10.03.2017

Der Wassertest Leitungs- oder Mineralwasser: Was ist gesünder?

der Redaktion

Leitungswasser ist das am stärksten kontrollierte Lebensmittel.

Foto: iStock/GlobalStock

Leitungswasser ist das am stärksten kontrollierte Lebensmittel.

Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel, Experten beantworten ihre wichtigsten Fragen!

Darf ich Wasser aus dem Hahn trinken?

Leitungswasser wird vorwiegend aus Grundwasser, teils aus Talsperren oder Flüssen gewonnen und von den Wasserwerken nach strengen Auflagen aufbereitet, bevor es durch unsere Leitungen fließt. Es ist das am strengsten kontrollierte Lebensmittel.

Wie sinnvoll sind Filter?

„Aus gesundheitlicher Sicht muss Trinkwasser nicht nachbehandelt werden“, sagt Martin Weyand vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Dennoch greifen viele zu Wasserfiltern. Neben Tischfiltern gibt es Filter, die direkt zwischen Rohr und Wasserhahn geschaltet werden. Nachteil: Die Filter sieben auch die Mineralstoffe aus dem Wasser. Sie verkeimen schnell und geben manchmal selbst Giftstoffe ans Wasser ab.

Leitungswasser ist unbedenklich für Babynahrung

Liefert Leitungswasser genügend Mineralstoffe?

Je nach Region enthält es genauso viele Mineralstoffe, oft sogar mehr als viele stille Mineralwässer aus dem Supermarkt. Den Bedarf an diesen lebenswichtigen Stoffen decken wir hauptsächlich über Nahrungsmittel.

>> Wasser ist nicht gleich Wasser: Die Sorten im Überblick

Ist kalkhaltiges Wasser gefährlich?

Nein, denn es enthält hohe Konzentrationen von Kalzium und Magnesium. „Hartes, also kalkhaltiges Trinkwasser ist nicht nur mineralstoffreicher und damit gesund - kalt getrunken schmeckt es meist auch besser als weiches“, sagt Iris Löhlein, Ernährungswissenschaftlerin beim Forum Trinkwasser e.V.

Eignet sich Leitungswasser auch für Babynahrung?

„Wie das Forschungsinstitut für Kinderernährung bestätigt, ist unser Trinkwasser für die Zubereitung von Säuglingsnahrung bestens geeignet“, sagt Ernährungsexpertin Löhlein. In den ersten Lebenswochen Ihres Babys sollten Sie das Wasser trotzdem abkochen, denn in den Leitungen können sich Keime und Krankheitserreger gebildet haben.

>> Leitungswasser in Kinder-Trinkflasche mehrmals tauschen

Der Vermieter kann Auskunft über die Wasserleitungen geben

Könnten in meinem Haus Blei-Leitungen sein?

„Bei Verdacht sollte man beim Vermieter nachfragen - oder selbst mal unter die Spüle gucken“, rät Dirk Petersen, Umweltexperte der Verbraucherzentrale Hamburg. „Wenn man mit einem Geldstück an der Leitung kratzt und eine silbrige Verfärbung hervorruft, hat man Blei.“ Wer deswegen einen Wassertest machen will, kann sich an den örtlichen Wasserversorger wenden.

Gibt es gesundheitliche Bedenken gegen Wassersprudler ?

Nicht, solange Sie zugelassene Geräte verwenden. „Von billigen No-Name-Produkten würde ich die Hände lassen“, rät Christian Schröder, Sachverständiger für Trink- und Brauchwasser.

Ist Wasser aus Plastikflaschen ungesund?

Laut Bundesinstitut für Risikoabwägung sind PET-Flaschen keine Gefahr. Ihre Belastung z. B. mit Weichmachern gilt als gering. „Wer ganz sichergehen will, kein Wasser zu trinken, das chemisch belastet ist, sollte Glasflaschen oder Karaffen nutzen“, sagt Iris Löhlein.

Dieser Artikel erschien zuerst in der BILD der FRAU Nr. 45.

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