Aktualisiert: 05.07.2017 - 16:30

Auch Erwachsene kriegen sie Pflege, Ernährung, Sport: Das können Sie gegen Pickel tun

Von Arne Schulz

Pickel machen uns das Leben schwer. Doch was genau ist ein Pickel und warum bekommen wir ihn immer zum falschen Zeitpunkt?

Foto: iStock/as3d

Pickel machen uns das Leben schwer. Doch was genau ist ein Pickel und warum bekommen wir ihn immer zum falschen Zeitpunkt?

Das Thema Pickel ist bei Erwachsenen nicht unbedingt durch: mehrere Faktoren können dazu führen, dass sie sich auch im reiferen Alter noch bilden. Welche das sind, ob Sport und Ernährung ein Rolle spielen, und was sie von Mitessern unterscheidet: zehn wichtige Antworten rund ums Thema.

1. Mitesser und Pickel – was ist das eigentlich?

Mitesser sind salopp gesagt die kleinen Geschwister der Pickel. Aber essen die wirklich mit? Die Bezeichnung stammt aus dem 19. Jahrhundert, als man glaubte, Mitesser seien kleine Parasiten, die sich von Körperflüssigkeiten ernähren. Inzwischen weiß man es besser:

Der Körper hat unzählige Poren, aus denen Talg abgesondert wird, welcher dem Schutz der Haut dient. Wenn die Poren verstopfen, kommt es zu einem Talgrückstau und es bilden sich Mitesser, kleine gelbe oder schwarze Punkte, aus denen dann Pickel werden können. Sowohl im Gesicht wie auch im oberen Bereich der Brust und des Rückens gibt es besonders viele Hautporen, weshalb hier – leider viel zu offensichtlich – die meisten Pickel entstehen.

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2. Welcher Hauttyp neigt zu Pickeln?

Peter Weisenseel, Facharzt für Dermatologie vom Dermatologikum in Hamburg, erklärt: "Grundsätzlich neigen Menschen mit fettiger Haut eher zu Unreinheiten und Pickeln. Die genetische Veranlagung spielt vor allem in der Pubertät eine große Rolle. Dabei wird durch den Einfluss der Geschlechtshormone mehr Talg gebildet, der schlecht abfließen kann. So können Mitesser entstehen. Entzünden sich diese, wachsen Pickel. Außerdem können zu fettige Salben oder auch oral einzunehmende Medikamente die Bildung von Pickeln fördern."

3. Warum kommen die Pickeln ab der Pubertät?

Pubertätspickel, auch als Akne vulgaris bekannt, befallen Jugendliche zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Der Grund ist einfach: Für die Entstehung von Pickeln sind unter anderem Hormone verantwortlich. In der Pubertät bewirken Hormonveränderungen, besonders durch sogenannte "Androgene", männliche Sexualhormone, eine erhöhte Talgproduktion der Haut – sowohl bei Männern wie auch bei Frauen.

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4. Was können Erwachsene gegen Pickel tun?

Mit dem ärgerlichen "Streuselkuchen" ist bei den meisten um das 16. Lebensjahr herum Schluss. Pickel begleiten den Menschen jedoch ein ganzes Leben lang. Warum ist das so? Die Ursachen für die Entstehung von Pickeln sind vielfältig: genetische Veranlagung gehören dazu und Hormonschwankungen, die kaum zu beeinflussen sind. Andere Risikofaktoren hat man selbst in der Hand.

Mit guter Hautpflege, der korrekte pH-Wert spielt hier eine wichtige Rolle, macht man Pickeln das Leben schon mal schwer. Abgesehen davon lässt sich mit gesunder Ernährung und der Vermeidung von Stress, Alkohol und Rauchen einiges erreichen. Es gibt allerdings schwerwiegende Erscheinungsbilder, bei denen der Gang zum Hautarzt unerlässlich ist.

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5. Beeinflusst unsere Ernährung die Bildung von Pickeln?

"Aktuelle Untersuchungen legen es nahe", sagt Dr. Weisenseel, "dass zum Beispiel Schokolade, fetthaltige Nahrungsmittel, Alkohol, Milchprodukte (vor allem Halbfettmilch), Nahrungsmittel mit einem hohen Anteil an B-Vitaminen und auch Energydrinks unreine Haut und Akne begünstigen können. In einigen Naturvölkern, die weder Getreidemehl, Zucker noch Milchprodukte verzehren, ist Akne unbekannt. Positiv können sich der regelmäßige Verzehr von Obst, Gemüse und Fisch auswirken. Der Einfluss der Ernährung ist individuell jedoch sehr unterschiedlich."

