05.09.2016

GESUND MIT ACHILLES 10 wichtige Fragen und Antworten zu Hautkrankheiten

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Das atopische Ekzem, so der medizinische Ausdruck, ist ein Hautausschlag, geprägt durch stark juckende, trocken-rote, rissige und teilweise verkrustete Haut.

Foto: iStock/AzmanL

Das atopische Ekzem, so der medizinische Ausdruck, ist ein Hautausschlag, geprägt durch stark juckende, trocken-rote, rissige und teilweise verkrustete Haut.

Verschiedenste Hautkrankheiten machen uns das Leben schwer. Was steckt dahinter? Wie kann man sich selbst helfen? Hier zehn Fragen und Antworten.

1. Hautkrankheiten – woher kommen sie?

Viren, Bakterien, Sonnenstrahlung und weitere Umwelteinflüsse, aber auch erblich bedingte Ursachen können zu Hautkrankheiten führen.

Oft kann man jedoch selbst etwas dagegen unternehmen. Seien es klassische Hausmittel, Pflegeprodukte aus der Drogerie beziehungsweise Apotheke, oder einfach eine gesündere Lebensweise. Leider ist aber manchmal der Gang zum Hautarzt unerlässlich.

2. Allergien – wie entstehen sie?

Bei einer Allergie reagiert der Körper auf bestimmte Allergene, also unterschiedliche Substanzen aus der Umwelt. Beim Erstkontakt bildet das Immunsystem zunächst Antikörper. Kommt es dann zu einem weiteren Kontakt mit dem Allergen, führt dies zu Symptomen wie Juckreiz, Hautrötung oder einem Anschwellen der Schleimhäute.

Bei Allergenen handelt es sich meist um Blütenpollen, Schimmelpilze, den Kot der Hausstaubmilbe, außerdem: Tierhaare, Nahrungsmittel, Medikamente und anderes.

Allergien können auch mitverantwortlich sein für Neurodermitis, Nesselsucht und andere Hautkrankheiten.

>> Plötzliches Auftreten: Allergien bei älteren Menschen

3. Neurodermitis – was ist das?

Das atopische Ekzem, so der medizinische Ausdruck, ist ein Hautausschlag, geprägt durch stark juckende, trocken-rote, rissige und teilweise verkrustete Haut. Knie- und Armbeugen, Nacken, Hände und das Gesicht sind am häufigsten betroffen. Vornehmlich tritt die Krankheit bei Kindern auf, aber auch rund drei Prozent der Erwachsenen leiden darunter.

>> Neurodermitis-Risiko: Regelmäßige Pflege hilft Babyhaut

Noch liefert die Forschung keine umfassenden Ergebnisse, warum Neurodermitis entsteht. Man weiß aber, dass verschiedene Risikofaktoren eine Rolle spielen: genetische Veranlagung, Allergien, Umwelteinflüsse, Ernährung, Klima und Stress können die in Schüben auftretende Krankheit auslösen.

4. Neurodermitis – wie geht man damit um?

„Beginnt man bei Neurodermitis, sich zu kratzen, geraten unter Umständen Bakterien in die entstehende Wunde und entzünden diese“, erklärt Prof. Dr. med. Ingrid Moll vom Universitätsklinikum in Hamburg-Eppendorf. „Gegen den Juckreiz sollte man daher in Absprache mit dem Hautarzt Maßnahmen ergreifen. Der Juckreiz kann sich durch übermäßigen Stress verstärken.

Eine spezielle Ernährung oder Diät gibt es nicht, jedoch führen bei vielen Menschen Nahrungsmittel wie Nüsse, Kirschen, Erdbeeren, Milch (vornehmlich bei Kindern) zu Juckreiz. Das ist individuell und so gilt es für jeden einzelnen herausfinden, welche Lebensmitte ihm bekommen oder nicht.

>> Neurodermitis – das hilft gegen den Juckreiz

Essentiell: Eine durchgehende Hautpflege mit fettenden Cremes bei Neurodermitis, auch wenn akut keine Symptome spür- und sichtbar sind. Gute Ergebnisse haben im Übrigen, leider nur für die Dauer der Therapie, Aufenthalte am Meer erzielt. Zur längerfristigen Besserung eignen sich Lichttherapien beim Hautarzt.“

>> Neurodermitis – die besten Tipps gegen atopische Dermatitis

5. Schuppenflechte – was ist das?

Schuppenflechte wird häufig mit Neurodermitis verwechselt. Charakteristisch sind bei der am häufigsten vorkommenden Variante die „Plaques“: Rote, entzündete Stellen, die sich deutlich von der angrenzenden Haut absetzen, darüber silbrig- weiße Schuppen. Betroffene Körperregionen sind vorwiegend Ellenbogen, Knie, Kopfhaut, Finger- und Zehennägel.

>> Schuppenflechte: Darum ist die Behandlung so wichtig

Die Krankheit wird hervorgerufen durch eine stark beschleunigte Zellteilung in der Haut, hervorgerufen durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems. Auslöser der in Schüben auftretenden Schuppenflechte können neben genetischer Veranlagung auch Infektionen, bestimmte Medikamente oder Stress sein.

