06.10.2016

INTERVIEW UND GESUNDHEITSTIPPS Biathlon-Weltmeisterin Marie Heinrich: Tipps gegen Erkältung

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Marie Heinrich muss als Biathlon-Weltmeisterin und Leistungssportlerin immer frei durchatmen können.

Foto: geloMyrtol

Marie Heinrich muss als Biathlon-Weltmeisterin und Leistungssportlerin immer frei durchatmen können.

Marie Heinrich muss als Leistungssportlerin immer frei durchatmen können. Uns erklärt sie, mit welchen Tipps man eine freie Nase bekommt.

bildderfrau.de: Liebe Marie, Sie sind seit Ihrem dritten Lebensjahr sportlich aktiv, haben einen großen Teil Ihrer Kindheit und Jugend mit Skifahren oder Schießen mit dem Luftgewehr verbracht. Woher kommt der sportliche Ehrgeiz?

Marie Heinrich: Der hat sich über die Jahre so entwickelt. Ich hatte mir damals immer schon vorgestellt, einmal so schön angezogen zu sein wie die großen Sportler des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) und hatte daher immer einen großen Ansporn. Zudem wollte ich es schaffen, auf dem Siegertreppchen einmal ganz oben zu stehen, daher habe ich stets weitergemacht.

Mit elf Jahren haben Sie das erste Mal mit dem Luftgewehr geschossen. Das ist für ein Mädchen ein recht ungewöhnliches Hobby. Wie haben Ihre Klassenkameraden darauf reagiert?

Aus meinem Heimatort Großbreitenbach in Thüringen kommen mit Andrea Henkel und Peter Sendel zwei sehr erfolgreich Biathleten, daher ist der Biathlon-Sport bei uns sehr gefragt. Wir haben hier einen Schießstand und einen Biathlon-Verein, sodass nicht nur ich, sondern auch viele meiner Freundinnen mit Biathlon angefangen haben. Daher war es eigentlich gar kein anormales Hobby. (grinst)

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Sie sind dann auf ein Sportgymnasium gewechselt. Welche Vorteile hat das gebracht?

Die Schule war komplett auf den Sport abgestimmt. Während andere Gymnasiasten beispielsweise acht Stunden Unterricht am Tag hatten, saßen wir nur zwei Stunden in der Klasse und haben dafür mehr trainiert. Das lief final dann darauf hinaus, dass wir ein Jahr länger zur Schule gegangen sind, allerdings hatten wir jederzeit die Möglichkeit, zusätzliche Nachhilfe zu beantragen oder uns mit Lehrern abzustimmen. Man entwickelt dadurch schnell eine gewisse Selbstständigkeit, da man für sich selbst verantwortlich ist.

Mit 21 Jahren sind Sie als Biathletin schon sehr erfolgreich, haben 2014 in den USA bei der WM Gold in der Disziplin Staffel geholt und 2015 eine Goldmedaille in Weißrussland in der Disziplin Verfolgung. Was kann denn dann sportlich gesehen noch kommen?

Oh, da ist noch sehr viel Luft nach oben. (lacht) Die Goldmedaillen habe ich ja bei den Junioren-Weltmeisterschaften gewonnen. Nun würde ich gern noch im Weltcup und bei den Weltmeisterschaften mitmachen sowie bei den Olympischen Spielen antreten. Da geht also hoffentlich noch einiges.

Wie haben Sie Ihre ersten Erfolge gefeiert?

Meine Familie war richtig stolz auf mich und wir sind essen gegangen.

Wie motivieren Sie sich täglich?

Nun, ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und diese Chance bekommt wirklich nicht jeder. Man muss permanent sehr hart an sich arbeiten, was mir natürlich bei schlechtem Wetter auch mal schwerfällt. (lacht) Aber als Sportsoldatin gibt es für mich ohnehin keine andere Option.

Was bedeutet es, Sportsoldatin zu sein?

Es gibt für den Profi-Sportler in meinem Bereich nur vier Optionen, seine Karriere voranzutreiben und ausreichend Trainingsmöglichkeiten zu haben. Du kannst entweder zur Bundeswehr, zur Bundespolizei, zur Landespolizei oder zum Zoll gehen. Da ich später gern mal studieren möchte, stand für mich eigentlich direkt fest, dass ich mich für die Bundeswehr entscheide, da diese sehr gute Ausbildungsoptionen bietet. Somit kann ich jeden Tag trainieren, um im Sport besser zu werden und Deutschland hoffentlich erfolgreich zu repräsentieren.

