25.07.2018

Sommerliche Temperaturen Was tun gegen Hitze? Tipps für einen kühlen Kopf

Der Sommer hat Deutschland im Griff. Was also tun gegen Hitze? Wichtig ist vor allem, genügend Wasser zu trinken!

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Der Sommer hat Deutschland im Griff. Was also tun gegen Hitze? Wichtig ist vor allem, genügend Wasser zu trinken!

Die Sommerhitze hat Deutschland fest im Griff: Sommer, Sonne, Hitzewelle. Einerseits ist das sehr schön. Bei Temperaturen von über 30 Grad gibt es aber auch viel zu beachten. Denn Hitze kann schnell gesundheitsgefährdend sein.

Alle Jahre wieder sehnen wir den Sommer herbei! Momentan meint es Petrus aber ein bisschen zu gut mit uns. Fast überall in Deutschland halten die schwül-heißen Temperaturen seit Tagen an – und ein Ende ist erst einmal nicht in Sicht! Für Sonnenanbeter und Freunde der Wärme ein kleiner Sommertraum – der Flug in den Urlaub ist fast nicht nötig.

Aber die hohen Temperaturen können schnell nervig, anstrengend und sogar gefährlich werden. Was tun gegen Hitze? Diese Frage beantworten wir Ihnen hier! Passen Sie auf sich auf!

Was tun gegen Hitze? Mit diesen Tipps kommen Sie gut und gesund durch die extrem heißen Tage

Für viele gesunde Menschen ist die anhaltende Wärme ein kleiner Traum. Aber wer krank ist, Kreislaufprobleme hat oder sonst schnell geschwächt ist, dem macht die anhaltende Hitzewelle schnell zu schaffen. Selbst wenn Sie eigentlich fit sind, sollten Sie ein paar Dinge beachten – damit das auch so bleibt und Sie den Sommer genießen können.

Denn auf die durchweg hohen Temperaturen ist unser Körper hierzulande schlecht eingestellt. Wir haben in unserem Körper – Organe und Gehirn – eine Temperatur von rund 37,5 Grad Celsius. Unsere Hauttemperatur liegt bei rund 36,5 Grad. Unser Blut transportiert die innere Wärme als eine Art Wärmeregulator nach außen. Ist es zu warm draußen, erwärmt sich aber auch unsere Körperoberfläche weiter, der Wärmeaustausch funktioniert nicht mehr so richtig. Dem versucht der Körper mit einem erhöhten Blutdruck und daraus resultierender Schweißproduktion entgegenzuwirken – um die Verdunstungskälte auf der Haut mitzunehmen. Das wiederum lässt den Körper Flüssigkeit verlieren.

Die Folgen: Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit – Kreislaufprobleme bis hin zum Kreislaufkollaps. Daher sind die folgenden Tipps so wichtig.

Hinzu kommt: Bei hohen Temperaturen lässt es sich auch viel schlechter schlafen. Auch hier haben wir ein paar Tipps für Sie.

Leicht essen und viel trinken – am besten Wasser!

Ein durchweg hoher Wasserhaushalt ist aus oben genannten Gründen sehr wichtig. Was also tun gegen Hitze? Trinken Sie reichlich Mineralwasser, Früchtetee oder Saftschorle, mindestens zwei Liter pro Tag, um den Körper von innen zu kühlen und den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen. Achten Sie aber darauf, dass die Getränke nicht zu eiskalt sind, sonst muss der Körper Energie aufwenden, um den Mageninhalt wieder in Richtung Körpertemperatur zu bringen. Und das bedeutet: noch mehr schwitzen!

Alkohol, Koffein und sehr süße Getränke sollten Sie dagegen meiden. Besonders Kinder sowie ältere Menschen müssen immer wieder dazu angehalten werden zu trinken, am besten jede Stunde ein kleines Glas Wasser.

Um den durchs Schwitzen gesenkten Mineralstoffgehalt wieder aufzufüllen, bieten sich außerdem (kalte) Brühen an.

Wer das Trinken schnell vergisst, kann sich kleine Erinnerungszettel in der Wohnung oder am Arbeitsplatz verteilen sowie Getränke vorbereiten und diese an verschiedenen Stellen platzieren. Richtig trinken will gelernt sein!

