14.07.2017 - 11:07

Regt Fettzellen-Produktion an Macht uns unser Hausstaub dick?

Auch regelmäßiges Putzen kann nicht vor winzigen Mengen an Hausstaub schützen. Und die reichen schon, um Fettzellen anzuregen, fanden Forscher jetzt heraus.

Foto: iStock/vadimguzhva

Auch regelmäßiges Putzen kann nicht vor winzigen Mengen an Hausstaub schützen. Und die reichen schon, um Fettzellen anzuregen, fanden Forscher jetzt heraus.

Forscher haben jetzt in einer Studie dargelegt, dass ganz normaler Hausstaub für Übergewicht verantwortlich sein kann. Die Ergebnisse sind durchaus ernstzunehmen, aber noch kein Beweis.

In unserem Hausstaub tummeln sich allerlei Umweltschadstoffe, die Übergewicht begünstigen könn­ten. Das haben jetzt Forscher der Duke University in Durham herausgefunden. Ihre Ergebnisse haben sie in der Fachzeitschrift "Environmental Science & Technology" publiziert.

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Staub-Inhaltsstoffe kurbeln Fettzellen-Produktion an

Für ihre Studie haben die Wissenschaftler Staub in elf Haushalten in North Carolina gesammelt und seine Wirkung an Zellen von Mäusen getestet. Dabei hatte nur eine Hausstaubprobe keinen Effekt, neun Proben führten zur Entwicklung von Fett-Vorläuferzellen, und bei sieben von den elf entwickelten sich durch die enthaltenen Chemikalien tatsächliche Fettzellen.

Schuld daran sind sogenannte endokrin störende Chemikalien (EDC), die in synthetischen und natürlichen Verbindungen vorkommen und die menschlichen Hormone beeinflussen. Schon winzigste Mengen an Staub, nämlich gerade einmal drei Mikrogramm, reichen für eine derartige Wirkung aus. Laut Schätzungen der US-Umweltbehörde nehmen Kinder täglich 50 Milligramm Haus­staub über die Atemwege, den Mund oder die Haut auf.

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Chemikalien in vielen Gegenständen des täglichen Lebens

Die Staubproben wurden auf 44 Substanzen hin überprüft. Dabei stellten die Forscher fest, dass das Pestizid Pyraclostrobin, das Flammschutzmittel TBPDP und das Phthalat Dibutyl­phthalat (DBP) am meisten zur Fettzellen-Produktion beitrugen.

Hinter diesen nichtssagenden Begriffen verstecken sich Chemikalien, mit denen wir aber permanent zu tun haben: sie sind in Reinigungsprodukten, Imprägnierstoffen und Lieferservice-Boxen, in Schmierstoffen, Kosmetika und allen möglichen Kunststoffen enthalten – alles Dinge aus unserem täglichen Gebrauch.

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Weiterführende Forschungen sind nötig

Die Ergebnisse aus der Studie sind ernstzunehmende Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Hausstaub und Übergewicht, allerdings noch keine Beweise, denn die Untersuchungen wurden mit tierischen Zellen im Reagenzglas durchgeführt und nicht an Menschen exerziert.

Umweltmediziner Hans-Peter Hutter von der Medizinischen Uni Wien bestätigt dem österreichischen Nachrichtenmagazin orf.at die Annahmen der Forscher: "Wir haben aus epidemiologischen Untersuchungen bereits gut fundierte Hinweise, dass die genannten Umweltgifte den Stoffwechsel und das Körpergewicht von Menschen beeinflussen können. Diese Studie schließt eine Lücke: Sie zeigt, welcher Mechanismus dahinter steht."

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