22.11.2016

BRENNEN, JUCKEN, GERÖTET 11 Gründe für trockene Augen und was Sie dagegen tun können

Wer regelmäßig unter trockenen Augen leidet, sollte die Ursache von einem Augenarzt klären lassen.

Foto: iStock/CoffeeAndMilk

Wer regelmäßig unter trockenen Augen leidet, sollte die Ursache von einem Augenarzt klären lassen.

Woran liegt es, wenn die Augen regelmäßig brennen, jucken oder rot sind? Wir erklären die Gründe und was Sie gegen trockene Augen tun können.

Fast jeder kennt das Problem: Trockene Augen. Wenn das Sehorgan austrocknet ist das häufig sehr unangenehm. Das Auge brennt, juckt, ist gerötet oder erzeugt ein ungewohntes Druck- oder Fremdköpergefühl. Das trockene Auge ist eine der häufigsten Augenerkrankungen. Sie entsteht, wenn die Benetzungsfunktion der Augenoberfläche gestört ist.

Das trockene Auge wird in der Medizin Sicca-Syndrom genannt. Es entsteht, wenn die Benetzungsfunktion der Augenoberfläche gestört ist. Es gibt verschiedene Auslöser für trockene Augen. Es kann sein, dass nicht genügend Tränenflüssigkeit produziert wird, dass die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit sich verändert hat oder dass die Lidschlagfrequenz gesunken ist. Ebenso spielen Umweltreize eine wichtige Rolle, da sie für eine erhöhte Verdunstung der Tränenflüssigkeit sorgen können. Bei älteren Menschen treten trockene Augen häufiger auf als bei jüngeren. Außerdem leiden Frauen im Allgemeinen verstärkt an trockenen Augen als Männer.

11 Gründe für trockene Augen

Bildschirmarbeit: Durch das andauernde konzentrierte Starren auf den Monitor wird auch der Lidschlag, der für die Erneuerung des Tränenfilms sorgt, deutlich seltener - die Augenoberfläche trocknet aus. In den USA existiert bereits die Bezeichnung "Office Eye Syndrome" (Büroaugen-Syndrom). Tipp: Legen Sie regelmäßig beim Arbeiten kleine Pausen ein, in denen Sie nicht auf den Bildschirm schauen. Es hilft auch bewusst zu blinzeln, damit die Augenoberfläche feucht bleibt.

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Alter: Mit zunehmendem Alter lässt die Tränenmenge allmählich nach, das Auge trocknet schneller aus. Frauen sind davon stärker betroffen als Männer. Hauptgrund ist die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren. Das weibliche Geschlechtshormon Östrogen kann die Tränenproduktion stören. Eine Hormonersatztherapie erhöht das Risiko für trockene Augen.

Kosmetika: Wenn Kosmetika ins Auge gelangen oder nah am Auge angewendet werden, können diese trockene Augen verursachen. Ein Mascara kann zum Beispiel die Augenoberfläche schädigen und auch bakterielle Infektionen auslösen. Gelangt Parfüm oder Haarspray ins Augen, können die Produkte die Hornhaut schädigen und Reizungen verursachen. Tipp: Achten Sie bei der Wahl Ihrer Kosmetikprodukte auf reizarme Kosmetik.

Erkrankungen: Einige Krankheiten können trockene Augen begünstigen. Dazu gehören die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Erkrankungen der Schilddrüse, chronischer Rheumatismus oder entzündliche Gefäßerkrankungen. Die Bindehaut, die einen Teil des Tränenfilms produziert, ist an wichtigen Immunfunktionen des Körpers beteiligt. Deshalb gehen viele immunologisch bedingte Krankheiten mit trockenen Augen einher.

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Kontaktlinsen: Zu lange Tragezeiten von Kontaktlinsen mit geringer Sauerstoffdurchlässigkeit wirken ebenfalls austrocknend und reizend. Unter der Linse erwärmt sich die Augenoberfläche, wodurch die Tränenflüssigkeit schneller verdunstet. Tipp: Benetzen Sie die Linsen regelmäßig mit entsprechenden Produkten und halten Sie Tragepausen ein. Um bleibende Schäden zu vermeiden, ist ein Besuch beim Augenarzt sinnvoll. Auch eine Umstellung auf andere Kontaktlinsen kann die Beschwerden beseitigen.