Nehmen Sie häufiger eine kleine, leichte Mahlzeit zu sich, am besten Gemüse, Salat und Obst (besonders gut: Melonen, Gurken) sowie kühlende Speisen wie Joghurt oder eine leckere Gurken-Kaltschale. Auch erlaubt sind magere Geflügelgerichte wie die Geflügel-Gemüse-Pfanne.

Schwer verdauliche Speisen, also zum Beispiel fett- oder proteinreiches Essen wie etwa Fleisch, belastet den ohnehin schon gestressten Körper nur zusätzlich. Gegebenenfalls etwas stärker salzen als sonst, um den Salzverlust durch starkes Schwitzen auszugleichen.

Auch im Schatten wichtig: Der richtige Sonnenschutz

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt: Draußen sollten Hüte mit breiter Krempe, Kappen und Sonnenbrillen mit 99- bis 100-prozentigem UV-Schutz jetzt zu Ihrer Grundausstattung gehören. Außerdem unbedingt Sonnencreme, mindestens mit Schutzfaktor 30, auftragen! Zwischen 10 und 16 Uhr sind die UV-Strahlen am intensivsten – in dieser Zeit draußen zusätzlich Schatten aufsuchen. Absolut meiden sollten Sie die Mittagssonne zwischen 11 und 13 Uhr, zu dieser Zeit erreicht die Sonne ihren höchsten Punkt, und damit steigt die Sonnenbrandgefahr. Wer sich ganz ohne Schutz in der Sonne aufhält: Tun Sie dies bitte nicht länger als 10 bis 15 Minuten!

Auch ein natürlicher Sonnenschutz von innen durch richtige Ernährung kann nicht schaden. Unterstützen Sie Ihren Körper, wo Sie können! Sowohl gegen die Haut schädigenden Sonnenbrand als auch gegen einen möglichen Sonnenstich.

Kühlen Kopf bewahren und regelmäßig Abkühlen

Schützen Sie Ihren Körper vor Überhitzung. Die WHO empfiehlt kühle Duschen oder Bäder ­– also ab ins Freibad oder an den Badesee! Aber auch Kältepackungen, kühlende Umschläge und Fußbäder erfüllen ihren Zweck. Passen Sie dabei aber auch, dass Sie sich langsam an die Kälte gewöhnen – sonst kann es schnell Herz- oder Kreislaufprobleme geben!

Auch wenn Sie sich ein Eis oder ein kaltes Getränk gönnen: seien Sie vorsichtig. Durch den Temperaturunterschied ziehen sich die Blutgefäße schnell zusammen. Das kann zu Kopfschmerzen führen. Der eine oder andere kennt vielleicht die Bezeichnung "Gehirnfrost". Dabei friert aber das Gehirn zum Glück nicht wirklich ein.

Bei einer Raumtemperatur ab 30 Grad fällt die Arbeit besonders schwer. Sehr zu empfehlen bei der Büroarbeit: ab und zu ein kalter Gesichtsguss oder ein erfrischendes Armbad. Das weckt die Lebensgeister, fördert die Durchblutung und reguliert den Blutdruck. Vor allem kaltes Wasser auf die Unterarme kann helfen, die Körpertemperatur ein wenig zu senken.

Übrigens: Wenn Sie bei den aktuellen Temperaturen duschen, stellen Sie die Wassertemperatur lieber lauwarm ein – denn hier kann durch eiskaltes Wasser auf dem gesamten Körper noch schneller ein Kreislaufschock entstehen.

Blick in den Schrank: Die richtige Kleidung wählen

Tragen Sie leichte, weite Kleidung, sie ermöglicht eine Luftzirkulation zwischen Haut und Kleidern. Zudem sollten die Stoffe hell und atmungsaktiv sein: Stoffe wie Baumwolle, Leinen oder Mikrofasern trocknen schnell und verhindert einen Hitzestau. Helle Farben reflektieren die Sonne, dunkle ziehen Hitze an und speichern sie. Ganz wichtig ist außerdem eine Kopfbedeckung! Strohhüte sind zum Beispiel richtig stylische Sommer-Accessoires!

Bewegung ja – aber in Maßen

Auch bei hohen Temperaturen sollten Sie nicht auf ausreichend Bewegung verzichten, denn diese bringt den Kreislauf in Schwung, den die Hitze eher lahm legt. Doch legen Sie Sport im Freien in die Morgen- oder Abendstunden oder auf den späten Nachmittag. Empfehlenswert sind dann kleine Radtouren oder Spaziergänge. Jogger sollten ihre Runden in einem Wald oder dichtem Park laufen – hier gibt es ausreichend Schatten, und die Temperaturen sind frischer.

