29.06.2017 - 11:32

Ekel-Zutaten in Großbäckereien Schimmel, Kot und Glassplitter in Backwaren entdeckt

Nicht wirklich appetitlich, was Behörden in Großbäckereien so alles vorgefunden haben...

Foto: iStock/Denisfilm

Nicht wirklich appetitlich, was Behörden in Großbäckereien so alles vorgefunden haben...

Kontrollen in bayerischen Großbäckereien haben aufgedeckt, dass dort mitunter ekelerregende Zustände in den Räumen herrschen – und sogar widerliche Fremdkörper in den Backwaren selbst zu finden sind.

Was die Verbraucherorganisation foodwatch jetzt der Öffentlichkeit präsentiert hat, ist wirklich ekelerregend: In den Backstuben einiger bayerischer Großbäckereien wurden Mäusekot, Käferbefall, Schimmel, Dreck, ja sogar Glassplitter gefunden – zum Teil in den Backwaren selbst!

Behörden informieren Öffentlichkeit nicht

foodwatch hat dafür Kontrollberichte der bayerischen Lebensmittelbehörden im Report "Bayerisches Brot" öffentlich gemacht – auf eigene Initiative, denn die Behörden haben die Verbraucherinnen und Verbraucher über die Zustände nicht informiert. "Das Schweigen der Behörden ist der eigentliche Skandal, und der ist politisch offenbar gewollt", so Johannes Heeg von foodwatch.

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Denn Bayern sei keineswegs ein Einzelfall, so foodwatch: Jedes Jahr wird in Deutschland jeder vierte kontrollierte Lebensmittelbetrieb beanstandet, vor allem wegen Hygieneverstößen. Dabei erfährt die Öffentlichkeit aber nicht, welche Betriebe betroffen sind.

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Saubere Betriebe sind die Dummen

Die Verbraucherorganisation fordert deshalb, dass die Behörden dazu verpflichtet werden müssten, alle Ergebnisse der amtlichen Kontrollen zu veröffentlichen. Bisher fehlt dazu aber die rechtliche Grundlage. Jedes Bundesland kann aber mit einem eigenen Landesgesetz Transparenz vorschreiben – und so Fälle wie in Bayern in Zukunft verhindern.

"Verbraucherinnen und Verbraucher haben ein Recht zu erfahren, wo alles sauber ist – und wo Mäuse und Kakerlaken ein- und ausgehen. Erst das schafft für Lebensmittelbetriebe einen Anreiz, sich jeden Tag an die Hygieneregeln zu halten, und sorgt für einen fairen Wettbewerb, in dem die sauberen Betriebe nicht länger die Dummen sind", fordert Heeg.

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Acht Großbäckereien geprüft

foodwatch hatte die Herausgabe von Kontrollergebnissen bei acht der größten bayerischen Bäckerei-Unternehmen beantragt – und schließlich Informationen zu 69 Kontrollen aus den Jahren 2013 bis 2016 bekommen. Dabei geht es um die Unternehmen Bachmeier, Der Beck, Heinz, Hiestand, Höflinger, Hofpfisterei, Ihle und LSG. Nur kleinere Beanstandungen gab es bei der Hofpfisterei und LSG.

Besonders unhygienische Zustände hingegen dokumentierten die Beamten bei Kontrollen in den Produktionsbetrieben von Bachmeier, Ihle und Der Beck: dort fanden sie Schimmel, verdreckte Geräte, Mäusekot und Käferbefall, außerdem mehrfach Fremdkörper in Backwaren. Besonders problematisch aus Sicht von foodwatch: Die Behörden beanstandeten regelmäßig und immer wieder Hygieneverstöße, die sie aber nicht verhindern konnten – auch deshalb, weil die Öffentlichkeit nicht informiert wurde.

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Vorbild Dänemark

Dänische Lebensmittelbetriebe sind seit 15 Jahren verpflichtet, die Kontrollergebnisse an der Eingangstür auszuhängen. Die Prüfberichte sind außedem im Internet abrufbar. Seitdem hat sich die Quote der beanstandeten Betriebe halbiert, nämlich von 30 auf 15 Prozent (in Deutschland sind es rund 25 Prozent). Andere Länder haben schon nachgezogen, etwa Frankreich und Großbritannien.

In Deutschland hatte kürzlich Nordrhein-Westfalen als erstes Bundesland überhaupt ein Transparenzgesetz beschlossen – die neue schwarz-gelbe Landesregierung will das Vorhaben aber wieder stoppen.

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