26.09.2019

Vorsorge gegen Viren Grippeschutz: Darum sollten Sie sich impfen lassen

Von

Grippeschutz - darum sollten Sie sich impfen lassen
Mi, 02.10.2019, 09.56 Uhr

Grippeschutz - darum sollten Sie sich impfen lassen

Beschreibung anzeigen

Impfen – ja oder nein? Jetzt beginnt sie wieder, die Zeit der Grippeschutzimpfung – und viele fragen sich, ob das überhaupt sinnvoll ist. Das sollten Sie wissen.

Ob Sie sich gegen Grippe impfen lassen, ist Ihre ganz persönliche Entscheidung. Allerdings gilt aus medizinischer Sicht: Auch wenn die Grippeschutzimpfung keinen 100-prozentigen Schutz vor einer Grippe bietet, überwiegt der Nutzen gegenüber eventuell auftretenden Nebenwirkungen. Gut informiert, fällt Ihnen die Entscheidung sicherlich leichter.

Denn die Grippe kann uns ganz schön umhauen. Vor allem, wer sowieso schon unter einem geschwächten Immunsystem leidet, sollte über einen Schutz durch Impfung nachdenken. Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen und zusätzlich schwächende Erkältungssymptome können dem Körper nämlich einiges abverlangen.

Für wen die Grippeschutzimpfung sinnvoll ist

Einmal im Jahr veröffentlicht die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Empfehlungen im Epidemiologischen Bulletin des Robert-Koch-Instituts. Auch die Stiftung Warentest hat sich mit verschiedenen Impfungen auseinander gesetzt. Generell empfiehlt sich ein Grippeschutz für Kinder und Jugendliche, Ältere ab 60 Jahren, chronisch Kranke (Asthmatiker, Herz-, Leber- und Nierenkranke, Diabetiker, Immunschwache) und Personen mit erhöhter Gefährdung (medizinisches Personal, das berufsbedingt viel mit Kranken zu tun hat).

Auch Schwangeren wird die Grippeschutzimpfung empfohlen, allerdings erst ab dem vierten Monat – früher lediglich bei chronischen Grunderkrankungen. Übrigens profitiert auch das Neugeborene vom Impfschutz der Mutter in den ersten Monaten des Lebens, denn über den sogenannten "Nestschutz" werden Antikörper der Mutter über die Plazenta auf das Baby übertragen.

Allergiker sollten vor der Impfung Rücksprache mit ihren Ärzten halten, da im Impfstoff etwa Hühnereiweiß enthalten ist.

Impfung von Kindern und Jugendlichen wird empfohlen

Kinder sollten unbedingt geimpft werden, denn insbesondere bei Kleinkindern kann die Infektion einen schweren Verlauf nehmen. Die Impfung bietet dagegen einen bis zu 80-prozentigen Schutz vor Grippe. Außerdem spielt die junge Altersgruppe bei der Ausbreitung einer Grippewelle eine große Rolle – kleine Kinder verbreiten die Viren wegen ihrer vielen sozialen Kontakte im Kindergarten, der Schule und der Familie besonders stark.

Nasenspray statt Spritze

Einen langfristigen und effektiven Schutz kann es allerdings nur geben, wenn mindestens 90 Prozent der Kinder und Jugendlichen auch jedes Jahr eine Grippeschutzimpfung bekommen. Eine einfachere und bequemere Impfmethode könnte dabei helfen, denn seit 2012 ist für Kinder von zwei bis sieben Jahren die Grippeimpfung mit einem Nasenspray zugelassen. Es enthält ein Serum mit vier abgeschwächten, lebenden Virenstämmen. Für Erwachsene ist das Nasenspray leider nicht zugelassen – sie müssen sich auch weiterhin piksen lassen.

Diese Impfstoffe gibt es

Der Erfolg der Impfung hängt auch vom Serum ab. Es gibt Drei- und Vierfachimpfstoffe, kombiniert aus verschiedenen Virenstämmen. Jedes Jahr prüft die Weltgesundheitsorganisation WHO, welche Stämme in der Grippesaison aktuell zirkulieren. Seit der Saison 2018 wird ein Vierfachimpfstoff empfohlen.

Da es verschiedene Stämme des Influenza-Virus gibt, die sich schnell weiterentwickeln können, ein Impfstoff aber immer nur eine bestimmte Zahl an Stämmen abdecken kann, ist ein Impfschutz nie zu 100 Prozent gewährleistet, aber dennoch hoch, weil die meistauftretenden Stämme mit der Impfung gedeckt werden. Erkranken Sie trotz Impfung an Grippe, verläuft diese aber meist milder.

Wann sollte geimpft werden?

Eine Grippeschutzimpfung wirkt am besten, wenn sie im Oktober oder November erfolgt. Denn ab November beginnt die Grippesaison, der Körper benötigt allerdings gut 10 bis 14 Tage, um einen ausreichenden Grippeschutz aufzubauen. Aber auch später, selbst während der Akutphase der Grippewelle, können Sie sich noch impfen lassen – solange Sie noch nicht erkrankt sind.

Wer lediglich unter einem leichten grippalen Infekt (nicht zu verwechseln mit der echten Grippe!) leidet, kann sich bei weniger als 38,5 °C Fieber auch gegen Grippe impfen lassen, wenn keine Immunkrankheiten bestehen.

Reicht eine Impfung für immer aus?

Leider nein – da Grippeviren eben so wandlungsfähig sind, muss der Schutz jährlich aufgefrischt werden. Jedes Jahr wird der Impfstoff an die aktuell zirkulierenden Viren angepasst. Zudem kann die Schutzwirkung mit der Zeit nachlassen. Sie wirkt zwischen 6 und 12 Monaten. Wiederholt geimpfte Menschen sind laut Studien besser vor schweren Influenza-Verläufen geschützt. Eine nicht richtig auskurierte Grippe kann etwa eine schwerwiegende Herzmuskelentzündung nach sich ziehen.

Richtige Hygiene kann Ansteckungen verhindern

Grippeviren werden meist durch Händeschütteln, häufig auch durch Niesen und Husten verbreitet. Durch einfache Hygieneregeln lässt sich das Ansteckungsrisiko erheblich verringern:

  • Häufiges Händewaschen: Waschen Sie sich Ihre Hände immer, wenn Sie von draußen kommen, sowie vor dem Essen, dem Zubereiten von Speisen und nach dem Toilettengang.
  • "Richtiges" Husten und Niesen: Die Regel "Hand vor den Mund" ist überholt, denn die Viren bleiben an der Hand und können sich so übertragen. Besser ist es daher, in den Ärmel bzw. in die Armbeuge oder in ein Einmal-Taschentuch zu niesen oder zu husten.
  • Regelmäßiges Lüften: In der Luft geschlossener Räume kann die Zahl der Viren stark ansteigen. Dagegen hilft nur regelmäßiges Lüften.

Eine Impfung gegen das Influenza-Virus kann also durchaus ratsam sein.

Eine Übersicht über den aktuellen Stand der Aktivität der Influenza in Deutschland finden Sie bei der Arbeitsgemeinschaft Influenza. Alles Aktuelle zur Influenza lesen Sie außerdem beim RKI.

Und wenn es doch nur ein harmloserer grippaler Infekt ist? Mehr zum Thema Erkältung lesen Sie auf unserer Themenseite. Wir verraten Ihnen unter anderem, bei welchen Erkältungs-Symptomen Sie doch einen Arzt aufsuchen sollten.