20.08.2016

SUPERFOODS Sind Chiasamen wirklich so gesund?

Superfoods sind derzeit in aller Munde. Auch Chiasamen genießen einen guten Ruf. Aber ist der auch gerechtfertigt?

Foto: iStock/marekuliasz

Superfoods sind derzeit in aller Munde. Auch Chiasamen genießen einen guten Ruf. Aber ist der auch gerechtfertigt?

Chiasamen wird nachgesagt, dass sie die Verdauung fördern, den Blutzucker regulieren, Sodbrennen und Gelenkschmerzen lindern, die Haut schön machen und sogar beim Abnehmen helfen. Aber stimmt das eigentlich?

Das Azteken-Gold, wie Chiasamen auch gern mal genannt werden, ist aus den Kochtöpfen der Deutschen, aber auch aus den Supermarkt-Regalen nicht mehr wegzudenken. Die Bezeichnung "Superfood" haben sie sich demnach längst verdient. Denn glaubt man der ganzen Werbung, dann können Chiasamen unser Leben um einiges verbessern. Aber stimmt das auch?

Was definitiv stimmt ist, dass Chiasamen sehr nährstoffreich sind. Sie bestehen zu 17 Prozent aus Proteinen, was für ein Pseudogetreide beachtlich ist. Und sie enthalten viele Vitamine, Mineralstoffe, sowie essenzielle, mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Der hohe Ballaststoffanteil (rund 34 Prozent) kann sich positiv auf eine Gewichtsreduktion auswirken, da sie lange satt halten. Wer wenig trinkt muss jedoch mit Verstopfung rechnen. Einen wissenschaftlichen Beweis, dass Chiasamen tatsächlich beim Abnehmen helfen, gibt es bisher aber nicht.

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Keine wissenschaftlichen Beweise

Weil es auch sonst noch keine Langzeit-Studien über die wertvollen Samen gibt, empfiehlt das Bundesinstitut für Risikoforschung nicht mehr als 15 Gramm pro Tag zu essen. In den USA sind es beispielsweise 48 Gramm. Die Warnung wurde vor allem ausgesprochen, weil nicht abzusehen ist, inwieweit Chiasamen Allergien auslösen können. Zum Vergleich: Bei Soja wurde beobachtet, dass mit steigendem Konsum in Deutschland auch die Zahl der Sojaeiweiß-Allergiker anstieg.

Moringa, Königin der Superfoods

Wirklich viel gesünder oder geschweige denn ein Wundermittel sind Chiasamen aber leider nicht. Leinsamen haben beispielsweise einen ähnlich hohen Anteil an Ballaststoffen. Omega-3-Fettsäuren finden sich auch in Rapsöl oder Nüssen. Der Unterschied: Chiasamen sind deutlich teurer! Wer sich also gesund ernähren will, muss nicht zwangsläufig auf das Azteken-Gold zurückgreifen.

Einen klaren Vorteil haben Chiasamen dann aber doch: eingelegt in Flüssigkeit bilden sie eine Art Gelee, dass sich hervorragend dazu eignet, Puddingoder andere Speisen anzudicken. Na dann Mahlzeit!

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Unsere Rezepte mit Chia-Samen:

Smoothie mit Basilikum und Chiasamen

Pancakes mit Chiasamen

Brot mit Chia-Samen

Ananas-Chiapudding mit Sojacreme

Glutenfreie Overnight-Oats

Süß schlemmen mit Chia-Samen

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