09.01.2019

Spät ein Kind kriegen Schwanger mit 40: Ein Risiko?

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Schwanger mit 40: Es gibt zwar erhöhte Risiken, aber möglich ist es dennoch, auch in diesem Alter noch Kinder zu bekommen.

Foto: © iStock / AleksandarNakic

Schwanger mit 40: Es gibt zwar erhöhte Risiken, aber möglich ist es dennoch, auch in diesem Alter noch Kinder zu bekommen.

Werden Frauen mit 40 schwanger, müssen sie sich nicht nur über mitunter fragende Blicke ärgern, sondern auch mit einigen Risiken leben: sie haben nämlich doppelt so oft Fehlgeburten wie 30-jährige. Weniger fruchtbar sind sie deshalb aber noch lange nicht.

Die meisten Frauen können sich heute zum Glück selbst aussuchen, ob und wann sie mit der Familienplanung beginnen – auch wenn sie mit blöden Sprüchen oder schrägen Blicken rechnen müssen, wenn die Familienplanung anders ausfällt als im traditionellen Familienmodell. Das betrifft nicht nur Frauen, die keinen Kinderwunsch haben, sondern auch die, die erst spät schwanger werden. Aber schwanger mit 40 zu werden, birgt auch Risiken.

Schwanger mit 40: Risiko wird ab den 30ern höher

Viele 40-Jährige stehen heutzutage mitten im Leben, haben einen Job und sind unabhängig. Wenn der Wunsch nach Nachwuchs dann doch noch kommt, ist die Panik oft groß. Klappt das überhaupt noch mit der Schwangerschaft ab 35? Sind die Risiken nicht zu hoch, um mit 40 noch schwanger zu werden? Ärzte sind gegenüber Schwangerschaften in diesem Alter oft skeptisch. Immer wieder heißt es, ab dem 30. Lebensjahr, spätestens aber ab dem 35., nimmt die Fruchtbarkeit der Frau drastisch ab. Die biologische Uhr tickt bei Frauen also besonders laut. Oder?

Die amerikanische Psychologin und Wissenschaftsautorin Jean Twenge glaubte nicht daran und forschte nach, woher die viel zitierten Statistiken eigentlich kommen. Sie fand heraus, dass fast immer die gleichen Zahlen genannt werden. Zum Beispiel: Eine von drei 35- bis 40-Jährigen wird innerhalb eines Jahres nicht schwanger. Sie alle berufen sich jedoch auf eine Studie, die 2004 im Journal "Human Reproduction" gedruckt wurde. Und die Datenbasis, auf der diese Studie beruht, bezieht sich auf französische Geburtsregistereinträge aus den Jahren zwischen 1670 und 1830. Schon ziemlich lange her also. Diese Zahlen dürften längst überholt sein. Allein die Lebenserwartung hat sich verdoppelt, wenn nicht sogar verdreifacht.

Die biologische Uhr tickt langsamer, als wir denken

Jean Twenge ist entsetzt über das Ergebnis und forscht weiter. Tatsächlich stößt sie auch auf neuere Untersuchungen. Und die ergeben ein anderes Bild. David Dunson veröffentlichte 2004 in "Obstetrics & Gynecology" eine Untersuchung, deren Grundlage die aktuellen Daten von 770 Frauen aus Europa sind. Diese Untersuchung zeigt, dass die Fruchtbarkeit von 35-jährigen Frauen sich nur um vier Prozent von 25-jährigen Frauen unterscheidet – vorausgesetzt, sie haben zwei Mal in der Woche Sex.

Auch die Studie von Anne Steiner von der Universität von North Carolina bestätigt, dass die Fruchtbarkeit der Frauen in den 30ern durchaus noch hoch ist. Von den Studienteilnehmerinnen zwischen 38 und 39 Jahren, die schon Mutter waren und ein normales Gewicht hatten, wurden 80 Prozent innerhalb von sechs Monaten auf ganz natürliche Weise schwanger.

Laut Elternkompass liegen die Chancen auf eine Schwangerschaft einer Frau über 40 bei etwa 40 bis 50 Prozent. Ab 45 allerdings wird es unwahrscheinlicher, da in dieser Zeit bereits die Wechseljahre einsetzen können. Künstliche Befruchtung ist aber auch dann noch möglich.

Aus diesen Gründen ist es wohl auch nicht verwunderlich, dass die Geburtenrate bei Frauen über 40 stetig steigt. Der Gender Datenreport der Bundesregierung zeigt, dass 1991 nur 0,8 Prozent der erstgeborenen Kinder eine Mutter haben, die älter als 40 Jahre war. Im Jahr 2000 waren es 1,8 Prozent und 2003 schon 3,9 Prozent. Heute werden in Deutschland jährlich rund 20.000 Kinder geboren, deren Mütter 40 oder älter sind.

Höheres Risiko: da ist was dran

Wer sich später für ein Kind entscheidet, muss zwar keine Angst haben, dass es nicht klappt, dafür aber durchaus mit höheren Risiken rechnen. Frauen ab 35 Jahren haben eine Risikoschwangerschaft, weil sie eher an Schwangerschaftsdiabetes, hohem Blutdruck und einer Plazentaschwäche leiden. Das höhere Risiko einer Chromosomen-Anomalie, wie etwa Trisomie 21 (Down-Syndrom), besteht ebenfalls. Ist die werdende Mutter 31, liegt die Wahrscheinlichkeit bei 1:800, ist sie 40, bereits bei 1:100. Ältere Schwangere werden daher feindiagnostisch gründlicher untersucht.

Auch steigt das Risiko auf Fehlgeburten ab 40 Jahren auf 34 Prozent. Ab 45 liegt es sogar bei 53 Prozent. Im Gegensatz dazu erleiden 10 Prozent der 30-jährigen Frauen eine Fehlgeburt.

Es handelt sich bei all diesen Werten aber eben auch nur um Möglichkeiten. Auch eine junge Frau kann Schwangerschaftsdiabetes bekommen, auch Kinder junger Frauen können mit Gendefekt zur Welt kommen. Das Risiko ist nur eben im Alter höher. Dessen sollte sich jede Frau bewusst sein, die mit über 40 schwanger werden möchte.

Ein Problem ist es also erst einmal nicht unbedingt, schwanger mit 40 zu werden. Allerdings sollten Sie sich auf gründlichere Untersuchungen einstellen und in der Zeit der Schwangerschaft auf Ihren Körper achten und die ärztliche Versorgung wahrnehmen, damit Schwangerschaft und Geburt reibungslos ablaufen. Achten Sie etwa nach Absprache mit Ihrem Arzt darauf, einen eventuellen Vitaminmangel auszugleichen.

Sollten Sie sich schon die Frage stellen: bin ich schwanger? An bestimmten Anzeichen erkennen Sie es. Übrigens beeinflusst auch die Ernährung des Mannes vor der Zeugung Schwangerschaft und Kind.

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