Aktualisiert: 08.03.2021 - 10:24

Menstruation Das verrät die Farbe der Periode über Ihre Gesundheit

Die Farbe des Menstruationsblutes sagt viel über die Gesundheit aus. Besonders bei Abweichungen und Auffälligkeiten lohnt sich ein genauerer Blick – und eventuell der Gang zum Arzt.

Foto: Getty Images/ Ablozhka

Die Farbe des Menstruationsblutes sagt viel über die Gesundheit aus. Besonders bei Abweichungen und Auffälligkeiten lohnt sich ein genauerer Blick – und eventuell der Gang zum Arzt.

Die meisten Frauen empfinden ihre Periode als lästig. Dabei kann die Monatsblutung sehr viel über die eigene Gesundheit verraten...

Auf diese Tage freuen sich die wenigsten Frauen: Während der Periode leiden viele unter Bauchkrämpfen, Stimmungsschwankungen oder Pickeln, Verdauungsstörungen, Heißhungerattacken und dem Gefühl, aufgequollen zu sein. Außerdem nervt es einfach, ständig Tampons oder Binden wechseln oder die Menstruationstasse leeren zu müssen. Und so richtig sicher fühlt man sich ohnehin nie: Sieht man vielleicht etwas? Doch es lohnt sich, die Monatsblutung genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Ausprägung und die Art der Periode sagt viel über den eigenen Gesundheitszustand aus. Am besten ablesen können Sie dies an der Farbe des Menstruationsblutes.

Das verrät die Farbe des Menstruationsblutes

Das Blut der Periode kann ganz grob in drei Rot-Nuancen unterteilt werden: Mittelrot, Dunkelrot und Hellrot. Damit Frauen ihre Monatsblutung leichter in die drei Kategorien einordnen können, hat die amerikanische Ernährungs- und Gesundheitsexpertin Alisa Vitti auf der Website "maylifestyle.com" etwa einen Vergleich mit Lebensmitteln (Cranberry-Saft, Erdbeermarmelade, gefrorene Blaubeeren) gezogen.

Mittelrote Farbe

Keine Sorgen müssen sich Frauen machen, deren Blut eine satte, mittelrote Farbe hat. Das ist ein Zeichen dafür, dass alles in Ordnung ist. Vitti vergleicht diesen Rotton optisch mit Cranberry-Saft. Im Normalfall ist auch die Konsistenz dabei nicht zu dickflüssig, aber auch nicht allzu dünnflüssig. Dass sich kleinere Schleimbröckchen mitlösen, ist normal.

Dunkelrote Farbe

Eine dunkelrote Färbung und Dickflüssigkeit sind dagegen Anzeichen für einen hohen Östrogenspiegel. Durch den Hormonüberschuss baut sich eine dicke Schleimhautschicht in der Gebärmutter auf, die während der Periode umso heftiger abgestoßen werden muss.

Dies tritt häufig in der Zeitspanne vor den Wechseljahren auf. Ist man dafür zu jung, sollte eine Blutuntersuchung beim Arzt durchgeführt werden. Die dunkelrote Färbung kann auch auf ein Myom, einen gutartigen Tumor, hinweisen. Vitti vergleicht diesen Farbton übrigens mit gefrorenen Blaubeeren.

Helles Rot

Eine hellrosa Blutung, die sehr dünnflüssig ist, kann wiederum ein Anzeichen für einen niedrigen Östrogenwert sein. Das kann verschiedene Ursachen haben, etwa eine Extrem-Diät, ein ungesunder Lebenswandel mit wenig Schlaf, viel Alkohol und/oder Drogen. Im schlimmsten Fall kann eine hellrosa Blutung sogar auf eine Krebs-Erkrankung hindeuten. Wenn die Periode über mehrere Zyklen hellrosa ist, sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt kontaktieren, um die Ursache abklären zu lassen. Laut Vitti sieht eine hellrosa Blutung optisch wie Erdbeermarmelade aus.

