17.03.2020

Coronavirus weltweit Diese Länder verschärfen die Ein- und Rückreise wegen Sars-CoV-2

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Coronavirus – Alle wichtigen Infos
Mi, 11.03.2020, 09.27 Uhr

Corona-Virus – Alle wichtigen Infos

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Zurzeit verreisen? Nicht mehr nur einfach eine schlechte Idee aktuell, sondern schlichtweg nahezu unmöglich – denn viele Länder ändern gerade ihre Bestimmungen zur Ein- und Rückreise aufgrund der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2. Jetzt spricht die Bundesregierung eine weltweite Reisewarnung aus. Was Sie jetzt beachten müssen.

Weltweit haben sich bisher rund 182.000 Menschen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Viele Länder haben daher ihre Einreisebestimmungen geändert. Auch Deutschland ist aufgrund der aktuellen Ausbreitung des Virus schwer betroffen. Grenzen wurden bereits geschlossen, Flüge und Züge gestrichen. Wer jetzt noch unterwegs ist, muss sich auf eine Odyssee einstellen. Ab jetzt gilt außerdem: Die Bundesregierung hat eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen.

Reisebestimmungen wegen Coronavirus: Deutsche Regierung ruft weltweite Reisewarnung aus

Update vom 17. März 2020: Bisher gab es eine Reisewarnung nur für China. Jetzt warnt die Bundesregierung vor touristischen Reisen auf der ganzen Welt, auch im Inland. Das gab Außenminister Heiko Maas bekannt. Eine weltweite Reisewarnung erfolgt nur bei Gefahr für Leib und Leben, schreibt etwa die Tagesschau.

Man werde nun alles tun, um den tausenden deutschen Reisenden im Ausland in den nächsten Tagen eine Rückkehr nach Deutschland zu ermöglichen, schreibt Maas weiter auf Twitter. Man habe daher mit kommerziellen Fluganbietern vereinbart, ein einmaliges Programm aufzulegen.

Verschärfte Reisebedingungen für Deutsche: Das Coronavirus hält die Welt zuhause

Artikel vom 16. März 2020: Das Coronavirus Sars-CoV-2 breitet sich rasch aus, auch in Deutschland. Daher verhängen nahezu tagtäglich Länder neue Einreisebestimmungen, auch die Ausreise wird schwierig. Wer im Urlaub war, hat zurzeit immense Probleme, nach Hause zu kommen.

Einreisebestimmungen wegen Coronavirus: Israel macht dicht

Israel hat am 4. März bereits die Reißleine gezogen und zu drastischen Mitteln gegriffen. So dürfen Staatsbürger aus der Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich und Spanien nicht mehr einreisen. Eine Ausnahme macht die Regierung nur, wenn Betroffene bereit seien oder die Möglichkeit hätten, "sich in eine 14-tägige Quarantäne zu begeben", hieß es von Seiten des Gesundheitsministeriums. Am Morgen des 6. März um sieben Uhr mitteleuropäischer Zeit trat die Maßnahme in Kraft. Deutsche Touristen, die vor dem 6. März eingereist sind, dürfen ihre Reise allerdings wie bisher fortsetzen, teilte das Tourismusministerium mit.

Verschärfte Einreisebestimmungen machen Reisenden aus China, Südkorea und Thailand seit etwa zwei Wochen zu schaffen. Auch wer sich in den letzten zwei Wochen im Iran, Irak, Syrien oder dem Libanon aufgehalten hat, wird an der Einreise nach Israel gehindert. Staatschef Benjamin Netanjahu (70) hat auch für Einheimische keine guten Nachrichten: Israelische Staatsbürger, die zuvor in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich oder Spanien waren, müssen für 14 Tage in häusliche Quarantäne.

Italien ist zurzeit Sperrzone

Lombardei, Venetien, Emilia Romagna – Italien ist das bisher am stärksten vom Coronavirus betroffene Land in der EU. Bislang haben sich rund 12.400 Menschen mit der Lungenkrankheit angesteckt, rund 830 sind bereits gestorben. Mittlerweile steht Italien fast still, sogar Restaurants haben jetzt geschlossen. Alle Läden mit Ausnahme von Apotheken und Lebensmittelgeschäften bleiben zu. Premierminister Giuseppe Conte plädiert auf Einstellen nicht notwendiger Geschäftsaktivitäten.