Wohnung kühlen – vor allem für genügend nächtliche Ruhe

Was tun gegen Hitze in der Wohnung? In heißen Nächten schläft man meist schlecht. Sie können Ihre Wohnung etwas abkühlen, indem Sie spätabends, nachts und frühmorgens lüften, nach 11 Uhr sollten die Fenster nur noch zur Stoßlüftung geöffnet werden, zum Beispiel, um für einen kurzen Durchzug zu sorgen. Grundsätzlich sollten die Fenster tagsüber jedoch geschlossen bleiben, um die Wärme auszusperren. Und nachts sollten Sie Zugluft vermeiden – die kann schnell zu Verspannungen führen. Auch beim Nacktschlafen sollten Sie bestimmte Sachen beachten – allein für die Hygiene.

Warum man nackt schlafen sollte

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An Sonnenseiten empfiehlt es sich, die Vorhänge geschlossen zu halten. Nasse Handtücher oder Laken verhelfen zusätzlich zu einem kühleren Raumklima. Tipp: Den Wäscheständer zum Trocknen reinstellen. Auch Ventilatoren können helfen. Elektrische Geräte, die nicht gebraucht werden, sollten Sie ausschalten, da diese Wärme produzieren.

Gefährdete Personengruppen besonders schützen

Was tun gegen Hitze, wenn der Körper noch nicht oder nicht mehr so mitmacht? Ältere Menschen, Kleinkinder, Babys, chronisch Kranke und Schwangere gehören zur Risikogruppe, da ihre Wärmeregulation beeinträchtigt sein kann, sie weniger schwitzen oder ein schwächeres Durstgefühl haben. Sie sollten sich häufiger ausruhen – vor allem in der Zeit der „Siesta“ zwischen 11 und 15 Uhr. Außerdem gelten für diese Personen die aufgezählten Tipps in ganz besonderem Maße! Also: viel trinken, leicht essen, Sonne meiden.

Ganz besonders die empfindliche Babyhaut muss gut geschützt werden, das bedeutet: Kopfbedeckung, reichlich Sonnencreme und keine direkte Sonne!

Autofahrten: Am besten ganz lassen – sonst viele Pausen einlegen

Extreme Temperaturen sind für Autofahrer (und Mitfahrer) nicht nur unangenehm, sondern sie können auch gefährlich werden. Bei Hitze besteht eine bis zu 20 Prozent höhere Unfallhäufigkeit. Der Grund: Das Herz schlägt schneller, es kommt schneller zu Ermüdung und Benommenheit, die Reaktionszeit verlängert sich.

Um das Risiko zu vermeiden: bei längeren Autofahrten, zum Beispiel in den Urlaub, mehrere kleine Pausen einlegen, das Auto immer gut mit frischer Luft durchlüften.

Wenn die Hitze krank macht

Bei Anzeichen wie Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen den Kopf gut kühlen, es kann sich um einen Sonnenstich handeln.

Kommen Durst, Schwäche und ein flacher Atem hinzu, leiden Sie eventuell an einer Hitzeerschöpfung. Das beste Mittel: kühlen, ruhen und viel trinken.

Ernst wird es bei einem kurzzeitigen Bewusstseinsverlust oder wenn Ihnen schwarz vor den Augen wird – dies können Hinweise auf einen Hitzekollaps sein. Dann gilt: Sofort raus aus der Hitze und an einen kühleren Ort, Beine hochlegen, ausruhen, vorsichtshalber den Notruf verständigen.

Bei Anzeichen für einen Hitzschlag, nämlich Benommenheit, Verwirrung, Bewusstlosigkeit und eine Körpertemperatur von über 40 Grad: sofort den Notruf verständigen, den Betroffenen kühlen, bis der Arzt kommt.

Was tun gegen Hitze? Nun, wenn sie sich an diese Tipps halten, können Sie auch die ganz heißen Tage genießen. Und: Das nächste Gewitter kommt bestimmt!

An heißen Tagen ist Mineralwasser geradezu unerlässlich. Wie wichtig es aber auch ansonsten ist, lesen Sie auf unserer Themenseite noch einmal nach!

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