17.12.2018

Gefährliche Strahlung? Wie ungesund ist Essen aus der Mikrowelle?

Ungefähr zwei Drittel der deutschen Haushalte haben eine Mikrowelle. Aber ist Essen aus der Mikrowelle überhaupt gesund?

Foto: iStock/monkeybusinessimages

Ungefähr zwei Drittel der deutschen Haushalte haben eine Mikrowelle. Aber ist Essen aus der Mikrowelle überhaupt gesund?

Eine Mikrowelle kann in Minutenschnelle Speisen erhitzen. Strahlung, Vitamine und Keime – so gesund ist Essen aus der Mikrowelle wirklich.

Wenn es mal wieder schnell gehen soll mit dem Essen, dann kommt in vielen Haushalten in Deutschland die Mikrowelle zum Einsatz. Aber sind in der Mikrowelle erhitzte Lebensmittel eigentlich gesund? Ein Experte erklärt die Vor- und Nachteile und sagt, welche Speisen nie in der Mikrowelle erhitzt werden sollten.

Essen aus der Mikrowelle: Ist das gesund?

Ein Mikrowellenherd, kurz Mikrowelle, ist ein Haushaltsgerät, das mithilfe elektromagnetischer Wellen Speisen erhitzt. Mikrowellen bringen Wassermoleküle zum Schwingen und erwärmen so die Nahrung. Dafür wird in den Geräten eine Mikrowellenstrahlung mit einer Frequenz von 2,45 Gigahertz verwendet. Ernährungswissenschaftler Stefan Weigt vom Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung e. V. (UGB) hat uns das alles etwas näher erklärt. Der gemeinnützige Verband informiert Verbraucher seit über drei Jahrzehnten unabhängig von wirtschaftlichen Interessen über eine nachhaltige Ernährung.

Ist die Strahlung in der Mikrowelle gefährlich?

Die Strahlung aus der Mikrowelle kann für den menschlichen Körper schädlich sein. Sie kann Zellen zerstören. Deshalb sind Mikrowellen in der Regel aber gut abgeschirmt, so dass die Strahlung nicht nach außen dringen kann. Ernährungs-Wissenschaftler Stefan Weigt erklärt dies genauer: "Früher wurden bei undichten Geräten "Leckstrahlungen" befürchtet. Das sollte bei modernen Geräten behoben sein. Laut Verbraucherzentralen und dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gehen bei sachgemäßem Gebrauch keine Gesundheitsgefahren von einer Mikrowelle aus."

Deshalb hieß es früher immer: "Stell dich nicht zu nah vor die Mikrowelle!" Heute sollte dies aber bei neueren Geräten kein Problem mehr sein – wenn Sie einen Abstand von etwa 30 Zentimetern einhalten.

Für die Speisen ist die Strahlung laut Stefan Weigt komplett unbedenklich. Die Zubereitung in der Mikrowelle kann aber Auswirkungen auf den Nährstoff-Gehalt des Essens haben. "Das Erhitzen von Lebensmitteln zerstört vor allem hitzeempfindliche Vitamine. Dass das Garen in der Mikrowelle schonender sei als andere Garverfahren, trifft nicht zu. Lediglich Vitamin C kann beim Garen kleinerer Portionen geschont werden. Die Verluste von Vitamin B2 sind sogar größer", so Weigt. Statt des Gebrauchs der Mikrowelle empfiehlt der UGB deshalb, "frische Zubereitungsarten und schonende Garverfahren wie Dünsten mit wenig Wasser".

Gibt es Speisen, die nicht in einer Mikrowelle zubereitet werden sollten?

Ja. Hierzu zählen beispielsweise Eier. Sie platzen innerhalb kürzester Zeit in der Mikrowelle. Rührei geht aber. Gleiches gilt für Esskastanien. Aufgrund der harten Schalen kann sich ein erheblicher Druck aufbauen – es besteht Explosionsgefahr.

Auch Brötchen und Pizza sollten nicht in die Mikrowelle. Brötchen werden außen extrem hart und innen pappig und bei der Pizza wird der Boden ziemlich weich und der Belag trocken.

Es gibt aber auch Lebensmittel bei denen eine Gefahr für die Gesundheit bestehen kann, wenn sie in der Mikrowelle erhitzt werden. Weigt: "Speisen, die Keime wie Salmonellen enthalten können, sollten nicht in die Mikrowelle. Diese werden nicht sicher abgetötet, weil die Erhitzung abhängig vom Wassergehalt der Lebensmittel nicht gleichmäßig erfolgt. So können sich Keime sogar vermehren. Kritisch ist dies besonders bei Fleisch und Eierspeisen sowie Gerichten, die längere Zeit aufbewahrt wurden und wieder erwärmt werden."

Worauf sollte ich achten, wenn ich mein Essen in der Mikrowelle warmmache?

Weigt: "Grundsätzlich sollte darauf geachtet werden, dass die Portionen gleichmäßig erwärmt werden. Mehrmaliges Umrühren zwischen kurzen Erhitzungsphasen ist dabei hilfreich, auch um eventuelle Keime abzutöten. Eltern, die Babyfläschchen in der Mikrowelle erwärmen, sollten die Flasche vor dem Füttern unbedingt gut schütteln und die Temperatur kontrollieren."

Muttermilch sollten Sie aber nicht in der Mikrowelle erwärmen – denn hierdurch werden die enthaltenen antibakteriellen Stoffe zerstört. Die Muttermilch wird dadurch also zwar nicht schädlich, aber verliert einen Teil ihrer wichtigen Aufgabe.

Die Wahl des richtigen Geschirrs ist ebenfalls wichtig. "Gegenstände aus Metall dürfen nicht in die Mikrowelle gelangen, auch keine Alufolie. Generell ist mikrowellengeeignetes Geschirr zu verwenden und bei diesem auf die Hinweise des Herstellers zu achten", rät Weigt.

Sie können mit der Mikrowelle dennoch so einiges Nützliches anstellen. Ein paar Mikrowellen-Tricks gibt's im Video:

9 Mikrowellen-Tricks

Das sind wirklich clevere Mikrowellen-Tricks!

Mikrowellen-Tricks_BildDerFrau

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Essen aus der Mikrowelle ist also nicht per se schlecht oder ungesund oder gar gefährlich. Es kommt nur auf ein paar Regeln an. Dann kann das Gerät durchaus praktische Dienste leisten. Achten Sie in jedem Fall aber darauf, dass das Mikrowellengerät nicht kaputt ist und die Tür richtig schließt.

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