16.03.2016

Schwanger? Nein Danke! Pille ab 30: Welche Verhütungsmittel sind wirklich sicher?

Pille mit 30

Foto: iStock/hbak

Pille mit 30

Wer mit 30 lieber an seiner Karriere statt an der Familienplanung feilt, muss verhüten. Aber wie und welche Verhütungsmittel eignen sich?

Mit Anfang 30 steht man mitten im Leben, kennt seinen Körper und hat Spaß beim Sex. Wer keine Kinder haben möchte, muss sich mit dem leidigen, aber wichtigen Thema Verhütung auseinandersetzen. Obwohl es viele verschiedene Möglichkeiten gibt, zählt die Pille in Deutschland immer noch zu den beliebtesten Methoden, eine Schwangerschaft zu verhindern.

Welche Gefahren birgt die Pille für Frauen ab 30?

Sieben Millionen Frauen nehmen das Hormon-Präparat täglich. Dabei birgt sie immer noch hohe Risiken und Nebenwirkungen. Die Hormone können einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder eine Beinvenen-Thrombose mit nachfolgender Lungenembolie verursachen, die allesamt lebensgefährlich sind. Bei Frauen über 30 steigt die Erkrankungsgefahr sogar stetig an.

Früher wurde Frauen dieses Alters daher sogar empfohlen, nicht mit der Pille zu verhüten. Erst Recht nicht, wenn man raucht und übergewichtig ist, da diese Faktoren das Risiko nochmal drastisch erhöhen. Mittlerweile gibt es sogenannte Mini-Pillen, die deutlich weniger Östrogene enthalten und somit ein geringeres Risiko bärgen, ganz ungefährlich sind aber auch sie nicht. Frauen ab 30 sollten sich also eine Alternative suchen.

Welche Alternativen gibt es zur Pille?

Wer gar keine Kinder haben möchte hat gleich zwei Varianten, eine Schwangerschaft zu verhindern. Die erste Möglichkeit ist, sich eine Spirale einsetzen zu lassen. Je nach Präparat kann die Kupferspirale bzw. die Kupferkette für bis zu 3 bzw. 5 Jahre in der Gebärmutter verbleiben. Man hat also länger Ruhe. Sollte sich doch noch ein Kinderwunsch einstellen, müssen sich Frauen die Spirale ziehen lassen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sich sterilisieren lassen. Bei der Frau werden dann operativ die Eileiter durchtrennt oder abgeklemmt.

Wen die Hormoneinnahme nicht stört, kann auf die Hormon-Spirale, die Drei-Monats-Spritze oder das Verhütungsstäbchen zurückgreifen. Das Positive an der Hormon-Spirale: Sie mindert die Blutungsstärke, -dauer und -schmerzhaftigkeit. Bei 20 Prozent bleibt die Regelblutung sogar ganz aus, was von vielen Frauen als positiv empfunden wird. Bei der Verhütungsspritze und dem Stäbchen steigt mit dem Alter allerdings das Osteoporose-Risiko.

Natürliche Methoden der Verhütung

Wer seinem Körper gar nichts Böses will, sollte auf die natürlichen Methoden zurückgreifen und einen Perioden-Kalender oder eine App nutzen. So weiß man auf einen Blick, wann die fruchtbaren Tage sind. Die Messung der Temperatur ist eine weitere Möglichkeit. Frauen messen dabei täglich ihre Basaltemperatur, die sogenannte „Aufwachtemperatur“. Sie ist in der ersten Zyklushälfte – vom Beginn der Menstruation bis zum Eisprung – etwas niedriger als in der zweiten Zyklushälfte. Durch tägliche Messungen lässt sich daher der Eisprung abschätzen. Natürlich sind beide Methoden nicht so sicher wie die Pille, aber eben natürlich und ohne körperliche Belastung.

Wie geht es mit der Verhütung weiter ab 40?

Auch mit 40 muss man sich noch einen Kopf um die Verhütung machen. Zwar sinkt das Risiko einer Schwangerschaft mit dem Alter – ab 45 besteht nur noch eine 2-3 prozentige Chance auf eine Lebensgeburt – verhütet werden muss aber trotzdem. Wie bereits erwähnt, steigt das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko im Alter enorm an. Aus diesem Grund sollten ab 40 vornehmlich alternative Verhütungsmethoden genutzt werden. Dazu zählen zum einen reine Gestagen-Präparate oder etwa die Hormonspirale. Zum anderen mechanische Verhütungsmethoden wie Kondome oder das Diaphragma, die praktischerweise auch noch vor Geschlechtskrankheiten schützen.

Bis wann sollte verhütet werden? Was passiert ab 50?

Grundsätzlich kann eine Frau bis zu dem Zeitpunkt schwanger werden, ab dem sie ihre letzte Regelblutung bekommt – die sogenannte Menopause. Erfolgt kein Eisprung mehr, kann auch keine Schwangerschaft mehr eintreten. Das durchschnittliche Alter der Menopause liegt bei etwa 51 Jahren. Somit ist Verhütung ab 50 nur noch ein sehr rudimentäres Thema.

Mehr zum Thema Sexualität in allen Lebenslagen hier: Sexualität im Laufe des Lebens.

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