Aktualisiert: 01.04.2021 - 16:15

Für Figur, Herz und Psyche Nussig und gesund: Darum sollten Sie täglich einen Löffel Leinöl essen

Leinöl tut vor allem dem Herzen gut. Das Öl aus der Leinsaat kann aber noch viel mehr!

Foto: Getty Images/HeikeRau

Leinöl tut vor allem dem Herzen gut. Das Öl aus der Leinsaat kann aber noch viel mehr!

Leinsamenöl entfaltet jede Menge gesunde Wirkungen auf Herz und Hirn. Aber das wertvolle Öl kann noch viel mehr! Alles über seine Heilkraft erfahren Sie hier.

Bereits Hippokrates, der berühmteste Arzt der Antike, empfahl Leinöl bei Leibweh und Durchfall. Mittlerweile weiß die Wissenschaft, warum das flüssige Gold so gesund ist: Leinöl schützt das Herz, senkt die Blutfettkonzentration, kann den Blutdruck regulieren, lindert Entzündungen und wirkt sogar vorbeugend gegen Depression. 2005 wurde Lein deshalb sogar zur Heilpflanze des Jahres gekürt.

Vor allem seine Wirkung auf unser Herz-Kreislauf-System fasziniert – und Leinöl, oder Leinsamenöl, kann hier einiges leisten. Zum Glück, denn Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Todesursache Nummer eins in Europa. Die Risikofaktoren umfassen neben Rauchen, Übergewicht und Bluthochdruck auch ein ungünstiges Verhältnis der Blutfette – besser bekannt als zu hohe Cholesterinwerte. Und die können Sie selbst beeinflussen, vor allem das Verhältnis zwischen dem gutem HDL-Cholesterin und dem schlechten LDL-Cholesterin. Wichtig dafür: Essen Sie die richtigen Fettsäuren!

Gesundes Leinöl: Perfekter Gefäßschutz!
Gesundes Leinöl: Perfekter Gefäßschutz!

Gesunde Leinöl-Wirkung beruht auf einer bestimmten Fettsäure-Balance

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) betont, dass ein hoher Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren in der Ernährung das Risiko für Herzkrankheiten senkt. Die wichtigsten Vertreter dieser gesunden Fette sind die Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Das Besondere am Leinöl: Es enthält ein sehr günstiges Mischungsverhältnis dieser beiden Fettsäuren und außergewöhnlich viel von der Omega-3-Variante Alpha-Linolensäure – nämlich zwischen 45 und 70 Prozent.

Im Vergleich: Das viel genutzte Olivenöl enthält nur 1 Prozent davon. Das einzige Öl mit ähnlicher Konzentration und Zusammensetzung der Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren ist Schwarzkümmelöl, dessen Wirkung auf die Gesundheit in zahlreichen Studien ähnlich positiv bestätigt wurde.

Nummer 1 für starkes Herz und gesunden Kreislauf

Die Alpha-Linolensäure wirkt entzündungshemmend und ist ein lebensnotwendiger (essentieller) Nährstoff, den der Körper nicht selbst herstellen kann. In unserer modernen Ernährung ist diese Fettsäure leider Mangelware. Leinöl aber liefert reichlich davon! Kaum ein anderes Öl hat einen so hohen Gehalt daran. Und es kann noch mehr: Es reguliert die Blutgerinnung, hält die Blutgefäße gesund und ist ein wichtiger Bestandteil geschmeidiger Zellmembranen. Diese sind Verbindungsstellen für die Versorgung unserer Zellen – also auch wichtig für Haut und Haare.

Fassen wir nochmal zusammen: Gerade wer unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen leidet, profitiert also von Leinöl, da es vor allem aufgrund der enthaltenen Alpha-Linolensäure den Blutdruck regulieren und die Gefäße stärken kann. Es kann die Blutfettwerte positiv beeinflussen und – am besten unter ärztlicher Aufsicht – den Cholesterinspiegel nachhaltig senken. Das hat etwa die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit bestätigt.