Inwiefern ist Biathlon ein anstrengender und fordernder Sport? Vielleicht können Sie uns mal kurz erklären, worauf es bei diesem Sport ankommt.

Biathlon ist in zweierlei Hinsicht besonders fordernd. Zum einen spielt der körperliche Aspekt natürlich eine große Rolle. Für das Skilaufen ist sehr viel Kraft und Ausdauer erforderlich. Beim Schießen ist wiederum der psychische Aspekt von entscheidender Bedeutung. Nach dem Skilaufen kann es mitunter schwierig sein, den Treffer passgenau und zentriert zu setzen. Um das zu schaffen, musst du deinen Kopf im Griff haben, fleißig an dir arbeiten und hart trainieren. Diese Kombination aus beiden Sportarten ist eine sehr ansprechende Kombination und macht mir großen Spaß.

Wie halten Sie sich fit?

Primär halte ich mich durch Training fit. Ich trainiere zehn Mal die Woche und habe nur sonntags frei. Meistens sind das also zwei Einheiten à zwei bis drei Stunden am Tag, in denen ich Zeit in Krafträumen verbringe, um Kraft- und Stabilisations-Übungen zu machen oder um mit Geräten und Gewichten zu arbeiten. Zudem gehe ich viel joggen, fahre Fahrrad oder bin mit dem Skiroller unterwegs. Das ist eine Art Skiimitation mit kleinen Rollen, mit der wir Wintersportler uns im Sommer auf die Saison vorbereiten.

Sie haben gesagt, Sie wären gern für andere ein Vorbild. Inwiefern?

Wer zielstrebig ist und hart an sich arbeitet, kann sich seine Träume selber erfüllen. Ich denke, dafür bin ich ein gutes Beispiel, dass das tatsächlich funktioniert. (lacht)

Als Profi-Sportlerin trainieren Sie mehrfach die Woche. Wie sieht Ihr Ernährungsplan aus?

Ich ernähre mich sehr vitamin- und ballaststoffreich, esse viel saisonales Obst und Gemüse. Zudem nehme ich viele Mineralien und Kohlenhydrate zu mir, Nudeln, Reis und Kartoffeln sind essentiell für mich. Ich verbrenne ja täglich sehr viel, weshalb dieser Low-Carb-Trend für mich niemals infrage kommen würde. Ich achte darauf, dass meine Ernährung ausgewogen ist und trinke viel. Sollte ich beispielsweise einmal zu wenig Mineralien oder Ballaststoffe zu mir nehmen, gibt es auch noch Nahrungsergänzungsmittel, auf die ich ebenfalls gelegentlich zurückgreife.

Sie lieben es zu kochen und zu backen, essen gern selbstgemachte Pizza. Wie geht denn so ein ungesundes Gericht konform mit Ihrer gesunden Ernährung?

Ach, selbstgemachte Pizza ist eigentlich gar nicht so ungesund. (lacht) Außerdem darf man sich auch als Leistungssportlerin ab und zu etwas gönnen!

Wann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem auch Sie gern Fünfe gerade sein lassen und einfach gern mal eine Couch Potato wären?

Das ist eigentlich immer ab samstagsnachmittags der Fall, wenn ich mit meinem anstrengenden Trainingsprogramm durch bin und weiß, dass ich bis Sonntagabend entspannen kann. Und auch nach langen Reisen mache ich gern mal Pause.

Wie sieht Ihre Entspannung aus?

Ich höre Musik, lese Bücher, gehe in die Sauna, genieße die Sonne oder gucke eine Serie.

Welche prophylaktischen Maßnahmen treffen Sie, um möglichst gesund zu bleiben?

Gesunde Ernährung und die Auswahl angemessener Kleidung sind ganz wichtige Faktoren. Bei schmuddeligem Herbstwetter habe ich beispielsweise immer Wechselklamotten dabei, um mich nach dem Training direkt umziehen zu können. Zudem sollte man stets viel Tee und Wasser trinken, um seine Schleimhäute permanent zu befeuchten.

