15.08.2018

Krankheit nach der Geburt Adele spricht erneut offen über postnatale Depression

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Sängerin Adele litt unter postnataler Depression – ebenso nun ihre beste Freundin. Die Sängerin sprach erneut offen darüber.

Foto: imago/Patrick Rideaux/PicturePerfect

Sängerin Adele litt unter postnataler Depression – ebenso nun ihre beste Freundin. Die Sängerin sprach erneut offen darüber.

Mit ihrer Karriere geht es stetig nach oben, privat befand sich Superstar Adele allerdings in einem tiefen Loch. Der Grund: Postnatale Depression.

Sohn Angelo (6) ist ihr größtes Glück. Aber auch die größte Herausforderung. Nach der Geburt sei sie extrem unglücklich gewesen, sagte die Sängerin bereits vor zwei Jahren in einem sehr offenen Interview mit dem Magazin "Vanity Fair". Adele war an postnataler Depression erkrankt, hierzulande auch als Wochenbettdepression bekannt. Jetzt litt auch ihre beste Freundin darunter. Grund genug für die Sängerin, endlich einen offenen Umgang mit der Krankheit zu fordern und mehr darauf aufmerksam zu machen.

Adele und die postnatale Depression: Sie ruft zu offenerem Umgang damit auf

Eine psychische Krankheit, unter der bis zu 20 Prozent der Frauen leiden und die dennoch oft tabuisiert wird – aus Angst, man sei eine schlechte Mutter, wenn man sein Kind nicht annehmen könne.

Auch Adele hatte lange geschwiegen. Alles was sie über die Krankheit wusste, war, dass man sein Kind nicht will, aus Angst es zu verletzen. Bei ihr war es umgekehrt, sie war besessen von ihrem Kind. Täglich sah sie sich mit den eigenen Ängsten konfrontiert, einen schlechten Job zu machen: "Ich dachte manchmal, ein Kind zu bekommen sei die schlimmste Entscheidung meines Lebens gewesen."

Im Interview gab die 30-Jährige außerdem zu, keine professionelle Hilfe in Anspruch genommen zu haben: "Ich habe mit niemanden geredet, ich habe wirklich mit mir gehadert. Mein Freund sagte mir immer wieder, dass ich doch mit anderen schwangeren Frauen und Müttern sprechen sollte. Aber ich wollte mich nicht einfach mit einem Haufen fremder Frauen treffen, um über so etwas zu sprechen."

Eines Tages sagte sie zu ihrer Freundin: "Weißt du was? Ich hasse all das!" Und die Freundin brach in Tränen aus und sagte: "Ich hasse es verdammt noch mal auch!" Das war der Wendepunkt, beiden fiel ein Stein vom Herzen. Die Lösung? Einmal die Woche einen Nachmittag ohne Kind zu verbringen. Und sich nicht vor sogenannten "Übermüttern" rechtfertigen. Sie beschloss ganz bewusst, sich auch Zeit für sich zu nehmen: "Es macht dich zu einer besseren Mutter, wenn du besser mit dir umgehst und deine Zeit so einteilst, wie es für dich richtig ist."

Freundin hatte das Problem auch

Im Februar 2018 hat nun ihre beste Freundin Laura Dockrill einen kleinen Sohn, Adeles Patenkind, bekommen – und leidet seitdem, wie schon Adele, unter postnatalen Depressionen. Mit einem Twittereintrag wendet sich die Sängerin nun erneut an die Öffentlichkeit.

Auf die Geburt habe für ihre Freundin "die größte Herausforderung ihres Lebens in mehr als einer Hinsicht" gefolgt. Sie bezieht sich auf einen Blogeintrag von Dockrill zum Thema – und wendet sich an die Welt: "Mamas, sprecht darüber, wie ihr euch fühlt, denn in einigen Fällen könnte es euer Leben oder das einer anderen Person retten."

Adele und ihre beste Freundin sind nicht die einzigen, die an postnataler Depression erkrankt sind. Die Krankheit kommt häufiger vor, als wir denken. Auch Schauspielerin Hayden Panettiere hatte sich aus der Depression ins Leben zurück gekämpft – ebenso diese Stars:

US-Schauspielerin Hayden Panettiere äußerte sich auch bereits dazu, dass postnatale Depressionen nicht bei bei allen Müttern gleich aussehen müssen. Es ist eher ein Zustand, der sämtliche Formen und Symptome mitbringen kann.

Die Frauen haben mit ihren offenen Wortendas Tabuthema postnatale Depression gebrochen, indem sie ihre Krankheit öffentlich gemacht haben. Und helfen damit Tausenden von Betroffenen.

So erkennen Sie eine postnatale Depression:

  • Postnatale Depression ist nicht zu verwechseln mit den sogenannten Heultagen oder dem Baby-Blues. Dieser kommt in den ersten Tagen nach der Entbindung und ist eine Folge der Hormonumstellung und der neuen Lebenssituation.
  • Die postnatale Depression tritt nicht unmittelbar nach der Geburt auf, sondern erst einige Wochen später, manchmal auch erst nach einigen Monaten.
  • Starke Müdigkeit, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit oder auch übermäßiger Appetit können erste Anzeichen sein.
  • Wichtig ist es, beizeiten einen Psychologen oder Psychiater zu konsultieren. Ein erster Schritt kann auch der Besuch beim Frauenarzt sein. Wer frühzeitig reagiert, wird in der Regel wieder vollkommen gesund.
  • Betroffene Mütter leiden unter extremen Schuld- und Versagensängsten. Sie haben das Gefühl alles falsch zu machen. Oder sie klammern extrem aus Angst um ihr Kind.
  • Häufig können die Betroffenen keine Bindung zu ihrem Kind aufbauen, ihr Baby nicht versorgen. In ganz extremen Fällen haben die Frauen sogar Selbstmordgedanken.

Das Interview von Adele zur postnatalen Depression mit dem Magazin "Vanity Fair" finden Sie hier. Weiteres zum großen Thema Schwangerschaft finden Sie auf unserer Themenseite.

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