6. Schuppenflechte – wie kann ich mir selbst helfen?

Das Vorgehen sollte laut Prof. Dr. Moll immer mit einem Hautarzt besprochen werden, zumal es oft chronische Erkrankungen wie zum Beispiel die Bronchitis sind, die die Krankheit verschlechtern und man diese behandeln muss.

Und: „Wie bei der Neurodermitis führen eine konstante und gute Hautpflege mit fettenden Cremes und die Vermeidung von Stress zur Verbesserung des Hautbildes. Auch die Bekleidung spielt eine Rolle, auf zu eng sitzende oder reibende Garderobe sollte daher verzichtet werden.“

7. Hautkrebs – Was muss ich wissen?

Übermäßig starke UV-Strahlung beim Sonnenbaden und in Solarien ist die wesentliche Ursache für Hautkrebs. Laut der Stiftung Deutsche Krebshilfe ist der Zuwachs an Erkrankungen in Deutschland unter anderem durch das bräunungsfixierte Freizeitverhalten in den letzten Jahren rasant angestiegen. Eine Studie der National Academy of Sciences in den USA legt nahe, dass Sport und sogar Koffein eine präventive Wirkung gegen Hautkrebs hätten.

„Das ist zu bezweifeln“, betont Prof. Dr. Moll. „Solche und ähnliche Informationen sind mit Vorsicht zu genießen und sollten nicht davon ablenken, dass der verantwortungsvolle Umgang mit der Sonne an erster Stelle steht.“

Übrigens haben gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren laut Kassenärztliche Bundesvereinigung die Möglichkeit, sich alle zwei Jahre auf Hautkrebs untersuchen zu lassen.

8. Nesselsucht – woher kommt sie?

Namensgeber der Nesselsucht, unter der rund ein Viertel der Bevölkerung hierzulande zeitweise leidet, ist die Brennnessel, bei deren Berührung ähnliche Symptome zu beobachten sind: Roter, stark juckender Hautausschlag, der akut auftritt, aber auch chronisch sein kann.

„Auslöser der akuten Form sind meist Allergien gegen Lebensmittel oder Medikamente“, erklärt Prof. Dr. Moll. „Bei der chronischen Nesselsucht spielen meist Entzündungen (Magen-Darm und andere) eine wichtige Rolle. Eine Behandlung sollte daher immer vom Hautarzt durchgeführt werden.

>> Nesselsucht: Behandlungstipps und Hausmittel gegen Urtikaria

Achtung: Sport kann einen Nesselsuchtschub auslösen. Hilfreich sind gegebenenfalls, aber nur in Absprache mit dem Arzt, die vorherige Einnahme von sogenannten Antihistaminen.“

9. Warzen und Hühneraugen – was kann ich dagegen tun?

Diese Hautveränderungen werden gerne verwechselt, unterscheiden sich jedoch grundlegend und können jeden treffen. Herkunft und Behandlung erklärt die Hautärztin Dr. Cora Overbeck so:

„Warzen sind harte und hornige Erhebungen auf der Haut und, solange sie klein sind, kaum spürbar. Ursache ist ein Virus, das man sich unter anderem in Schwimmbädern und Saunen einfangen kann.

Hühneraugen dagegen sind Hornhautverdickungen, die durch Druck oder Reibung entstehen und Schmerzen verursachen können.

Beide Befunde können zum Beispiel durch spezielle salizylsäurehaltige Pflaster aufgeweicht und vorsichtig mit einem Hobel entfernt werden. Warzen kann man zudem durch antivirale Lösungen bekämpfen, Vereisungen durch den Arzt sowie naturheilkundliche Behandlungsmethoden. Entscheidend ist die langfristige Behandlung, da Warzen sehr hartnäckig sind!“

10. Sport trotz Hautkrankheiten – geht das?

„Grundsätzlich ist Sport bei den genannten Hautkrankheiten kein Problem“, so Dr. Andreas Degenhardt, Hautarzt in Bremen. „Tatsächlich kann man durch regelmäßige Bewegung den Zustand der Haut verbessern. Die Durchblutung, der Stoffwechsel und die Versorgung mit Nährstoffen werden angeregt. Problematisch kann es nur bei einem schweren Entzündungsschub werden. Dann ist es oft besser, eine Pause einzulegen oder sich zumindest mit seinem Hausarzt abzusprechen.

Zur Körperpflege: Langes, heißes Duschen nach dem Sport trocknet die Haut aus. Daher sollte man nur kurz, mit lauwarmem Wasser duschen und ein pH-neutrales Waschgel benutzen. Die Kleidung ist ein weiterer Punkt. Sie sollte atmungsaktiv sein, damit der Schweiß gut abtransportiert werden kann. Baumwollshirts also bitte im Schrank lassen.

Vorsicht ist zuletzt bei Outdoor-Sportarten geboten: Hier sollte zur Vorbeugung von Hautkrebs immer ein Sonnenschutz mit dem Faktor 50 oder mehr gewährleistet sein.“ Bedenkt man zudem, dass beim Workout Stress abgebaut wird, der eine wichtige Rolle bei vielen Hautkrankheiten spielt, kann man nur sagen: Bewegt Euch!

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