Die Farbe ändert sich im Laufe der Periode

Während der Periode ändert sich die Farbe des Blutes – und das ist in den meisten Fällen auch ganz normal. Zu Beginn kann das Blut eine bräunliche Färbung haben, manchmal auch kurzzeitig ins Schwarze gehen. Dies sind meist Blutrückstände der vorangegangenen Periode. Der Grund für die bräunliche Färbung ist die Oxidation. Das Blut fließt nicht mehr so schnell – es bilden sich Klümpchen. Auch am Ende der Periode erscheint das Blut deshalb meist bräunlicher.

Nach dem Aufstehen kann das Blut ebenfalls dunkler sein, weil es während der Nacht weniger schnell fließt.

Oranges oder graues Blut? Ab zum Arzt!

Generell sollte die Blutung immer eine rötliche bis bräunliche Färbung haben. Wenn das Blut eher orange oder grau ist, sollten die Ursachen unbedingt zeitnah von einem Arzt abgeklärt werden. Denn es könnte eine Infektion vorliegen. Auch wenn während der Periode andere Symptome, wie beispielsweise sonst selten auftretende Unterleibsschmerzen oder ein ungewöhnliches Brennen bzw. Jucken auftreten, sollten Sie einen Experten zu Rate ziehen.

Eine besonders starke Blutung kann ebenfalls ein Hinweis für eine der folgenden Erkrankungen sein: Myome (die meist gutartig sind), Polypen, Krebs oder Endometriose. Die genaue Ursache sollte auch bei diesen Beschwerden von einem Arzt abgeklärt werden. Gerade die Endometriose zeigt sich durch Symptome, die nicht direkt an die Erkrankung denken lassen. Daher ist sie auch noch immer viel zu unbekannt, obwohl so viele Frauen darunter leiden.

Neben der Blutung können natürlich noch andere Symtome während des Zyklus auftreten. Viele Frauen leiden nach der Zyklusmitte unter dem Prämenstruellen Syndrom (PMS). Die Beschwerden sind normalerweise ungefährlich – aber häufig sehr unangenehm. Ob und wie viel man während der Periode tatsächlich zunimmt, erfahren Sie hier.

Frauengesundheit
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Zykluslänge spielt auch eine Rolle

Neben der Farbe des Periodenblutes spielt auch die Zykluslänge eine Rolle. Als normal wird alles zwischen 21 und 35 Tagen angesehen.

Kommt die Periode im Abstand von weniger als 21 Tagen , kann das auf zu viel Stress, einen zu frühen Eisprung oder das Gelbkörperhormon Progesteron hindeuten, das nicht ausreichend produziert wird. Dauert der Zyklus länger als 35 Tage, spricht das eventuell dafür, dass kein Eisprung stattfindet oder dass ständig zu wenig Nahrung aufgenommen wird.

Starke Veränderungen bei der Zykluslänge deuten auf Hormonschwankungen hin. Dies ist hin und wieder ganz normal und dauert meist einige Monate, bis der Zyklus wieder den ursprünglichen Rhythmus gefunden hat. Auslöser können Alkohol, Stress oder Diäten sein. Auch der Beginn der Wechseljahre kann ein Zeichen für die Schwankungen sein. Treten die Veränderungen über einen längeren Zeitraum auf, sollten Sie aber auch hier Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen.

Übrigens: Auch das Alter bei der ersten Periode beeinflusst die Gesundheit. Und wussten Sie eigentlich, dass jede Frau mehr als 20.000 Euro im Laufe ihres Lebens für die Periode ausgibt? Das ist das Ergebnis einer britischen Studie. Eine Möglichkeit, um Geld zu sparen, sind zum Beispiel Menstruationstassen. Lesen Sie hier unser Experten-Interview dazu. Eine Menstruationstasse wird ähnlich wie ein Diaphragma in die Vagina eingeführt und fängt dort wie ein Tampon das Blut auf. Anders als ein Tampon kann sie aber immer wieder verwendet werden und spart so neben Kosten auch eine Menge Abfall. Der weitere Vorteil: Neben der Farbe Ihres Menstruationsblutes können Sie auch bessere Aussagen über dessen Konsistenz treffen.

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