11.07.2017

Forscher vermuten Kaffeekonsum verlängert die Lebensdauer

Filterkaffee ist mit 68 Prozent immer noch die Lieblingsvariante der deutschen Kaffeetrinker. Aber ist Kaffee an sich auch gesund? Ja, heißt es jetzt.

Foto: imago/Westend61

Filterkaffee ist mit 68 Prozent immer noch die Lieblingsvariante der deutschen Kaffeetrinker. Aber ist Kaffee an sich auch gesund? Ja, heißt es jetzt.

Kaffeeliebhaber aufgepasst: einer neuen Studie zufolge könnte der Konsum des beliebten Getränkes sogar gesundheitsfördend sein!

Die Deutschen lieben Kaffee: auf zwei bis drei Tassen pro Tag kommen die meisten, ein Deutscher trinkt durchschnittlich 162 Liter Kaffee im Jahr, mehr als Wasser oder Bier, so der aktuelle Tchibo-Kaffee-Report. Bislang hatte unser Lieblingsgetränk allerdings einen kleinen Haken: als besonders gesund galt es nicht gerade.

Jahrzehntelang hieß es sogar, dass Kaffee dem menschlichen Körper Wasser entziehe und zu einem Flüssigkeitsdefizit führt. Das haben diverse Studien aber mittlerweile widerlegt.

Kaffee - ein Flüssigkeitsräuber?!?

Eine ganz neue Studie stellt jetzt gar die These auf, dass Kaffeetrinker länger leben! Ein internationales Forscherteam, bestehend aus Wissenschaftlern der IARC (Internationale Krebsforschungsagentur) und des Imperial College in London, hat die Sterbedaten von mehr als einer halben Million Menschen aus zehn europäischen Ländern untersucht.

Dabei kam unter anderem heraus: bei Männern mit sehr hohem Kaffeekonsum (mehr als 580 Milliliter am Tag) war die Wahrscheinlichkeit, innerhalb des Beobachtungszeitraumes von etwa 16,4 Jahren zu sterben, 12 Prozent geringer als bei Nicht-Kaffeetrinkern. Bei Frauen waren es immerhin noch sieben Prozent. Viele Faktoren, die das Ergebnis beeinflussen könnten, etwa Ernährung und Rauchen, wurden herausgerechnet.

Zehn Lebensmittel, die es ungekühlt lieber mögen:

Außerdem zogen die Wissenschaftler die groß angelegte europäische Langzeitstudie EPIC ("European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition", auf deutsch: vorausschauende europäische Studie über Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebs) für ihre Forschungen heran – und fanden heraus, dass die meisten Krankheiten als Todesursache für Kaffeetrinker weniger wahrscheinlich sind, allen voran Kreislauferkrankungen und solche, die mit dem Verdauungstrakt zusammenhängen.

>> Kaffee: Fluch oder Segen?

Das ist zwar erfreulich für alle Kaffeetrinker – allerdings warnt Marc Gunter, Hauptautor der Studie, in einer Mitteilung vor zu hohen Erwartungen an die Ergebnisse: "Aufgrund der Grenzen beobachtender Forschung sind wir nicht an einem Punkt, eine Empfehlung für mehr oder weniger Kaffeekonsum auszusprechen."

Denn auch wenn die Ergebnisse nahelegen, "dass das Trinken von mehr Kaffee mit einem günstigeren Leberfunktionsprofil und einer besseren Immunantwort verbunden war", sei es auch möglich, dass die gesundheitlichen Effekte gar nicht vom Kaffee stammen. Ein Beispiel: Menschen mit erhöhtem Krankheitsrisiko trinken möglicherweise generell weniger Kaffee.

Immerhin lässt sich mit großer Sicherheit sagen: Kaffeekonsum ist nicht ungesund! Das ist doch auch schon viel wert.

Die Studienergebnisse wurden in den "Annals of Internal Medicine" veröffentlicht.

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