25.08.2016

GESUND MIT ACHILLES Komm mit! - Schlaflieder sind auch was für Erwachsene

Schlafen wenn man weiß, dass man schlafen muss – oft ein hoffnungsloses Unterfangen.

Foto: iStock/KirbusEdvard

Schlafen wenn man weiß, dass man schlafen muss – oft ein hoffnungsloses Unterfangen.

Schlaflosigkeit ist äußerst tückisch und gemein – findet Ellen-Jane Austin. Das Einzige, was ihr daran gefällt: Sie darf Schlaflieder hören.

Es ist dunkel in meinem Schlafzimmer. Durch den Spalt des geöffneten Fensters weht eine leichte Brise. Weit entfernt höre ich das nächtliche Summen der Großstadt. Meine Decke schmiegt sich sanft an mich. Ich kuschle meinen Kopf in das Kissen – es war ein anstrengender Tag, ich bin hundemüde – schließe die Augen ... und bin hellwach.

Eben beim Zähneputzen wäre ich fast umgekippt vor Erschöpfung und jetzt möchte mein Kopf gerne analysieren, warum ich den Steuerkram noch nicht gemacht habe, wann ich endlich zum Zahnarzt gehe und ob ich die Email an den Kunden noch nach Fehlern durchgelesen habe.

Schlafen müssen, ist auch Stress

Ernsthaft? Jetzt? Morgen kann ich mich vor Müdigkeit wieder kaum konzentrieren. Super. Außerdem bin ich bestimmt nicht fit genug um in der Frühe laufen zu gehen. Und jetzt, da mir das einfällt, denke ich auch wieder daran, dass zu wenig Schlaf die Lebenserwartung merklich mindern soll.

So wird das nichts. Sobald man sich den Stress macht, schlafen zu müssen, kann man das mit dem Schlafen erst mal vergessen. Was man braucht, ist nicht noch eine Aufgabe, sondern Beruhigung. Kindern werden Schlaflieder vorgesungen, damit sie sanft zur Ruhe kommen – ich will das auch.

Musik als Streicheleinheit für die Seele

Ich tapse leise aus dem Schlafzimmer, damit der Liebste nicht geweckt wird (der selbstverständlich schon schlummert wie ein Stein) und setzte mich an den Computer. Fast eine Stunde suche ich im Internet nach Musik, die ein Gefühl von Wohligkeit und Geborgenheit in mir auslöst.

Es klappt: Nach sechs Stücken bin ich so eingelullt, dass ich den Rechner ausmache und ins Schlafzimmer schleiche. Einen Augenblick lasse ich noch die letzte Melodie durch meinen Kopf schweben ... und ich bin weg.

Meine Schlaflieder

Schlaflied – die Prinzen

So schön – vor allem, wenn die eigene Welt grade nicht in Ordnung ist. Es war das erste Lied, das mir einfiel. Kindheit pur. Da meine Eltern Engländer sind, ist es auch das erste deutsche Schlaflied, das ich gehört habe – mit ca. 12. Und heute, 22 Jahre später, kann ich es immer noch auswendig.

Hushabye Mountain - Stacey Kent

Sachte Klaviertöne begleiten Stacey Kents wunderbar sanfte Stimme bei diesem Cover des Schlafliedes aus dem Film „Chitty Chitty Bang Bang“.

LA LE LU (unser Lied) Heinz Rühmann

Die meisten kennen das Lied von Heinz Rühmann gesungen, aus dem Film "Wenn der Vater mit dem Sohne" (1955). Tatsächlich wurde das Wiegenlied schon 1950 vom Komponisten Heino Gaze geschrieben und von Lonny Kellner und René Carol gesungen.

Mondscheinsonate – Ludvig van Beethoven

Etwas melancholisch klingt die Klaviersonate Nr. 14 in cis-Moll. Und genau diese leichte Schwere hilft mir, immer ruhiger zu werden. Ich würde sie allerdings nicht hören, wenn ich grade unglücklich bin.

Corinne Bailey Rae - Like A Star (Cover)

Sanft, hauchig und süß klingt dieses Cover von Sally Greenwood. Ich habe gar nicht weiter nach der Version von Corinne Bailey Rey gesucht, weil mir diese nicht über-perfekte Version mit dem hörbaren Atem und dem Surren der Gitarre so gut gefallen hat.

Stories - Big Little Lions

Der Song erinnert mich daran, dass unser Leben aus Geschichten besteht. Und dass Geschichten dazu da sind, nicht nur gelesen, sondern auch,geschrieben zu werden. Das gibt mir das Gefühl, mein Leben in der Hand zu haben und die Dinge, die ich übergrüble wenn ich nicht schlafen kann, ändern zu können. Unterstützt wird dieses Gefühl durch die Gesangsharmonien und das Geigenspiel, die ein warmes Gefühl in den Bauch bringen.

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