23.06.2016 - 16:26

Nur das Beste Welche Fertigmilch ist gesund? Babynahrung auf dem Prüfstand

Welche Babynahrung ist wirklich gesund?

Foto: iStock/Georgia Court

Welche Babynahrung ist wirklich gesund?

Die Stiftung Warentest hat 15 Anbieter von Fertigmilch für Babys getestet und ist zu überraschenden Ergebnissen zum Thema Babynahrung gelangt...

Steht Nachwuchs in Haus, dreht sich meistens schon vorab alles nur um das Baby. Kinderwagen, Kinderzimmer, Windeln, Kleidung und Spielzeug müssen her. Wenn der Spross dann da ist, will er gut versorgt werden. 90 Prozent aller Mütter stillen heutzutage auf natürliche Art und Weise ihr Baby.

Muttermilch versorgt das Kind mit allem was es braucht, doch wirklich lange werden deutsche Kinder nicht mehr gestillt. Bereits vier Monate nach der Geburt stillt nur noch jede zweite Mutter in Deutschland. Alle anderen Kinder werden mit Fertigmilch gefüttert. Ein Grund mehr, für das Magazin test diese heute mal genau unter die Lupe zu nehmen.

15 Fertigmilchprodukte wurden ins Labor geschickt – elf aus der Kategorie der sogenannten Säuglingsanfangsnahrung Pre und vier Produkte für allergiegefährdete Babys, die sich Pre HA, Hypoallergene Anfangsnahrung, nennt.

Das Ergebnis ist positiv überraschend: Alle Pulver im Test sind ernährungsphysiologisch gut und haben ähnliche Rezepturen. Doch das schöne Ergebnis hat einen Grund: Die Hersteller müssen strengen gesetzlichen Regeln folgen. Krankmache Keime wurden daher nicht gefunden.

Sieger und Verlierer

Der Testsieger ist ganz klar Milasan Pre Anfangsmilch. Generell haben sechs der getesteten Fertigmilchprodukte gut abgeschnitten. Lediglich die Babydream-Milch von Rossmann trübt das Gesamtergebnis. Sie schnitt mit mangelhaft ab! Der Grund: erhöhte Schadstoffgehalte.

Babydream enthält eine bedenkliche Menge an Glycidyl-Estern, aus denen während der Verdauung das wahrscheinlich krebserregende Glycidol wird. Eine gesetzliche Höchstgrenze gibt es für Glycidyl-Ester zwar noch nicht. Solche Mengen sind aber vermeidbar.

Neben den harten Auflagen, was Babynahrung alles enthalten muss, ist ebenfalls vorgegeben, was nicht drin sein darf. Schadstoffe stehen dabei natürlich ganz oben auf der Liste. Rossmanns Babydream fällt bereits wegen der bedenklichen Menge an Glycidyl-Ester im Test durch. Doch das ist nicht das Einzige, das gefunden wurde. 3-MCPD-Estern war ebenfalls zu finden. Nicht nur bei Rossnanns Babydream, sondern auch bei Alnatura und Hipp HA. Er entsteht während der Fettraffination. 2007 wurden sie erstmals nachgewiesen. Zwar lassen sie sich bislang nicht vermeiden, aber minimieren. Denn ungefährlich sind sie keinesfalls. Bei Tierversuchen führten sie zur Bildung gutartiger Tumore.

Doch auch Rossmann-Konkurrent DM erntete keine Lorbeeren. Babylove von DM enthielt nämlich auffällig viel Chlorat, welches über Desinfektionsmittel in den Molkereien ins Produkt gelangen. Nicht ungefährlich, denn sie können die Jodaufnahme in der Schilddrüse hemmen! Der gesetzlich vorgegebene Höchstgehalt wurde allerdings nicht überschritten.

Muttermilch vs. Fertigmilch

Obwohl einige der Fertigprodukte gut abgeschnitten haben und alle wichtigen Bestandteile beinhalteten, gibt es nichts Besseres für ein Baby als Muttermilch. „Trotz aller Verbesserungen bestehen noch immer große Unterschiede zwischen Muttermilch und Flaschennahrung“, bestätigt Berthold Koletzko, Professor an der Ludwig-Maximilian-Universität München und Vorsitzender der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.

Einigen Müttern wird aufgrund des fehlenden Milcheinschusses die Entscheidung jedoch von Anfang an abgenommen. Gründe dafür sucht man bisher vergeblich. „Wir versuchen zu klären, warum es mit dem Stillen nicht klappt,“ erklärt Aleyd von Gartzen, Beauftragte für Stillen und Ernährung im Deutschen Hebammenverband. „Oft können wir das Problem jedoch gemeinsam mit den Müttern lösen.“ Eines steht jedoch fest: Egal wie, Hauptsache das Baby ist gut versorgt!

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