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6. Welche Hautpflege ist bei Pickeln zu empfehlen?

Bei nicht allzu verschmutzter Haut reicht es meist aus, sich einmal am Tag mit Wasser (bei ungeschminkter Haut) zu waschen. Da das Wasser die Haut austrocknet, kann nach dem Waschen Feuchtigkeitspflege sinnvoll sein.

Alkoholhaltige Produkte sind zu vermeiden, weil durch sie die Haut noch weiter ausgetrocknet wird. Zu viel Fett wiederum verstopft die Hautporen. Abhängig davon, ob man eher zu trockener oder fettiger Haut neigt, gilt es, das richtige Präparat in der korrekten Intensität aufzutragen.

Der individuelle Hauttyp spielt eine wichtige Rolle. Es ist ratsam, sich bei der Auswahl von Fachleuten aus dem Bereich der Kosmetik oder vom Hautarzt beraten zu lassen.

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7. Hilft Sonne gegen Pickel?

Generell tun Licht und Sonne der Haut gut. Die Durchblutung wird gefördert, die Vitamin D-Produktion angeregt und das allgemeine Hautbild verbessert sich. Aber Achtung: Ein ordentlicher Sonnenbrand haut sie alle weg!‘ geht gar nicht. Die Pickel verschwinden zwar, doch zurück bleiben hässliche Narben.

Sonnenbäder sollte man daher in Maßen genießen – zu viel UV-Strahlung ist gefährlich, kann Hautkrebs verursachen und trocknet die Haut aus. Sie sollte anschließend von Schweiß gereinigt und mit Feuchtigkeit versorgt werden.

8. Was sollte man bei Pickeln unbedingt vermeiden?

Wenn möglich: Finger weg von Pickeln! Beim hektischen Ausdrücken kann man das Problem durch Schmutz und Bakterien verschlimmern. Bei Mitessern sollten die Zeigefinger vorher mit einem sauberen Tuch umwickelt werden. Nicht mit den Fingernägeln, sondern mit den Fingerkuppen ausdrücken (sonst können Narben entstehen). Hinterher mit Alkohol, noch besser einem antiseptischen Gesichtswasser desinfizieren.

Vorsicht beim Schminken. Viele gängige Produkte enthalten Paraffin oder Silikon, welche die Poren abdecken und den Infektionsprozess begünstigen. Naturprodukte verzichten auf diese Zusatzstoffe. Und es gilt: Weniger ist mehr, auch bei Naturschminke. Abends das Make-up mit einer milden Reinigungslotion entfernen und die Haut über Nacht in Ruhe lassen.

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9. Warum sprießen Pickel oft bei Stress?

Laut einer wissenschaftlichen Studie der University of California aus dem Jahr 2007 hemmt das bei Stress ausgeschüttete Hormon Cortisol den Transport körpereigener Antibiotika in die Haut, so dass sich Entzündungen wie Pickel und Mitesser vermehrt ausbreiten können. Außerdem gehen Wissenschaftler davon aus, dass besonders das Cortisol im Übermaß zu einer verstärkten Talgdrüsenaktivität führt und so das Entstehen von Pickeln begünstigt.

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10. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Sport und Pickeln?

"Manche Sportler", berichtet Dr. Weisenseel, "klagen über das vermehrte Auftreten von Pickeln, vorrangig am Oberkörper und Rücken. Dafür können verschiedene Faktoren in Frage kommen: Leistungsschwimmer, die in gechlortem Wasser trainieren ("Chlorakne"), Kraftsportler, die sehr viel Eiweiß und B-Vitamine oder sogar Hormone zu sich nehmen ("Bodybuilder-Akne"). Aber auch Ausdauersportler, die viel schwitzen und synthetische Funktionskleidung tragen. Hier können sich gegebenenfalls Hefepilze oder Bakterien auf der Haut vermehren, die zu Pickeln führen können."

Also kein Sport? Quatsch. Es gibt aber einiges zu beachten: "Sport stärkt die Haut über eine Verbesserung des Stoffwechsels, was wiederum Folge der Kreislaufaktivierung ist. Regelmäßiger Sport wirkt sich auch für die Haut stressabbauend aus.

Da Schweiß irritierend auf die Haut wirkt, ist auch aus diesem Grund das Duschen, am besten mit Duschölen, nach dem Sport obligatorisch. Danach ist die Haut optimal für eine Pflege vorbereitet, da die befeuchtete Hornhaut die pflegenden Lipide der Creme oder Bodylotion sehr gut aufnehmen kann."

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