen 100 und 150 Euro", prognostiziert die Fach-Ärztin. Wie viele Behandlungen nötig sind, hängt von der Tiefe der Gefäßverfärbung und von der Ausdehnung ab, die mit dem Laser behandelt werden soll. Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich und muss individuell geklärt werden.

Für immer verschwinden Besenreiser in der Regel leider nicht. Wer eine Veranlagung hat, muss immer damit rechnen, dass sie an anderer Stelle wiederkommen.

So können Sie Besenreisern vorbeugen

Der Gang zum Arzt ist eine Lösung, wenn Besenreiser längst zum optischen Problem geworden sind. Allerdings gibt es einen Tipp, mit dem sich die blauen Äderchen im Vorhinein verhindern lassen!

Die beste Prophylaxe gegen Besenreiser: Sport. Mangelnde Bewegung fördert nämlich die Bildung der unschönen Äderchen, denn das Blut kann nicht ordentlich durch die Venen transportiert werden und staut sich. Wer einen Büro-Job hat, sollte also unbedingt darauf achten, sich genügend zu bewegen, denn zu viel sitzen ist ungesund – nicht nur für die Venen. Ein Spaziergang an der frischen Luft, etwas Walking oder Joggen schmeicheln also nicht nur der Figur, sondern auch Ihren Venen! Auch Sportübungen gegen einen schlaffen Po können helfen.

Mit morgendlichen Wechselduschen – also im Wechsel mit kaltem und warmem Wasser abduschen – können Sie Besenreisern ebenfalls vorbeugen, denn diese trainieren sozusagen unsere Gefäße und fördern die Durchblutung.

Wenn Sie viel sitzen und merken, dass Ihre Beine abends schwer und geschwollen sind: am besten hochlegen. Und während des Sitzens die Beine immer mal wieder bewegen.

Zudem hilft es, das Rauchen sowie den Alkoholkonsum einzuschränken, am besten ganz mit dem Rauchen aufzuhören und es eventuell sogar einmal mit einem langfristigen Alkoholverzicht versuchen. Denn beides führt nicht nur zu Gefäßerweiterungen, sondern kann die Gefäße auch dauerhaft schädigen – bei übermäßigem Alkoholkonsum etwa sogar im Gesicht.

Naturheilmittel gegen Besenreiser: Rosskastanie

Rosskastaniencreme gilt seit jeher als Wunderwaffe gegen Besenreiser. Rosskastanien enthalten den Wirkstoff Aescin, der die Gefäßwände der Venen abdichtet. So soll mit der natürlichen Kraft der Rosskastanie das Ausströmen von Flüssigkeit ins Gewebe verringert werden, während gleichzeitig das Abfließen von Wassereinlagerungen beschleunigt wird.

Auch Apfelessig soll dank seiner durchblutungsfördernden Wirkung helfen, Besenreisern entgegenzuwirken. Um Erfolge zu erzielen, werden die betroffenen Stellen über mehrere Wochen zwei- bis dreimal täglich mit Apfelessig betupft.

Damit Krampfadern Ihnen nicht das Leben schwer machen, sollten Sie also in Bewegung bleiben.

Mehr zur Praxis "Schöne Haut" lesen Sie auf deren Seite.

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