08.12.2016

Burnout Warum Frauen so oft zusammenbrechen

Wenn einem der Alltag als Hausfrau und Mutter zu viel wird, dann spricht man von einem Hausfrauen-Burnout.

Foto: iStock/Viktor_Gladkov

Wenn einem der Alltag als Hausfrau und Mutter zu viel wird, dann spricht man von einem Hausfrauen-Burnout.

Nur wer einen stressigen Job hat, kann ein Burnout bekommen? Falsch! Auch Hausfrauen können betroffen sein.

Wer stets müde und erschöpft ist, wem alles zu viel wird und wer scheinbar an nichts mehr Freude hat, sondern am liebsten gar nicht mehr aus dem Bett kommen will, leidet unter einem Burnout Syndrom. Vor allem beruflicher Stress und Sorgen fressen viele Arbeitnehmer auf, weshalb Burnout längst zur Volkskrankheit avanciert ist, wenngleich es als Krankheit offiziell noch nicht anerkannt ist. Wer jetzt jedoch glaubt, dass Burnout nur Berufstätige betrifft, irrt. Auch Hausfrauen und Mütter leiden immer mehr unter dem sogenannten Hausfrauen-Burnout.

Der Grund liegt nahe, denn nicht nur auf der Arbeit hat man Stress und Verpflichtungen, auch zu Hause warten jede Menge Aufgaben, die einem manchmal über den Kopf wachsen können. Vor allem, wenn man als Frau allein verantwortlich ist. Egal durch welche Art von Arbeit: wer sich langfristig über sein Limit auspowert, wird irgendwann von seinem eigenen Körper ausgebremst – bis plötzlich gar nichts mehr geht.

Es kann jeden treffen

Ursprünglich galt Burnout als eine Problematik von helfenden Berufen. „Ausbrennen“ konnten demnach zum Beispiel nur Krankenschwestern oder Lehrer, die sich im Bemühen um das Wohl ihrer Mitmenschen verausgaben. Später wurde Burnout auch gern als „Managerkrankheit“ bezeichnet. Mittlerweile ist aber bekannt, dass selbst Arbeitslose und Rentner an Burnout erkranken können. Und eben auch Frauen, die sich rund um die Uhr um Haushalt und Familie kümmern.

Das Gefühl, ganz allein für das Wohlergehen all ihrer Lieben verantwortlich zu sein, oft gepaart mit mangelnder Wertschätzung, lässt viele Frauen innerlich verzweifeln. Wenn dann über das Essen gemeckert wird, wenn es einmal nicht schmeckt, anstatt es auch mal zu loben, wenn es denn schmeckt, steigt der Frust und die Belastbarkeit sinkt.

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Tipps gegen das Hausfrauen-Burnout Syndrom

Wer sich immer nur um das Wohl anderer kümmert, vergisst, auf sich selbst zu achten. Betroffene müssen erst wieder in austesten, was ihnen gut tut und sich Zeit für sich selbst nehmen. Ausgiebige Spaziergänge, ein Kino-Besuch oder ein Kaffeeklatsch mit Freundinnen können helfen und für erste Ablenkung sorgen. Körperlich lässt sich Stress am besten mit Sport abbauen.

Ein ganz wichtiger Punkt ist die Kommunikation: Betroffene Hausfrauen sollten als erstes mit ihrer Familie sprechen und deutlich machen, wie überfordert sie sind – und wie ernst die Lage ist! Keine falsche Scham, es ist Ihr gutes Recht, Aufgaben abzugeben und sich Freiräume zu schaffen.

In letzter Instanz kann auch eine Therapie oder ein Besuch bei einem Psychologen helfen. Wichtig ist nur, dass man die kritische Situation erkennt und rechtzeitig handelt.

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