06.06.2017

Zahnschmerzen Karies behandeln – sanft und ohne bohren

Durch gründliches Zähneputzen bleiben die Zähne gesund. Wer sie allerdings nicht richtig pflegt, kann Karies oder Parodontitis bekommen.

Foto: ©iStock/velvelvel

Durch gründliches Zähneputzen bleiben die Zähne gesund. Wer sie allerdings nicht richtig pflegt, kann Karies oder Parodontitis bekommen.

Neue Methoden lassen Karies schmerzfrei verschwinden: etwa mit Laser weg schmelzen oder mit Kunststoff ersticken. Was Sie darüber wissen sollten.

Bereits das hohe, pfeifende Geräusch des Bohrers weckt bei den meisten von uns unschöne Erinnerungen. Denn auch wenn die modernen Bohrer beim Zahnarzt ultraschnell und fast schmerzfrei arbeiten, so wird diese Kariesbehandlung immer als unangenehm empfunden.

Doch weil so viele Menschen Karies haben – übrigens auch wieder immer mehr Kinder – werden neue Behandlungsformen entwickelt, die möglichst schmerzfrei sind und ohne bohren funktionieren. Besonders interessant und vielversprechend sind:

  • Infiltration mit Kunststoff (Icon-Methode) – dabei füllt der Zahnarzt das Kariesloch von außen mit Kunststoff auf, ohne zu bohren. Karies sowie Kariesbakterien werden auf diese Weise eingeschweißt und damit unschädlich gemacht.

  • Laser – der gebündelte Lichtstrahl kann nicht nur oberflächliche Kariesschäden schmerzarm entfernen, sondern vor allem bei Wurzelbehandlungen die Wurzelkanäle sterilisieren. Sie müssen also nicht mehr aufgebohrt werden, wie das früher oft nötig war. Auch bei der Behandlung von Parodontitis eignet sich der Laser, etwa um die Zahnfleischtaschen zu reinigen.

  • Fluorid-Gel – ist Karies noch nicht fortgeschritten und hat sich erst ein brauner Fleck auf dem Zahn gebildet, reicht es oft, wenn der Arzt einen speziellen Lack aufträgt. Dabei löst sich der Fleck auf, die Kariesbakterien verschwinden. Danach ist es sinnvoll, einmal pro Woche nach Anweisung des Zahnarztes Fluorid-Gel zu benutzen und falls nötig Mundwasser, das die Kariesbakterien in Schach hält. Auf diese Weise lässt sich Karies sozusagen heilen, denn der Zahnschmelz wird wieder härter und damit unempfindlich gegen den Angriff der Bakterien.

Ohne Bohren – Löcher schließen sich von selbst

Ganz neu ist der Ansatz, Kariesschäden im Zahn durch Stammzellen zu heilen. Klingt verrückt, ist aber britischen Forschern bereits gelungen. Sie behandelten Karieslöcher mit einer Substanz, die Stammzellen im Zahnbein dazu anregt, wieder mehr gesunde Zahnsubstanz zu bilden. Dadurch „verheilten“ die Löcher sozusagen und schlossen sich wieder.

Bohren ist immer noch Alltag in der Zahnarztpraxis

Bis diese Technik jedoch ausgereift ist und Einzug in die Zahnarztpraxen halten kann, ist für viele immer noch Bohren und danach Füllen des Lochs mit

  • Keramik

  • Kunststoffen

  • Metalllegierungen (wie Gold) oder

  • Amalgam

angesagt. Mehr als 50 Millionen Füllungen pro Jahr werden dabei über die Krankenkassen abgerechnet.

Wie Karies entsteht – und wie Sie das verhindern

Viele dieser Fälle wären nicht nötig, wenn die Risikofaktoren für Karies vermieden würden: Das ist bekanntlich Zucker. Zucker ist Futter für Kariesbakterien. Sie verstoffwechseln Zuckermoleküle in Säure, die den Zahnschmelz aufweicht. Bakterien siedeln sich in den Löchern an, Karies entsteht und die Auflösung des Zahns setzt sich damit fort.

Wichtigste Maßnahme, um Karies nicht zu bekommen: Verzichten Sie weitgehend auf Zucker, beachten Sie auch Fruchtzucker, etwa in Getränken. Sie müssen deshalb nicht auf Obst und Säfte verzichten, sollten sie jedoch nicht über den Tag verteilt ständig zwischendurch zu sich nehmen, sondern lieber nur zwei- bis dreimal pro Tag. Danach nicht direkt die Zähne putzen, sondern besser eine halbe Stunde warten oder einen Zahnreinigungs-Kaugummi benutzen.

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