Aktualisiert: 06.05.2020 - 08:56

Herz außer Takt Herzrhythmusstörungen – Symptome beachten und abklären lassen

Von

Redaktion

Herzrhythmusstörungen: Das sind die Symptome

Herzrhythmusstörungen: Das sind die Symptome

Herzrhythmusstörungen können verschiedene Ursachen haben. Sehen Sie im Video die Symptome und Anzeichen und wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten!

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Herzstolpern ist oft harmlos. Doch Herzrhythmusstörungen können auch gefährlich sein. Auf welche Anzeichen Sie achten sollten.

Normalerweise schlägt unser Herz 60 bis 80-mal pro Minute. Bei Stress und unter körperlicher Belastung kann des wesentlich häufiger sein. Unter Entspannung wie nachts beim Schlafen oder während einer Meditation verlangsamt sich der Puls dagegen.

Er wird ausgelöst durch das Zusammenziehen des Herzmuskels, Taktgeber sind elektrische Impulse, die im sogenannten Sinusknoten erzeugt werden. Der Sinusknoten liegt im rechten, oberen Herzvorhof. Über den AV-Knoten (Atrio-Ventrikular-Knoten) werden die Impulse an den Herzmuskel weitergegeben. Beeinflusst wird der AV-Knoten vom autonomen Nervensystem, welches wir nicht kontrollieren können. Das erklärt, warum das Herz bei Stress oder auch bei Freude schneller schlägt. Bei Herzrhythmusstörungen läuft dieses System immer mal aus dem Ruder.

Drei Anzeichen für Herzrhythmusstörungen

Aber kurz zurück: Das gesunde Herz schlägt also nicht 24 Stunden am Tag im gleichen Takt, sondern manchmal schneller und manchmal langsamer. Der Herzrhythmus wird dabei beeinflusst von körperlicher Belastung, aber auch die Psyche spielt eine Rolle. Leichte Unregelmäßigkeiten sind nicht behandlungsbedürftig. Doch kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen, die vom Arzt abgeklärt werden müssen. Die Anzeichen dafür sind:

  1. Das Herz setzt kurzfristig aus, vergisst sozusagen ein oder zwei Schläge.
  2. Es schlägt ein paar Takte schneller (Herzstolpern).
  3. Das Herz beginnt zu rasen.

Bei jeder dieser Taktveränderungen handelt es sich um eine Herzrhythmusstörung (Arrhythmie). Schlägt das Herz zu schnell, spricht man übrigens von Tachykardie (mehr als 100 Schläge pro Minute), ist es zu langsam, dann von Bradykardie mit weniger als 60 Schlägen in der Minute.

Als weitere Symptome können hinzukommen:

  • Der Herzschlag ist spürbar
  • Das Herz stolpert (häufig bei Extrasystolen, das sind zusätzliche Herzschläge zum normalen Rhythmus)
  • Schwindel und Übelkeit bis hin zu Benommenheit und Ohnmacht
  • Unruhe
  • Angstgefühle

Aber nicht immer spürt ein Patient mit Herzrhythmusstörungen auch etwas davon. Daher sollten sich vor allem ältere Menschen regelmäßig durchchecken lassen.

Die Formen von Herzrhythmusstörungen

Doch wie gefährlich ist das alles? "Früher haben wir viele Herzrhythmusstörungen für bedrohlich gehalten. In den letzten Jahren hat man gelernt, dass dies nicht der Fall ist. Viele Herzrhythmusstörungen müssen überhaupt nicht behandelt werden", sagt Professor Thomas Meinertz, Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Doch ein Durchchecken ist wichtig und schwere Herzrhytmusstörungen sollten nicht einfach so außer Acht gelassen werden, da sie unbehandelt schwere Folgen habn können – etwa Herzinsuffizienz, Schlaganfall oder plötzlichen Herztod.

Wer zuvor einen Herzinfarkt hatte oder unter Bluthochdruck leidet, kann unter Umständen auch unter Vorhofflattern leiden. Dabei beginnt das Herz anfallsartig an zu rasen, manchmal in Kombination mit Schwindel, Brustenge und Luftnot.

Eine schwere Form der Herzrhythmusstörung ist dagegen das Kammerflimmern – wenn der Ursprung der Störung die Herzkammer ist. Dann steigt die Herzfrequenz extrem hoch an, auf über 320 Schläge pro Minute. Das Herz kann so schnell nicht mehr genügend Blut in den Körper pumpen, vielleicht gar nicht mehr. Daraus resultiert Ohnmacht bis hin zum Kreislaufstillstand. Kammerflimmern ist ein medizinischer Notfall!

Medikamente gegen Arrhythmien

Oft handelt es sich sozusagen um "Fehlzündungen" eines gesunden Herzens. Manchmal kommen die Herzrhythmusstörungen aber auch "durch eine Erkrankung der elektrischen Impulsgeber", sagt der Experte. Es kann sich um Vorhofflimmern, der häufigsten Form einer Herzrhythmusstörung handeln. Die Arrhythmien können außerdem "Folge einer Herz-Kreislauf-Erkrankung wie der Koronaren Herzkrankheit oder einer anderen Erkrankung wie einer Schilddrüsenüberfunktion sein", führt der Professor weiter aus.

Deshalb sollten diese Auffälligkeiten von einem Arzt abgeklärt werden. Ansprechpartner dabei ist der Hausarzt, der gegebenenfalls zum Kardiologen überweisen wird. Ist eine Krankheit die Ursache der Arrhythmien, muss diese behandelt werden. Außerdem gibt es verschiedene Medikamente, die das Herz wieder in Takt bringen, dazu zählen:

  • Betablocker (Betarezeptoren-Blocker)
  • Natriumkanal-Blocker
  • Kaliumkanal-Blocker
  • Kalzium-Antagonisten

Alkohol und andere Ursachen für Herzrhythmusstörungen

Weitere Ursachen für Herzrhythmusstörungen: Alkohol, Koffein, Magnesiummangel und Kaliummangel. Auch dauerhafter Stress kann das Herz aus dem Takt bringen. In diesen Fällen lässt sich die Ursache einfach beseitigen: auf eine gesunde Lebensweise achten und sich ausreichend mit Mineralstoffen versorgen. Außerdem können Sie es auch einmal mit Meditation versuchen.

Mehr Infos gibt es bei der Deutschen Herzstiftung.

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