11.12.2016

VITAMINVERSORGUNG Darum ist Folsäure auch für Nicht-Schwangere wichtig!

Über die Ernährung kann zwar Folsäure aufgenommen werden, jedoch nicht ausreichend.

Foto: iStock/gpointstudio

Über die Ernährung kann zwar Folsäure aufgenommen werden, jedoch nicht ausreichend.

Folsäuremangel in der Schwangerschaft kann beim Baby zu Missbildungen führen. Doch auch für Nicht-Schwangere ist Folsäure äußert wichtig.

Wer sich mit dem Thema Kinderwunsch auseinandersetzt, weiß: ab jetzt ist das Thema Folsäure wichtig. Um Missbildungen beim Kind zu vermeiden, sollen Frauen mit Kinderwunsch bereits vor Eintreten einer Schwangerschaft Folsäure einnehmen, damit die ausreichende Versorgung des Kindes bei Eintreten einer Schwangerschaft gewährleistet ist. Doch das Vitamin B9 ist nicht nur für Schwangere wichtig! Jeder Mensch sollte ausreichend Folsäure – egal ob in Tablettenform oder über die Nahrung – zu sich nehmen. Die Folgen sind andernfalls deutlich spürbar.

Folsäure sorgt im menschlichen Körper für den Aufbau von Erbsubstanzen, die es in jeder Zelle gibt. Folsäure oder auch Vitamin B9 ist für die Zellteilung also enorm wichtig. Zusammen mit Vitamin B12 sorgt Folat zudem dafür, dass rote Blutkörperchen im Knochenmark ausreifen.

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Laut Expertenangaben könnten in Deutschland jährlich 15.000 Todesfälle in Folge von Herz- und Kreislauferkrankungen vermieden werden, wenn die Aufnahme von Folsäure ausreichend wäre. Denn: Neben den bekannteren Risikofaktoren Cholesterin, Rauchen und Bluthochdruck gilt auch ein erhöhter Homocysteinwert (Homosystein ist eine Aminosäure, die bei zu hoher Konzentration die Blutgefäße schädigen kann) als Ursache vieler Herz-Kreislauf-Leiden. Dieser lässt sich durch mehr Folsäure in der täglichen Ernährung jedoch sehr einfach senken und vermeiden.

Symptome von Folsäure-Mangel

Ein Mangel an Folsäure zieht vor allem Zellen, die sich schnell teilen und damit erneuern müssen in Mitleidenschaft. Im Fall eines Mangels entstehen Schleimhautveränderungen im Mund und auch im Magen-Darm-Trakt, wo sie Durchfall hervorrufen können. Außerdem verringert sich durch eine Unterversorgung mit Folsäure die Zahl der roten und weißen Blutkörperchen sowie der Blutplättchen. Blässe, körperliche

Leistungsschwäche, Vergesslichkeit, Schlafstörungen und Depressionen sind ebenfalls deutliche Signale eines Folsäure-Mangels.

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Wie viel Folsäure braucht der Körper?

Prinzipiell ist es bei Vitaminen immer besser, sie aus der Nahrung zu beziehen. Im Fall von Folsäure ist das jedoch anders, denn: Wer seinen Folsäure-Bedarf über die Nahrung deckt, muss doppelt so viel Nahrungsfolat (Folsäure in der Nahrung) essen, als wenn er Folsäure in Form von Vitamintabletten zu sich nähme. Da das selten jemand schafft, entsteht schnell ein chronischer Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt die Tagesangaben für Folsäure daher auch in Folsäure-Äquivalenten an. Ein Gramm Folsäure-Äquivalent entspricht einem Gramm Nahrungsfolsäure oder einem halben Gramm synthetischer Folsäure aus Vitamin-Präparaten.

Die empfohlene Tagesmenge für Erwachsene aller Altersstufen beträgt 300 Mikrogramm Folsäureäquivalent. Diese Folsäuremenge lässt sich also durch 300 Mikrogramm Nahrungsfolat oder 150 Mikrogramm synthetische Folsäure aus Vitamin-Präparaten decken.

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Schwangere und stillende Frauen sollten laut DGE, täglich 550 beziehungsweise 450 Mikrogramm Folat zu sich zu nehmen. Frauen mit Kinderwunsch wird geraten, zusätzlich zur Nahrung 400 Milligramm Folatäquivalente zu schlucken. Kinder sollten zwischen 120 (bis vier Jahre) und 300 Mikrogramm (ab 13) über die Nahrung bekommen.

Welche Lebensmittel enthalten Folsäure?

Wer sich neben der täglichen Einnahme von Foläure-Präparaten auch noch über die Nahrung ausreichend mit Folsäure versorgen will sollte vor allem auf Spinat, Grünkohl, Brokkoli, Porree (Lauch), Rosenkohl, Blumenkohl, rote Paprika, Erbsen, Kichererbsen (generell Hülsenfrüchte), Erdnüsse, Haferflocken oder Quinoa zurückgreifen. Sie enthalten besonders viel Folsäure pro 100 Gramm. Aber auch Obst wie Kirschen, Erdbeeren oder Weintrauben füllen den Bedarf auf.

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