20.04.2017 - 17:44

Gesund schlafen Die richtige Schlafposition bei Rückenschmerzen und Co.

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Redaktion

Nichts ist wichtiger als ausreichender und erholsamer Schlaf.

Foto: iStock/Flamingo_Photography

Nichts ist wichtiger als ausreichender und erholsamer Schlaf.

Welche Schlafposition ist geeignet bei Rückenschmerzen, Zähneknirschen, Asthma oder einer Herzkrankheit? Zwei Ärzte erklären es genau.

Von wegen süße Träume: Immer mehr Menschen in Deutschland schlafen schlecht: Laut dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport haben 80 Prozent der Berufstätigen Schlafstörungen, das sind gut 34 Millionen Menschen.

Nicht immer muss Dauerstress, mangelnde Entspannung oder Smartphone-Tippen im Bett daran schuld daran sein. „Auch unsere Schlafposition hat immensen Einfluss auf unseren Körper und damit auf unsere Gesundheit“, sagt Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde aus München und Präsident der Wirbelsäulenliga.

Denn je nachdem, in welcher Lage man die Nacht im Bett verbringt, kann das nachweislich bestimmte Beschwerden auslösen oder bestehende verschlimmern.

>> Welche Spätfolgen kann Schlafentzug für uns haben?

Embryostellung: Entlastung bei Rückenproblemen

„Die Embroystellung ist eine Komfortlage für Menschen, die Rückenprobleme haben. In dieser Position können sie optimal die Wirbelgelenke entlasten“, sagt Dr. Schneiderhan. Durch die Entspannungslage wird auch die Durchblutung in dieser Region gefördert.

Vollkommen Einkugeln sollte man sich jedoch nicht: „Wenn die Halswirbelsäule in der Stellung zu stark gebeugt wird, können Verspannungen im Kopf- und Nackenbereich die Folge sein. Dadurch können Kopfschmerzen entstehen“, sagt Dr. Hellmich.

Tipp: Ein Kissen, das die Lücke zwischen Kopf und Schultern perfekt füllt, verhindert Kopfschmerzen.

>> Spannungskopfschmerzen: Was tun?

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Rückenlage: Gut für Gesunde, schlecht für Schnarcher

Die Rückenlage gilt unter Medizinern als die anatomisch gesündeste Position. „Wer so schläft, belässt die Wirbelsäule in ihrer natürlichen Haltung. Zudem verteilt sich das Körpergewicht gleichmäßig und verhindert so den Druck auf ein bestimmtes Körperteil und damit auch Gelenkbeschwerden und Muskelprobleme“, sagt Dr. Maya Hellmich.

Sich so auf die Matratze legen sollten aber nur Gesunde: „Bei Menschen, die Einengungen im Bereich der Lendenwirbelsäule haben, können in dieser Lage Rückenschmerzen und ins Bein ziehende Schmerzen entstehen“, erklärt Dr. Schneiderhan.

>> Ischias: Wenn Rückenschmerzen bis in den Fuß schießen

Weil Rückenschläfer Studien zufolge ein höheres Risiko für eine geringere Sauerstoffsättigung im Blut haben, sollten sich auch alle mit Asthma und Herzkrankheiten nachts anders hindrehen. Und bei Schnarchern kann die Zunge unbemerkt in den Rachen fallen und die Atemwege verengen - dann drohen gefährliche Atemaussetzer.

>> So wird die gefährliche Schlafapnoe behandelt

Tipp: Tennisball in die Nachtwäsche einnähen - das verhindert, dass man sich auf den Rücken dreht.

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Diese Stellung ist den Deutschen die liebste: Rund 80 Prozent schlummern einer Umfrage zufolge so ein. Auch von Dr. Reinhard Schneiderhan gibt es grünes Licht: „Becken- und Schulterpartie sinken in der Matratze ein, die Wirbelsäule befindet sich in einer geraden und damit neutralen Position.“

Zudem profitiert das Gehirn: Forscher der US-Universität Stony Brook haben bewiesen, dass in der Seitenlage am besten jene Proteine aus dem Gehirn abtransportiert werden, die bei Alzheimer Gehirnzellen zerstören.

>> Alzheimer-Studie: Natürlich vorbeugen mit Omega-3-Fettsäuren?

Sich links hinzudrehen ist dabei übrigens besser. „Dort zu schlafen hilft wegen der Lage des Magens bei Refluxproblemen - die Säure kann anders als auf der rechten Seite hier nicht so gut in die Speiseröhre zurückfließen“, sagt Dr. Maya Hellmich, Chefärztin der Abteilung Osteologie und Stoffwechselerkrankungen am Immanuel Krankenhaus Berlin. Einer US-Studie zufolge wird auf der linken Seite die Milz stärker entlastet sowie die Pumpfunktion des Herzens und die Tätigkeit des Lymphsystems unterstützt.

Tipp: Um Faltenbildung im Gesicht zu verhindern, ein Seidenkissen verwenden. Es kann den Druck reduzieren.

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Bauchlage: Sorgt für Zähneknirschen

Die Bauchlage ist für Gesunde die schlechteste unter den Schlafpositionen. „Durch den gedrehten Kopf und den durchgedrückten Rücken werden Hals- und Lendenwirbelsäule sowie Gelenke, Muskeln und Nerven in diesen Bereichen übermäßig belastet“, erklärt Dr. Schneiderhan.

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„Weil sie durch den dadurch entstandenen Druck gezwungen sind, ihren Kopf öfter zu drehen, haben Bauchschläfer meist einen sehr unruhigen Schlaf.“ Laut der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde kann die Bauchlage auch Zähneknirschen verstärken, weil die Kiefergelenke in dieser Position einseitig belastet werden.

Tipp: Bauchschläfer sollten ohne Kissen schlafen, damit die Halswirbelsäule nicht überstreckt wird.

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Löffelchen-Position: Wirkt entspannend

Wer nachts Arm in Arm schläft, hat nicht nur eine innige Beziehung zum Partner, sondern kann sich laut Neurobiologen der Universität von Virginia auch über einen positiven Gesundheitseffekt freuen: Körperliche Nähe im Schlaf lindert Stresssymptome.

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Aber Vorsicht: Beim Umarmen steigt das Risiko für Schulterschmerzen. Doch Dr. Hellmich beruhigt: „Wir drehen uns in der Nacht ungefähr 20-Mal, ohne dass wir es merken. Dadurch kann in der Regel nicht zu viel Druck auf einer Stelle entstehen.“

Tipp: Auf getrennten Matratzen schlafen, damit der eine nicht zu weich und der andere zu hart liegt.

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