Vitamin-A-Mangel: Wenn die Augen brennen und trocken sind, kann ein Vitamin-A-Mangel dahinter stecken. Gründe für die Vitamin-Unterversorgung können eine schlechte Ernährung, eine Leberfunktionsstörung oder eine Störung des Fettstoffwechsels sein.

Bindehautentzündung: Auch eine Bindehautentzündung selbst kann der Auslöser sein. Da sie auch einseitig vorkommt, entsteht so zum Beispiel ein trockenes, rotes Auge, während das zweite Auge gesund ist. Übrigens: Kortikoide, die zum Beispiel in Augentropfen oder –salben gegen Bindehautentzündung enthalten sind, lösen trockene Augen aus.

Hygiene bei Bindehautentzündung

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Klimatisierte oder beheizte Räume: Die trockene Luft einer Klimaanlage oder einer Heizung ist eine Belastung für die Augen, da die Verdunstung des Tränenfilms gesteigert wird. Auch Zugluft, eine hohe Ozonbelastung oder das Gebläse im Auto können die Augen austrocknen.

Zigarettenrauch: Aktives wie passives Rauchen beeinflusst den Flüssigkeitsfilm des Auges und kann sogar dauerhafte Schäden verursachen. Raucher haben häufiger Farbsinnstörungen, extreme Raucher können vom Rauch sogar eine massive Sehminderung bis hin zur Erblindung erleiden.

Medikamente: Bestimmte Medikamente können die Tränenproduktion stören, wenn sie über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Dazu gehören Psychopharmaka, Schlafmittel, Beta-Blocker, Hormone, die Pille oder Medikamente gegen Allergien.

Konservierungsstoffe: Einige der in Augentropfen üblicherweise enthaltenen Konservierungsstoffe können ein trockenes Auge verursachen. Dazu gehört zum Beispiel die Substanz Benzalkoniumchlorid.

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Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?

Trockene Augen können durch verschiedenste Erkrankungen hervorgerufen werden. Deswegen sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen, wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum anhalten. Nehmen Sie die Beschwerden ernst! Bei einer falschen oder gar keiner Behandlung kann es im Extremfall sogar zum Verlust des Sehvermögens kommen. Der Arzt kann mit verschiedenen Untersuchungen die Tränenmenge, Zusammensetzung des Tränenfilms, Hornhautoberfläche, Lidstellung und den Tränenfilm beurteilen und eine Diagnose stelle.

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Wie werden trockene Augen behandelt?

Zur Behandlung von trockenen Augen werden sehr häufig Augentropfen – sogenannte künstliche Tränen – eingesetzt. Sie bilden einen feinen Flüssigkeitsfilm auf der Oberfläche des Auges und lindern dadurch die Beschwerden. Wenn flüssige Tropfen keine zufriedenstellende Wirkung zeigen, können auch Gele eingesetzt werden. Diese haben den Vorteil, dass sie den Tränenfilm dauerhaft stabilisieren.

Was kann ich gegen trockene Augen tun?

Lassen Sie Ihre Augen regelmäßig von einem Facharzt kontrollieren. Trinken Sie ausreichend Wasser, das beugt trockenen Augen vor. Täglich sollten Sie mindestens zwei Liter zu sich nehmen. Außerdem sollten Sie sich gesund und ausgewogen ernähren und auf Alkohol und Nikotin verzichten.

Zudem ist ein gutes Raumklima ist wichtig. Achten Sie auf ausreichend feuchte und frische Luft im Raum. Setzen Sie beispielsweise einen Luftbefeuchter ein und öffnen Sie regelmäßig das Fenster. Sie können auch grüne Pflanzen zur Verbesserung des Mikroklimas aufstellen.

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