11.09.2019

Studie belegt So viel kostet die Periode im Laufe eines Lebens

Laut einer Studie aus Großbritannien gibt jede Frau rund 21.400 Euro im Laufe ihres Lebens für die Periode aus.

Foto: iStock/zoranm

Laut einer Studie aus Großbritannien gibt jede Frau rund 21.400 Euro im Laufe ihres Lebens für die Periode aus.

Mehr als 20.000 Euro gibt jede Frau im Laufe ihres Lebens für die Periode aus. Eine britische Studie zeigt, wie die enorme Summe zustande kommt.

Die Periode ist nicht nur lästig, sie ist auch ganz schön teuer. Studien in Großbritannien haben ausgerechnet wie viel Geld eine Frau im Laufe des Lebens für die Periode ausgibt. Das Ergebnis ist recht deckungsgleich – und sehr überraschend.

So hoch sind die Kosten für die Periode – im Leben

Bei der Studie gingen die Forscher davon aus, dass eine Frau ihre Regelblutung das erste Mal mit 13 Jahren bekommt und sie bis 51 Jahre haben wird – das sind 38 Jahre mit 456 Perioden. Im Durchschnitt dauert die Regel drei bis sieben Tage, das macht zusammen 2.280 Tage oder 6,25 Jahre Periode. Und in dieser Zeit verbraucht eine Frau unzählige Binden, Tampons, Schmerzmittel und Co.

Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass eine Frau im Laufe ihres Lebens 18.450 englische Pfund, das sind aktuell etwa 20.700 Euro, für ihre Periode ausgibt.

Mit eingerechnet haben die Forscher übrigens auch den Schokoladen-Konsum vor, während und nach den Tagen. Denn die Nascherei hilft vielen Frauen, die unangenehmen Tage erträglicher zu machen.

Das sagt die Farbe der Periode über die Gesundheit aus

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So setzt sich die Summe konkret zusammen:

Insgesamt wurden 2134 Frauen befragt. Sie sollten angeben, wofür sie vor, während und nach der Periode Geld ausgeben. Die Ergebnisse wurden in der "Huffington Post" veröffentlicht und so sehen sie aus:

  • 13 Pfund für Hygieneartikel (Tampons, Binden…) – 14,50 Euro
  • 8 Pfund für Unterwäsche – 9 Euro
  • 4,50 Pfund für Schmerzmittel – 5 Euro
  • 8,50 Pfund für Schokolade, Süßigkeiten und Chips – 9,50 Euro
  • 7 Pfund für Anderes (Magazine, Toilettenartikel, DVDs…) – 7, 85 Euro

Insgesamt sind das pro Jahr 492 Pfund beziehungsweise ungerechnet etwa 552 Euro. Aufs Leben hochgerechnet kommt so die stattliche Summe von mehr als 20.000 Euro zusammen.

Tampon oder Binde – oder gar Menstruationstasse?

31 Prozent der befragten Frauen nutzen während ihrer Monatsblutung ausschließlich Damenbinden und 24 Prozent ausschließlich Tampons. Die Mehrheit, nämlich 39 Prozent, gab an, dass sie beide Produkte während ihrer Periode nutzen. Die restlichen sechs Prozent verwenden eine Menstruationstasse. Denn auch, wenn die immer beliebter werden, traut sich noch nicht jede Frau ran oder nutzt weiterhin Wegwerfprodukte als Unterstützung, etwa für stärkere Tage.

77 Prozent gaben an, dass ihre Periode normalerweise mindestens fünf Tage anhält. Und fast alle Frauen (insgesamt 91 Prozent) bestätigten, dass sie während der Menstruation regelmäßig auf Schmerztabletten zurückgreifen müssen.

Das sagt die Farbe der Periode über die Gesundheit aus.

Die Teilnehmerinnen wurden außerdem gefragt, wie sie zu den Kosten stehen: Jede stimmte zu, dass Damenhygieneprodukte weniger kosten sollten. Die "Tamponsteuer" sollte ihrer Meinung nach abgeschafft werden. Diese Steuer gibt es auch in Deutschland – gemeint ist die Mehrwertsteuer. In Deutschland gelten Tampons, Binden und Co nämlich als "Luxusartikel" und dürfen so mit dem Höchstsatz von 19 Prozent versteuert werden. Unter diesen Höchstsatz fallen – zum Vergleich – auch Austern oder Wein.

Klar, Menstruationstassen oder auch Menstruationsunterwäsche sind nachhaltiger und auf Dauer günstiger. Doch, wie gesagt, nicht jede Frau kann diese problemlos nutzen. Billiger ist es übrigens, Tampons in Büchern kaufen. Dabei handelt es sich um eine Protestaktion gegen die hohe Mehrwertssteuer, die auf Damenhygieneprodukten liegt.

Man fragt sich, warum die Steuer so hoch ausfällt, sind wir doch sowieso als Frauen schon gestraft mit monatlichen Schmerzen und Unwohlsein ob der Massen an Blut, die sich aus unserem Körper herausquälen und uns dank Hormonkirmes und auch beim sogenannten PMS, dem prämenstruellen Syndrom, oft mehrere Tage mit unterschiedlichsten Beschwerden begleiten. Auch die Diskussion um einen Menstruationsurlaub für schlimme Tage zeigt, wie wenig Verständnis für das monatliche Problem da ist. Viele Frauen schämen sich daher noch für ihre Monatsblutung. Dabei leben wir schon seit Anbeginn der Zeiten damit.

Länder wie Indien, Kanada und Australien gehen in Sachen Steuer jedenfalls bereits mit gutem Beispiel voran und haben die Besteuerung heruntergeschraubt. Man darf gespannt sein, wann auch uns der "Luxus Menstruation" nicht mehr so viel wie ein Kleinwagen kostet.

Mehr lesen Sie auch auf unserer Themenseite zum Thema Vagina.

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