30.08.2016 - 13:23

Im Test So viele Schadstoffe stecken im Thunfisch wirklich

Von Beatrix Altmann

Aldi-Konserve besser als Bio-Produkt. Stiftung Warentest hat 20 Thunfisch-Produkte geprüft und das Ergebnis war insgesamt zufriedenstellend.

Foto: iStock

Aldi-Konserve besser als Bio-Produkt. Stiftung Warentest hat 20 Thunfisch-Produkte geprüft und das Ergebnis war insgesamt zufriedenstellend.

Fisch ist gesund, er enthält Eiweiß und Omega-3-Fettsäuren. Allerdings findet sich seit einigen Jahren im Thunfisch auch regelmäßig Quecksilber.

Im Salat, als Belag auf der Pizza, als Sushi, Katzenfutter oder einfach aus der Dose: Thunfisch erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit und rangiert gleich hinter Alaska-Seelachs, Hering und Lachs auf Platz 4 des meistgekauften Seefischs. Doch der große Raubfisch steht auch im Verdacht, voll mit Schadstoffen zu sein. Der Grund: Thunfische schwärmen durch die warmen und gemäßigten Zonen aller Ozeane und können auf diesem Weg viel giftiges Quecksilber aus erbeuteten Fischen aufnehmen.

Dieses reichert sich zunächst in Plankton an, dann in planktonfressendem Fisch. Ins Meer gelangen die Schwermetalle durch den Menschen. US-Forscher haben herausgefunden, dass sich der Quecksilber-Gehalt im Atlantik, Pazifik und im arktischen Ozean in den letzten Jahren verdreifacht hat.

Was ist eigentlich nachhaltiger Fisch?

Doch sollte man deswegen zukünftig auf Fisch verzichten?

Das ist sicherlich nicht notwendig, wenn beim Kauf und Verzehr auf nachhaltige Produkte geachtet wird. Stiftung Warentest hat 20 Thunfisch-Konserven und tiefgekühlte Steaks einmal genau unter die Lupe genommen.

Die gute Nachricht: 18 Produkte schnitten gut ab. Frei von Schadstoffen ist keines der Lebensmittel, aber die Gehalte sind unbedenklich. Alle lagen weit unter dem EU-Grenzwert von 1 Milligramm je Kilogramm Thunfisch. Die Produkte mit dem meisten Quecksilber - Followfish, Deutsche See und Rewe - enthalten etwa ein Drittel des erlaubten Grenzwerts. Selbst Schwangere und Stillende könnten die getesteten Produkte essen, sollten dies aber generell in Maßen tun.

So wurde getestet

20 Thunfischprodukte, 16 Konserven in Öl und vier tiefgekühlte Thunfischsteaks, wurden nach verschiedenen Kriterien geprüft - eingekauft zwischen April und Mai 2016. Im Labor bestimmten dann die Tester den Gehalt an Quecksilber, Mineralölen, 3-Monochlorpropandiol-Estern (3-MCPD) und Glycidyl-Estern (bezogen auf die Fischmenge). Zu viel Quecksilber kann das Nervensystem schädigen, vor allem bei Ungeborenen und Babys.

Zwei Thunfischdosen mit kritischen Werten

Bedenkliche Konzentrationen an Mineralölen fand Stiftung Warentest in den Konserven von Fontaine und Pan do Mar aus dem Biohandel, also in Markenprodukten. Mineralöle können über verunreinigtes Speiseöl oder bei der Verarbeitung in das Produkt gelangen und stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Beide Produkte erhielten daher nur ein "ausreichend".

Der Thunfisch von Aldi Süd ist Testsieger

Ein Discounter-Thunfisch gehörte zu den Testsiegern. Am besten schnitt die Konserve "Armada" von Aldi Süd mit der Note 1,9 ab. Auf Platz 2 landete Kaiser's Tengelmann mit "Star Marke" und einer Benotung von 2,0. Und auf Platz 3 setzte sich Edeka mit "gut und günstig" durch.

So kaufen Sie Thunfisch mit gutem Gewissen

Wer Thunfisch isst, sollte sich bewusst sein, dass einige Bestände vom Aussterben bedroht sind. Nicht nur Schadstoffe, sondern auch die Überfischung der Meere setzt den Tieren zu. 60 Prozent der Bestände gelten als überfischt. Der rote Thun beispielsweise, vorzufinden im Mittelmeer, ist das größte Familienmitglied und gilt als bedroht und unbezahlbar. Auch der Großaugenthun und der Gelbflossenthun, die gern zu Sushi und Sahimi-Produkten verarbeitet werden, sind betroffen. Die meisten Thun-Fischereien schaden außerdem durch Beifang von Haien, Meeresschildkröten und jungen Thunfischen dem Meeresökosystem.

Was können Verbraucher tun? Der "World Wide Fund For Nature" (WWF) empfiehlt grundsätzlich, Thunfisch mit MSC-Siegel (Marine Stewardship Council) zu bevorzugen. Mit einem Fischratgeber können Sie sich ebenfalls die Entscheidung erleichtern. Generell gilt: Fisch sollte als eine besondere Mahlzeit gelten und nicht als alltägliches Nahrungsmittel.

Das vollständige Testergebnis und Tipps zum nachhaltigen Thunfisch-Kauf lesen Sie hier.

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