Solche Tricks reichen Ihnen, um gesund zu bleiben?

Manchmal erkälte ich mich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen. Dann greife ich zu GeloMyrtol forte, einem pflanzlichen Arzneimittel auf Basis ätherischer Öle. Das löst den Schleim schnell und spürbar, die Wirkung merkt man sofort. Ich möchte als Leistungssportlerin natürlich immer so schnell wie möglich zurück ins Training, aber das geht nur, wenn ich frei atmen kann. Dafür ist GeloMyrtol forte schon sehr hilfreich.

Im Herbst steht die Erkältungszeit an. Auf welches Hausmittel schwören Sie, wenn Sie merken, Sie bekommen einen Schnupfen oder Halsschmerzen?

Meist trinke ich dann Tee mit Honig und nehme eben GeloMyrtol forte zur Prophylaxe, damit es gar nicht erst zu einer Nasennebenhöhlenentzündung oder einer Bronchitis kommt.

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Der Körper eines Profi-Sportlers muss ja viel mehr arbeiten als der eines eher normal sportlichen Menschen. Inwiefern können Sie dann überhaupt etwas gründlich auskurieren?

Das ist immer sehr schwer für mich, da ich ja eigentlich kein Training verpassen möchte. Mein Körper arbeitet ja aber stets am Limit, wodurch man eine Erkältung schnell mal verschleppt. Und genau dann wird es richtig gefährlich, da in so einem Fall das Herz in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Daher tut man sich keinen Gefallen, wenn man mit dem Training zu früh wieder anfängt und die Erkältung nicht richtig auskuriert.

Wie sieht gründliches Auskurieren bei Ihnen aus?

Ich verbringe die meiste Zeit zuhause und schlafe viel. Auch versuche ich, viel an der frischen Luft zu sein, Wechselduschen zu machen, mit Kamille zu inhalieren und viele Vitamine zu mir zu nehmen. Ich beherrsche aber auch gezielte Atemtechniken, die die Atemwege schneller wieder von festsitzendem Schleim befreien. Anbei ein paar Tipps, wie man schnell wieder frei durchatmen kann.

1. Nickübung:

Atmen Sie normal ein und wieder aus und verschließen Sie nach der Ausatmung die Nasenlöcher mit Daumen und Zeigefinger. Der Mund ist ebenfalls geschlossen. Legen Sie nun den Kopf weit in den Nacken und senken ihn anschließend auf die Brust. Wiederholen Sie diese Bewegung vier- bis sechsmal. Im Anschluss normal weiter atmen.

2. Lippenbremse:

Blasen Sie zunächst die Wangen auf und lassen Sie dann die Luft durch locker aufeinanderliegende Lippen strömen. Diese Übung wird bei Erkrankungen wie COPD oder Asthma eingesetzt.

3. Übung mit einem Strohhalm:

Um den Schleimtransport aus den unteren Atemwegen zu unterstützen und das Abhusten zu erleichtern, hilft das Ausatmen durch einen Strohhalm. Atmen Sie einige tiefe Atemzüge lang wie gewohnt durch die Nase ein und anschließend durch den Strohhalm verlängert wieder aus.

4. Wechselatmung:

Verschließen Sie das rechte Nasenloch mit dem rechten Daumen, atmen Sie durch das linke Nasenloch ein und zählen Sie dabei bis vier. Anschließend beide Nasenlöcher mit Daumen und Ringfinger verschließen und bis vier zählen. Dann das linke Nasenloch mit dem Ringfinger verschließen, durch das rechte Nasenloch ausatmen und dabei bis acht zählen. Im Anschluss mit der Einatmung durch das rechte Nasenloch beginnen und die Übung fortsetzen.

Welches Projekt steht bei Ihnen als nächstes an?

Mitte November nehme ich an den Qualifikationsrennen für den IBU-Cup teil. Das ist eine internationale Wettkampfserie, quasi der Unterbau unter dem Weltcup. Der IBU-Cup soll dann mein Sprungbrett werden.

Liebe Marie, vielen Dank für das nette und bereichernde Interview und viel Erfolg bei den Qualifikationsrennen!

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