10.08.2016

GESUND MIT ACHILLES Knöllchen und Diebstahl: 10 Tipps, die Fahrradfahrer schützen

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So schön das Freiheitsgefühl auf dem Fahrrad ist, gelten doch Verkehrsregeln, bei deren Verstoß Bußgelder winken können.

So schön das Freiheitsgefühl auf dem Fahrrad ist, gelten doch Verkehrsregeln, bei deren Verstoß Bußgelder winken können.

Radfahren ist gesund und spart Geld – wenn man sich an die Regeln hält. Bußgeld, Führerscheinentzug, Diebstahl: Wir zeigen, wo der Ärger lauert.

1. Rote Ampeln: Bis zu 180 Euro

Wer mit dem Fahrrad über eine rote Ampel brettert, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. 60 bis 120 Euro sind zu zahlen, sprang die Ampel erst eine Sekunde zuvor auf Rot. Dauerte die rote Phase schon länger an, sind 100 bis 180 Euro fällig. In jedem Fall bringt der Verstoß einen Punkt in Flensburg ein. Rasen lohnt sich nicht!

2. Alkohol: Wer sein Rad liebt, der schiebt

“4,6 Prozent der Fahrradunfälle geschehen unter Alkoholeinfluss”, sagt Roland Huhn, Sicherheitsexperte des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). “Bei Kraftfahrzeugen ist der Anteil nur halb so hoch.”Unfälle von alkoholisierten Radfahrern hätten außerdem schwerere Folgen als bei nüchternen Fahrern: “Da gibt es deutlich mehr Gesichtsverletzungen.”

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Autofahrer werden schon mit 0,5 Promille zur Kasse gebeten – doch wie sieht das für Radler aus? Die Grenze liegt recht hoch. Nur wer mit 1,6 Promille und mehr angehalten wird, muss mit ernsten Konsequenzen rechnen: Drei Punkte in Flensburg, Geldstrafe (meist ein Nettomonatsgehalt), eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU, der sogenannte Idiotentest), Fahrverbot oder gar Entzug des Führerscheins. Aber wer fahrauffällig unterwegs ist, kann schon mit 0,3 Promille mit einer Strafanzeige rechnen.

Huhn sagt: “Der ADFC ist dafür, dass der Gesetzgeber zusätzlich zur ‚absoluten’ Grenze von 1,6 Promille einen Gefahrengrenzwert von 1,1 Promille als Ordnungswidrigkeit einführt.”

Unser Rat: Finger weg vom Alkohol am Lenker. Probiere doch mal ein alkoholfreies Bier – das wirkt sogar isotonisch. Und ein Glas Rotwein oder ein Weizenbier schmeckt nach der Radtour eh viel besser!

3. Handy: Besser stecken lassen

Ein Handy in der Hand hat auf dem Fahrrad nichts zu suchen. Telefonieren und tippen lenkt vom Straßenverkehr ab und die Reaktionszeit bei Gefahrensituationen verlängert sich. Mit nur einer Hand am Lenker und bringt man sich und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr. 25 Euro kostet ein Verstoß. Auch der ADFC rät: „Hände weg vom Handy. Im Straßenverkehr braucht man alle seine Sinne.“

Wir fügen hinzu: Wer auf längeren Touren mit dem Smartphone navigieren will, sollte vor der Fahrt programmieren und dann ab in die zugehörige Lenkerhalterung mit dem Handy.

4. Falsche Richtung auf dem Radweg: 30 Euro

Fahrradfahrer dürfen immer auf der Straße fahren – es sein denn, der Radweg wird durch ein blaues Schild verpflichtend. Aufgehoben ist die Regelung, wenn der Radweg unbenutzbar ist (Vereisung, überwuchert, falsch parkende Autos). Dann darfst du auf die Straße ausweichen, wo natürlich das Rechtsfahrgebot gilt. Das Radeln auf dem Gehweg oder dem Radweg in der falschen Richtung bestraft der Bußgeldkatalog mit bis zu 30 Euro.

5. Kinder: Ausnahmeregelungen für die Kleinen

Kinder gehören zu den anfälligsten Verkehrsteilnehmern. Ihre Räder müssen die gleichen Sicherheitsstandards erfüllen wie die von Erwachsenen, sobald eine Sattelhöhe von 635 mm vorliegt. Aber Straße und Radweg sind für Kinder bis zum achten Lebensjahr tabu. Zwischen acht und zehn dürfen sie auf beiden fahren. Begleitende Eltern müssen aber paradoxerweise den Gehweg meiden. Deshalb empfiehlt der ADFC, mit den Kindern gemeinsam auf der Straße zu fahren, sofern sie sich im Straßenverkehr sicher bewegen können.

Im Kindersitz darf übrigens nur ein maximal siebenjähriges Kind mitfahren. Die Mitnahme auf Stange oder Gepäckträger kostet ein Verwarnungsgeld von fünf Euro. Bußgeldbescheide gehen an Kinder ab 14 Jahre – die Eltern müssen zahlen.

