14.07.2017

Schamlippenverkleinerung Gefährlicher Trend Vagina-Verschönerung

Ein gefährlicher Trend, wenn er aus rein kosmetischen Gründen vorgenommen wird: die Vagina-OP.

Foto: iStock/someone25

Ein gefährlicher Trend, wenn er aus rein kosmetischen Gründen vorgenommen wird: die Vagina-OP.

Immer mehr Frauen lassen sich die Schamlippen verkleinern – meist aus kosmetischen Gründen. Warum Experten dringend davon abraten, und wann ein solcher Eingriff sinnvoll sein kann.

Die Sehnsucht nach dem perfekten Körper macht auch vor dem Intimbereich nicht Halt: schon seit Jahren zeichnet sich ein Trend zur Schamlippenkorrektur ab. Nach Angaben der Internationalen Ge­sellschaft für Ästheti­sche und Plastische Chirurgie (Isaps) waren es 2015 weltweit schon mehr als 95.000 Frauen!

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Der Trend: Designer-Vagina im Barbie-Look

Gerade machte EX-DSDS-Sternchen Melody Haase mit diesem Thema im Internet von sich reden: sie ließ sich im Intimbereich straffen, erklärte im Interview mit "Promiflash" stolz: "Ich habe jetzt eine süße Designer-Vagina."

Ein anderer Begriff, der im Internet herumgeistert: Barbie-Vagina. Denn bei der Barbie-Puppe sind die inneren Schamlippen, die Labien, nicht zu sehen. Und genau darum geht es: bei der sogenannten Labioplastik werden meist die inneren Schamlippen verkleinert. Bei der "vaginalen Verjüngung" erhält die Vagina selbst noch eine Straffung.

Mediziner: falsches Ideal wird vor allem im Internet transportiert

Mediziner machen für den Trend vor allem das Internet verantwortlich. So wird auf "aerzteblatt.de" der New Yorker Schönheitschirurg Nolan Karp zitiert – er moniert, dass die Gesellschaft heutzutage ein genaues Bild vor Augen hätte, "was schön ist, was normal ist, was gut aussieht, was nicht". Auch im Genitalbereich. Früher hätte man schlicht keinen Zugang zu Bildmaterial von derlei Körperteilen gehabt.

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Die ehemalige Gynäkologin Dorothy Shaw kritisiert vor allem, dass die ideale Vagina heutzutage so aussehen müsse wie bei einem Mädchen: ohne Haare und flach, wie eine Art Schlitz. Doch das ginge an der Wirklichkeit komplett vorbei, zitiert das Ärzteblatt die Kanadierin.

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Expertin: keine OP aus kosmetischen Gründen

Auch Dr. Ada Borkenhagen, Psychotherapeutin mit Fachgebiet medizinische Psychologie und Körpermodifikation, rät auf Nachfrage von bildderfrau.de dringend ab, "wenn es vorrangig kosmetische Gründe sind, warum eine Frau einen solchen Eingriff wünscht." Das Risiko ist schließlich nicht unerheblich. Sie hat noch ein weiteres Argument dagegen: "Das aktuelle Schönheitsideal für die Intimregion kann sich auch wieder ändern."

Gibt es denn überhaupt Fälle, bei denen eine Vagina-OP sinnvoll sein kann? Ja, sagt sie zu bildderfrau.de: "Wenn die betroffene Frau unter starken Funktionseinschränkungen wie Wundsein oder Schmerzen beim Sex aufgrund zu langer innerer Schamlippen leidet."

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Intim-OP kann Sex verbessern

Das heißt, eine Schamlippenverkleinerung kann tatsächlich Auswirkung auf das Sexualleben haben? "Ja", so Dr. Ada Borkenhagen, "sowohl Funktionseinschränkungen als auch sexuelle Hemmungen können sich nach einem solchen Eingriff bessern, wenn die inneren Schamlippen tatsächlich deutlich zu lang sind und beim Sex immer wieder zu Schmerzen führen."

Allerdings darf man nicht vergessen: Es handelt sich um einen Eingriff, der Risiken birgt, wie jede Operation. Dr. Borkenhagen: "Im Wesentlichen sind das Wundheilungsstörungen, Sensibilitätsverlust und Nichtgefallen mit dem ästhetischen Ergebnis." Wer danach also nicht zufrieden ist: es gibt dann kein Zurück!

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