Aktualisiert: 12.03.2021 - 22:45

Als wären sie lebendig ... Warum diese Mumien Touristen nach Palermo locken

Von der Redaktion

Diese Mumien befinden sich in den Katakomben einer Kirche in Palermo und faszinieren jedes Jahr viele Besucher.

Foto: Getty Images/Frédéric Soltan / Kontributor

Diese Mumien befinden sich in den Katakomben einer Kirche in Palermo und faszinieren jedes Jahr viele Besucher.

Wer in Italien Urlaub macht, muss unbedingt die 8000 Jahre alten Mumien von Palermo sehen. Die spannende und gruselige Geschichte lesen Sie hier.

Wer nach Italien reist, denkt an traumhafte Strände, imposante Kirchen und Gebäude und gutes Essen. Doch es gibt dort auch viel Mystisches und Groteskes: Wussten Sie, dass man im beliebten Urlaubsland sogar Mumien bestaunen kann?

Tatsächlich sind die Mumien von Palermo ein Besucher-Magnet: Sie sind schätzungsweise 8000 Jahre alt und sehen sehr gruselig aus. Denn sie sind teilweise noch so gut erhalten, dass man annehmen könnte, sie wären noch am Leben.

Die Mumien von Palermo: Das gruseligste Ausflugsziel Italiens

Die Geschichte hinter den Mumien ist spektakulär und kann einem schon mal einen Schauer über den Rücken jagen: Wer sich in die Katakomben der Kirche Santa Maria della Pace hineintraut, ist umgeben von Tausenden Mumien. Das erstaunliche: Sie sind in einem derart guten Zustand, dass man in den Gesichtern der Menschen sogar noch Emotionen und Mimik ablesen kann – manche scheinen sogar zu lachen!

Manche der Mumien liegen, manche von ihnen stehen aufrecht. Und noch etwas überrascht beim Anblick der mumifizierten Menschen: Sie tragen Kleidung. So wirkt es noch mehr als könnten sie jederzeit wieder zum Leben erwecken. Die Geschichte hinter den Mumien ist faszinierend.

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Mönche machten unglaubliche Entdeckung

Dafür muss man ins Jahr 1597 zurückgehen und einen Blick auf die sizilianische Hauptstadt werfen. Wie "Travelbook.de" über die Website des Ortes herausgefunden hat, wollten die Kapuziner-Mönche des Klosters die Grabkammern vergrößern, damit es mehr Platz für die Toten geben sollte.

Sie machten schließlich eine gruselige Entdeckung, als sie bereits früher bestattete Tote umbetten wollten: 45 der verstorbenen Glaubensbrüder wurden auf natürliche Weise mumifiziert, sodass man noch die Gesichter erkennen konnte. Die Kapuziner-Mönche werteten dies als ein Zeichen Gottes und stellten von da an die Mumien aus. Schnelle wurden diese wie Relikte behandelt und verehrt und erweckten großes Aufsehen.

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Wer reich war, durfte sich mumifizieren lassen

Dadurch entwickelte sich ein lukratives Geschäft für das Kloster: Die Reichen und Berühmten von Palermo wollten sich plötzlich nach ihrem Tod auch dort mumifizieren lassen – natürlich gegen eine hohe Spende. In den Folgejahren konnten auch normale Bürger nach ihrem Tod auf diese spezielle Weise im Kloster ihre letzte Ruhe finden.

Was besonders spannend ist: Die Mumien wurden auf unterschiedliche Räume unterteilt. Eine war nur für Geistliche bestimmt, in anderen Kammern finden sich Mumien, die nach den ehemaligen Berufen der Verstorbenen zugeteilt waren. In einigen Räumen sind nur die Mumien von Frauen, Jungfrauen und Kindern bestattet.

Wenn Sie einmal nach Palermo reisen, sollten Sie sich die Mumien von Palermo auf keinen Fall entgehen lassen. Zu faszinierend ist die Geschichte dahinter …

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