6. Licht: Bei Dunkelheit kann es teuer werden

Bis 2013 war der Dynamo Pflicht, nun erlaubt das Gesetz auch ebenbürtige akku- und batteriebetriebene Lampen. Die Beleuchtung muss eine Nennspannung von sechs Volt aufbringen, aber hier drückt die Polizei meist ein Auge zu. Falls keine Beleuchtung vorhanden ist, winkt jedoch der Bußgeldkatalog: 20 Euro sind mindestens fällig, 35 Euro wenn es durch den Verstoß zu einem Unfall kommt. Die Regel gilt übrigens auch tagsüber, aber Sicherheitsexperte Huhn beruhigt: „Am Tag wird Licht nicht kontrolliert.”

Tipp: Akkuleuchten ohne lästigen Batteriekauf. Immer mitnehmen (man weiß ja nie, bis wann man schlussendlich unterwegs ist) – und um Diebstahl vorzubeugen: Einfach abnehmen wenn du das Rad abstellst.

7. Bremsen, Klingel, Reflektoren: Worauf ist zu achten?

Sei ehrlich: Wie viele Reflektoren hat dein Fahrrad? Und haben deine alten Bremsklötze nicht langsam ausgedient? Ein straßenverkehrstaugliches Fahrrad hat zwei unabhängige Bremsen, eine am Vorder- und eine am Hinterrad. Dazu eine fest angebrachte Klingel (Hupe zählt nicht) und Reflektoren vorn (weiß), hinten (rot), an den Pedalen (gelb) und in den Speichen (alternativ Reflexstreifen an den Reifen). Reflektoren gehören zur Sicherheit regelmäßig gesäubert und abgenutzte Bremsklötze ausgetauscht.

8. Verkehrstauglichkeit: Polizei und ADFC bieten kostenfreie Checks an

Gib‘s zu, du hast dein Fahrrad nicht mehr durchchecken lassen, seit du es gekauft hast. Tatsächlich lohnt sich eine Sicherheitsprüfung – besonders, wenn das Fahrrad lange Zeit im Keller stand. Sitzen alle Schrauben fest, greifen die Bremsen richtig und sind Reifen, Felgen und Räder unbeschädigt?

„So ein Check kostet 50 bis 60 Euro“, sagt ADFCler Huhn. Wer Geld sparen will: Vereine wie der ADFC oder die Polizei bieten immer mal wieder regional organisierte, kostenlose Fahrrad-Checks an.

9. Reparaturen: Sparen dank Selbsthilfewerkstätten

Reparaturen nerven – auch die kleinen. Man benötigt Geschick und das richtige Werkzeug. Aber keine Angst, denn oftmals machen die Experten an den Prüfungsterminen dein Fahrrad gleich wieder fit wenn nur kleine Mängel vorliegen. Für größere Reparaturen musst du nicht unbedingt zum Fahrradladen. Der ADFC, Universitäten und gemeinnützige Vereine bieten vor allem in größeren Städten kostenlose Selbsthilfewerkstättenan. „Machen kann man dort, was man sich selbst zutraut”, so ADFC-Sicherheitsexperte Huhn. Ehrenamtliche Mitarbeiter helfen mit dem vor Ort befindlichen Werkzeug.

10. Diebstahl: vorbeugen, versichern, Rad codieren

Jeden Tag werden laut ADFC rund tausend Fährräder in Deutschland gestohlen, „die schlimmsten Städte sind die mit vielen Radfahrern wie Münster oder Freiburg.“ Das häufigste Motiv: Verkauf der Beute. Und die Chance, das Rad jemals wiederzusehen? “Die Aufklärungsquote liegt unter zehn Prozent”, sagt Sicherheitsexperte Huhn, “in Großstädten bei 5 Prozent.”

Oft reicht schon ein kurzer Moment der Unachtsamkeit – und das Rad ist weg. Ein Diebstahl ist nicht nur für das Portemonnaie ärgerlich. Der ideelle Wert des Rades ist manchmal unbezahlbar.

Unsere Tipps:

  • Schließ dein Fahrrad in geschlossenen Räumen oder, wenn unterwegs, nicht an abgelegenen Plätzen und immer am Rahmen, Rad und Fahrradständer an

  • Schließ eine Versicherung ab, denn auch das beste Schloss kann geknackt werden

  • Codiere dein Fahrrad bei der Polizei mit individuell nummerierten und schwer entfernbaren Aufklebern. Einen Fahrradpass inklusive Codierung, Foto, Rahmennummer, Name und Anschrift des Besitzers gibt es sogar als App. Huhn erklärt: „Codierte Fahrräder werden erfahrungsgemäß seltener gestohlen und häufiger wiedergefunden, Zahlen gibt es aber leider nicht.”

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