Aktualisiert: 23.07.2021 - 11:31

Durchgefallen im Test Stiftung Warentest: Günstig überzeugt auf voller Linie

Stiftung Warentest hat insgesamt 32 stille Mineralwässer getestet.

Foto: imago/Jochen Tack

Stiftung Warentest hat insgesamt 32 stille Mineralwässer getestet.

Stiftung Warentest hat Mineralwässer ohne Kohlensäuregehalt getestet. Ein Großteil überzeugt mit "sehr gut" oder "gut" – vor allem die preiswerten Wässer. Kritik gibt's aber an Bioprodukten und Edelmarken. Ein Wasser fällt komplett durch.

Die Stiftung Warentest hat 32 stille Mineralwässer getestet. Und die Ergebnisse zu vorherigen Tests zeigen: Die Kritik kommt an. Der überwiegende Großteil der getesteten Getränke bekam mindestens die Note "gut". Überraschend ist aber: Biowässer und teure Edelprodukte liegen im Feld hinten. Vor allem günstige Wassermarken überzeugen im Test.

Stiftung Warentest: Kohlensäurefreie Mineralwässer im Test

Günstig ist gut! Das beweist der aktuelle Mineralwasser-Test der Stiftung Warentest. Erneut hat die Stiftung insgesamt 32 stille Mineralwässer aus der Flasche oder dem Tetrapack getestet.

Acht Marken bekamen die Note "sehr gut", das Mittelfeld ist weitaus größer. Aber es gibt auch Wässer, die nicht überzeugen konnten, eines fiel durch.

Die Top 5: Das sind die besten Wässer im Test

  1. Fürst Bismarck, Still – Gesamtnote: 1,4
  2. Kaufland, K-Classic Still – Gesamtnote: 1,4
  3. Lichtenauer Mineralquellen, Pur – Gesamtnote: 1,4
  4. Aqua Vitale, Naturelle – Gesamtnote: 1,5
  5. Lidl Saskia Still – Gesamtnote 1,5 (Quellen: Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz)

Voll überzeugen konnten zudem die stillen Wässer von Penny (Elitess) und Rewe (Ja still), ebenfalls mit der Note 1,5.

Gut zu wissen: Noch vor zwei Jahren schnitten einige der Wässer durchaus schlechter ab. So bekam das Wasser von Kaufland 2019 "nur" eine 2,0, lag damit aber dennoch in den Top 5. Es ist der Testsieger unter den günstigen stillen Wässern und bereits ab 13 Cent pro Liter zu kaufen. Die beiden Konkurrenzprodukte, die ebenfalls die Bestnote abgesahnt haben, kosten etwa viermal so viel.

Ohne schlechtes Gewissen trinkbar ist währenddessen der überwiegende Großteil der getesteten Produkte. Mikrobiologisch gibt es an den getesteten Wässern nichts auszusetzen.

Nicht überzeugend: Bio und teuer

Doch nicht jedes Wasser glänzt. Drei wurden mit der Note "ausreichend" versehen, eines erhielt die Note "mangelhaft" – zwei davon tragen das Bio-Label der Qualitätsgemeinschaft Bio-Wässer. Eigentlich möchten sich die Produzenten damit mit sehr strengen Kriterien besonders hervorheben. Beim Test der "Landmark Bio-Quelle" aber war ein eindeutiger Kunststoff- und Kartongeschmack zu erkennen – bei 98 Cent pro Liter.

Mit der Note "mangelhaft" und damit Schlusslicht des Tests ist diesmal nur eine Sorte: Das Rieser Urwasser Bio still erhielt lediglich eine 4,6 und ist damit "mangelhaft". Es ist das einzige Wasser im Test, das laut Stiftung Warentest mit dem chemischen Stoff Benzol belastet. Benzol wird in der chemischen Industrie verwendet und unter anderem für die Synthese von Kunststoffen eingesetzt – nachweislich stammt es hier auch aus der eingesetzten Flasche. Für den Menschen ist es allerdings toxisch und als krebserregend eingestuft. Besonders, wenn es über einen längeren Zeitraum eingenommen wird, können schon kleinere Mengen knochenmarkschädigend sein und Leber, Nieren und andere innere Organe beeinflussen.

Zudem wurde ein Abbauprodukt eines Pestizids nachgewiesen, und der Wert an Radium 226 und 228 kratzt am zugelassenen Grenzwert. Die Bio-Richtlinie jedoch gibt vor, dass Wässer mit diesem Siegel pestizidfrei sein müssen. Zudem wird die Kennzeichnung als "Urwasser" kritisiert – denn es wurde auch sogenanntes "Jungwasser" nachgewiesen. Die gekennzeichnete Quelle liegt zudem nicht in der durch den Produktnamen beworbenen Region.

Überzeugen konnten aber auch zwei teure Wässer nicht: Das Healsi-Wasser aus Portugal in seiner charakteristischen diamantförmigen Flasche, sowie das Voss, ehemals "artesian water" aus Norwegen. Beide werden auch wegen ihrer schlechten Klimabilanz kritisiert: Sie werden von weit her nach Deutschland transportiert. Voss hatte zuvor zudem Werbung mit "artesian water" gemacht – Wasser, das bereits aus der Quelle heraussprudelt. Dies ist nicht der Fall – die Bezeichnung wurde mittlerweile geändert.

Wenig Mineralstoffe in stillen Wässern

Ein Nachteil von stillen Mineralwässern ist teilweise der niedrige Anteil an Mineralstoffen. Insbesondere die beiden Design-Wässer schneiden hier sehr schlecht ab. Voss erhalte so wenig Mineralstoffe wie kaum ein je von der Stiftung Warentest geprüftes Wasser, heißt es im Test.

Doch die Stiftung weist auch darauf hin, dass Mineralstoffe nicht enthalten sein müssen, auch wenn das Wasser "Mineralwasser" heißt. So gab es einige Schwankungen im Test: von 29 Milligramm Mineralstoffen pro Liter (Voss) bis zu 1.612 mg/l bei Extaler Mineralquell.

Gut zu wissen: Auch Leitungswasser hat Mineralstoffe, teilweise sogar mehr als Mineralwasser aus der Flasche. Stiftung Warentest hat bereits 2019 herausgefunden, dass viele Leitungswasserproben einen Mineralstoffgehalt von rund 500 mg/l aufweisen konnten. Zudem wird Leitungswasser ständig kontrolliert – und kostet lediglich einen halben Cent pro Liter. Da es zudem nicht abgefüllt und transportiert werden muss, ist es weit klimaschonender als abgefüllte Wässer – der CO2-Fußabdruck liegt nahezu bei Null.

Hätten Sie das gedacht? Sprudelwasser kann dick machen! Hier mehr erfahren.

Gutes Mineralwasser muss nicht teuer sein: Eines der besten ist bereits für 13 Cent pro Liter im Handel erhältlich – allerdings nicht deutschlandweit.

Hier finden Sie die Mineralwasser-Testergebnisse der Stiftung Warentest. Weitere News zu aktuellen Tests gibt's auch bei uns unter Stiftung Warentest.

Wollten Sie schon immer wissen, warum Wasser wirklich schlank macht? Hier mehr erfahren. Übrigens bekommen Sie Mineralwasser im Restaurant nur in Flaschen – aus bestimmten Gründen.

Wussten Sie, dass Sie Mineralwasser auch für die Hautpflege nutzen können? Mehr Tipps und Tricks rund um Mineralwasser weiß unsere Themenseite.

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