Laut einer kanadischen Studie lassen sich damit sogar die Blutzuckerwerte nach der Mahlzeit etwas abschwächen, was beim Vorbeugen gegen Diabetes hilft und Diabetes-Patienten dabei unterstützt, die Insulinmenge eventuell reduzieren zu können.

Außerdem stecken neben den Fettsäuren in Leinöl wichtige Nährstoffe wie Vitamin E, Provitamin A, Vitamine B1, B2 und B6, Vitamin C, Vitamin D und Vitamin K, Lecithin und Lignane, hormonähnliche Stoffe mit antioxidativer Wirkung, sowie Cadmium, Folsäure, Pantothensäure und Nicotinsäure. Zudem sind Surenelemente und Mineralstoffe enthalten.

Ernährungstipp: 40 bis 50 g Leinöl täglich decken den Tagesbedarf an den genannten Inhaltsstoffen.

Positive Wirkung bei Depression

Ein Mangel an Nährstoffen, insbesondere wichtiger Fettsäuren, wirkt sich außerdem auf die Nervenzellen aus. Mehrere Studien haben sich inzwischen mit der positiven Wirkung von Leinöl auf psychische Störungen wie Depressionen und Ängste beschäftigt. Übrigens gibt es eine ganze Reihe von Lebensmitteln, die eine stimmungsaufhellende Wirkung haben – das sogenannte Happy Food!

Gerade die Omega-3-Fettsäuren sind wichtig fürs Gehirn – mit Leinöl kann die Konzentrationsfähigkeit gefördert werden. Und auch die Sehkraft der Augen stärkt das Öl. Studien konnten sogar zeigen, dass regelmäßiger Genuss aufgrund der Fettsäuren sogar Alzheimer und Demenz vorbeugen kann.

Leinöl zum Abnehmen und als Krebsschutz?

Zudem soll Leinöl beim Abnehmen unterstützen. Diesen Umstand macht sich zum Beispiel die ketogene Diät zunutze, aber auch verschiedene Low-Carb-Programme.

Sogar in Sachen Krebsprävention machte Leinöl auf sich aufmerksam: Vermutlich sind die vielversprechenden Ergebnisse auf die in Leinsamen enthaltene hormonaktive Stoffgruppe der Lignane zurückzuführen.

Leinsamen für die Verdauung: Denn Gesundheit beginnt im Darm

Nicht nur das Öl, auch die ganzen Samen der Leinpflanze haben es in sich. Ein Löffel Leinsamen pro Tag wird Ihre Verdauung verbessern. Die in der Schale enthaltenen Quell- und Schleimstoffe bilden einen Schutzfilm, können Schadstoffe einfangen und regen den Darm an. Traditionell wird Leinsaat deshalb auch für die Ernährung bei Magenschleimhautentzündungen, Reizdarm, Verstopfung und auch bei Durchfall angewendet.

Wie wichtig unsere Darmgesundheit ist und welchen Einfluss sie auf unser Immunsystem und unser seelisches Wohlbefinden hat, beginnt die Forschung erst nach und nach zu verstehen. Sicher ist: Gesundheit beginnt im Darm – und Leinsamen können dabei unterstützen. Manche vergleichen Leinsaat deshalb sogar mit dem weit teureren Superfood Chia! Die Samen sollten idealerweise geschrotet sein, damit die Inhaltsstoffe ihre Wirkung entfalten können und das wertvolle Öl freigesetzt wird.

Rezepte mit Leinöl: So integrieren Sie das flüssige Gold in den Speiseplan

Frisches Leinöl leuchtet goldgelb und wird deswegen oft auch als flüssiges Gold bezeichnet. Es schmeckt leicht nussig bis grasig. Das ist durchaus Geschmacksache, gibt dem Klassiker Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl aber sein besonderes Aroma. Auch sehr beliebt: Quark mit Leinöl (und eventuell Müsli und/oder frischen Früchten) zum Frühstück oder Quark-Leinöl-Creme mit Walnüssen. Einige schwören auch auf ein Löffelchen pures Leinöl gleich nach dem Aufstehen auf nüchternen Magen.

