05.09.2016 - 15:57

STIFTUNG WARENTEST Boxspringbetten halten nicht was sie versprechen

Ein erholsamer Schlaf ist unglaublich wichtig. Dafür muss aber auch eine gute Matratze her.

Foto: iStock/Geber86

Ein erholsamer Schlaf ist unglaublich wichtig. Dafür muss aber auch eine gute Matratze her.

Wie man sich bettet, so schläft man. Bei Boxspring-Betten kann das jedoch gehörig nach hinten losgehen, wie Stiftung Warentest zeigt.

Schlaf ist ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Wenn wir nicht genug davon bekommen, gerät unser Körper über kurz oder lang völlig aus den Fugen und kann nicht mehr richtig funktionieren. Wir sind dann nicht nur völlig übermüdet, sondern auch gereizt und unausstehlich. Ganz zu schweigen davon, dass wir uns gar nicht mehr richtig auf eine Sache konzentrieren können.

Dass wir im Idealfall acht Stunden pro Tag schlafen ist schon mal eine gute Voraussetzung, um fit zu sein. Wie wir schlafen ist jedoch auch von entscheidender Bedeutung. Neben Matratzen sind derzeit vor allem Boxspring-Betten in aller Munde. Für Stiftung Warentest ein Grund, 15 Modelle zwischen 1500 und 4200 Euro einmal gründlich zu testen.

Wodurch zeichnen sich Boxspringbetten aus?

Boxspringbetten haben ihren Namen aufgrund ihrer Bauweise, die aus drei Komponenten besteht. Ein Korpus aus Holz oder Spanplatten, in dem sich ein Metallfederkern befindet, der rundum gepolstert ist. Darauf kommt dann eine Federkernmatratze, die wiederrum eine dünnere Auflage (Topper) oben drauf bekommt.

Die dadurch entstehende Höhe von ca. 80 Zentimetern ist für viele beim Ein- und Aussteigen sehr komfortabel – vor allem für ältere Menschen. Die erste negative Erkenntnis beim Test kam jedoch schnell, denn das versprochene „exklusives Schlafgefühl“ ist scheinbar leider nicht von Dauer. Rundum gut ist keines der 15 Modelle! Zehn zeigen vor allem deutliche Schwächen in der Dauerprüfung.

Unterschiedliche Belastungen durch unterschiedliche Typen

Weil jeder Mensch anders ist (Größe, Gewicht, Proportionen) und dementsprechend auch andere Bedürfnisse hat, testete Stiftung Warentest mit vier verschiedenen Typen, die dem Großteil der Bevölkerung entsprechen. Der H-Typ mit großer, kompakter Statur, gleich kräftigen Schultern, Brust und Bauch, schmaleren Hüften und mehr Bauch als Po.

Der E-Typ mit großer, normaler bis schlanker Statur, breiteren Schultern als Hüften und ohne kräftigen Bauch oder Po. Der I-Typ ist klein bis mittelgroß, schlank, Hüfte und Schultern sind gleich breit, Po und Bauch sind nicht kräftig. Und der A-Typ: Kleine bis mittelgroße Statur, schmale Schultern, schlanke Taille, kräftiger Po und Oberschenkel. In diesem Punkt schnitten die Boxspringbetten gut bis befriedigend ab, was im Vergleich zu klassischen Matratzen jedoch kein wirklich tolles Ergebnis ist.

Viele Nachteile, keine Vorteile

Die Haltbarkeit wurde mit einer 140 Kilo schweren Holzwalze getestet, die ganze 60.000 Mal über die Matratze rollte, was einen ca. achtjährigen Gebrauch simulierte. Während die besten Latexmatratzen diese Prozedur unverändert überstanden, fielen die Boxspringbetten quasi durch. Vor allem Wärme und Schweiß bekommt ihnen offenbar nicht.

Die Boxspringbett-Matratze wird nach einer Weile weicher und es bildet sich sogar eine richtige Liegekuhle. Schlafende sinken demnach sehr tief ein, was sich wiederrum negativ auf den Schlaf auswirkt, da dieser durch die mangelnde Bewegungsfreiheit weniger erholsam ist.

Weitere Nachteile sind, dass die Boxspringbett-Matratzen extrem chemisch müffeln. Und sie lassen sich nicht wenden, weshalb sie nur einseitig beansprucht werden.

Eine wirkliche Empfehlung kann Stiftung Warentest in Bezug auf Boxspringbetten daher nicht geben. Das einzige bisher mit gut bewertete Modell ist „Musterring Evolution“, ein Doppelbett aus einem früheren Test für 2480 Euro, welches immer noch erhältlich ist.

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