Auch gesund für die Haare: Selbst Haargel aus Leinsamen herstellen

Sogar für die Schönheit Ihrer Haare sorgen Leinöl und Leinsamen – und das nicht nur von innen. Ein echter Geheimtipp vor allem unter Lockenköpfen ist Leinsamengel, das Sie sich ganz leicht selbst zuhause machen können. Denn die enthaltenen Schleimstoffe tun nicht nur der Verdauung gut. Alles, was Sie benötigen:

  • etwa 30 g Leinsamen (ganze Samen)
  • 250 ml Wasser
  • 1 Kochtopf (nicht zu klein, die Leinsamen schäumen beim Kochen)
  • Kochlöffel
  • feines Sieb
  • sauberen Behälter (am besten ausgekocht und trocken)

Geben Sie einfach die Leinsamen ins Wasser und kochen Sie alles auf. Dann lassen Sie das Ganze auf niedriger Hitze unter kontinuierlichem Rühren etwa 4 Minuten köcheln, bis sich eine gelartige Masse gebildet hat. Wer möchte, kann beim Köcheln auch noch ein bis zwei Tropfen ätherisches Öl hinzugeben oder noch einen Teelöffel Aloe Vera, Jojoba-Öl, Avocado-Öl, Argan-Öl oder Sheabutter beifügen. Das macht das Gel noch nährender für die Haare. Es spendet aber auch allein schon jede Menge Feuchtigkeit! Beim Köcheln lassen aufpassen, dass die Masse nicht zu fest wird. Keine Angst vor dem leicht fischigen Geruch, der ist im Gel nicht mehr zu erschnuppern. Ist die Konsistenz genehm, alles schnell durch das Sieb in einen sauberen Behälter gießen. Verschließen und kalt werden lassen.

Tipp: Wer kein Sieb hat, kann sich auch mit einem dünnen Nylonstrumpf behelfen – aber Vorsicht, hier muss das Gel heiß durchgegossen werden und darf noch nicht zu fest sein. Am besten mit hitzebeständigen Handschuhen oder einem Kochlöffel ausdrücken – und keine Angst vor Schweinerei haben!

Wer sauber arbeitet, kann das Gel etwa ein bis zwei Wochen im Kühlschrank aufbewahren. Wenn es säuerlich riecht, ist es aber Zeit für frisches Gel. Die Leinsamen lassen sich ein paar Tage im Kühlschrank aufbewahren und entweder nochmal für Gel aufkochen oder übers Müsli geben.

Angewendet wird es im nassen Haar: Einfach ein bis zwei walnussgroße Portionen im Haar verteilen – Vorsicht, glitschig! – und dann wie gewohnt trocknen lassen. Nicht erschrecken, es bildet sich ein die Strähnen umschließender Gelfilm, auch "Cast" genannt, der sich aus dem trockenen Haar mit einem Microfaser-Handtuch oder einem Baumwollshirt auskneten lässt. Perfekt für die Pflege von Locken! Aber auch glattes Haar profitiert, denn das Leinsamengel spendet viel Feuchtigkeit sowie Vitamine und Omega-Fettsäuren.

Leinöl selbst tut den Haaren ebenfalls gut: Einfach ein wenig davon am Abend vor der Wäsche in die Längen einmassieren und am nächsten Tag wie gewohnt waschen, oder morgens beim Frisieren ein paar Tropfen in die Spitzen geben.

Tipps zur Lagerung von Leinöl

Durch zu lange oder falsche Lagerung wird Leinöl jedoch bitter und ranzig. An der Luft oxidiert es recht schnell. Das kann unter Umständen sogar gesundheitsschädlich sein. Das Gleiche gilt für die geschroteten Samen. Am besten wird es an einem kühlen und dunklen Ort aufbewahrt und vor allem rasch verbraucht. Das sollte jetzt, wo Sie um die heilende Wirkung des Leinöls wissen, kein Problem mehr sein!

Weitere Verfahren der Naturheilkunde sowie wirksame Naturheilmittel und Hausmittel finden Sie auf unserer Themenseite.

Hier lesen Sie außerdem die Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit in Bezug auf Leinöl und Cholesterin.

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