Schulen, Universitäten und Kindergärten sind bereits seit Tagen geschlossen, bis vorerst 3. April soll in Italien Sperrzone herrschen, die rund 60 Millionen Einwohner dürfen sich erst einmal nicht frei bewegen. Die Versorgung sei dennoch garantiert, sagt Conte.

Die Ausreise nach Deutschland sei erst einmal weiterhin möglich, "Grenzschließungen sind nicht beabsichtigt", sagt das Auswärtige Amt (AA). Dennoch rät man dort von nicht erforderlichen Reisen nach Italien ab, eine amtliche Reisewarnung gibt es bisher nicht. Wer sich als Deutscher zurzeit in Italien aufhält, wird vom AA dazu aufgerufen, die Fortbewegung dort aufs Nötigste zu beschränken und Selbsterklärungen dazu auszufüllen. Man könne die Hotline 1500 beim Ministerio della Salute wählen und sich dort informieren.

Für Touristen gelten nun verschärfte Einreisebestimmungen: "An Flughäfen und Häfen, aber auch im Überlandverkehr in Regionen mit festgestellten Infektionsfällen werden Gesundheitskontrollen mit Temperaturmessungen durchgeführt. Flughäfen, Häfen und Bahnhöfe sind regulär in Betrieb", informiert das Auswärtige Amt. Österreich hat die Ein- und Ausreise nach und von Italien gestoppt – das betreffe vor allem Italiener, heißt es. Die ÖBB hat alle Verbindungen nach Italien eingestellt, wer mit dem Auto etwa aus Deutschland nach Italien reisen will, kann einreisen, darf aber nicht in Österreich stoppen. Dazu dürfe u.a. die Tankanzeige kontrolliert werden.

USA: Trump erlässt Einreiseverbot für EU-Bürger

Im US-Bundesstaat Kalifornien hat Gouverneur Gavin Newsom (52) den Notstand ausgerufen. Zuvor war der erste Todesfall in den Vereinigten Staaten gemeldet worden. Es soll sich laut der Gesundheitsbehörde um einen älteren Mann handeln, der sich vermutlich an Bord des Kreuzfahrtschiffs "Princess" von San Francisco nach Mexiko angesteckt habe.

Mittlerweile hat sich die Lage weiter zugespitzt, US-Präsident Donald Trump hat eine 30-tägige Einreisesperre für Menschen aus der EU bekanntgegeben – die von der EU missbilligt wird. "Einseitig und ohne Beratung" sei die Entscheidung der USA mit den Europäern getroffen worden, so EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident Charles Michel. Trumps Kritik: Die EU habe nicht genug zur Eindämmung des Virus getan. Großbritannien bleibt als Nichtmitglied der Schengen-Staaten vom Ausschluss unangetastet.

Länder in Europa führen Grenzkontrollen ein

Tschechien schließt die Grenzen zu Deutschland und Österreich sowie weiteren Risikoländern.

Polen führt Hygienekontrollen an den Grenzen zu Deutschland und Tschechien durch, vor allem konzentriere man sich auf Busse, heißt es seitens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki. Die Aktion solle auf internationale Fernzüge und Häfen ausgeweitet werden, bei Covid-19-Verdacht würden Betroffene direkt ins Krankenhaus gebracht. Ausländer dürfen für die kommenden zehn Tage nicht mehr ins Land, ausgenommen Menschen mit Wohnsitz in Polen, Berufspendler, Ehepartner polnischer Staatsangehöriger, Diplomaten und Lkw-Fahrer mit Gütern. Der internationale Zug- und Flugverkehr wird zwei Wochen lang ausgesetzt.

Auf Malta müssen alle Reisenden aus Deutschland nun in eine 14-tägige Quarantäne, zahlreiche Flüge werden eingestellt, Kreuzfahrtschiffe aus Italien, Frankreich und Spanien dürfen nicht mehr anlegen.

Die Republik Moldau untersagt ausländischen Flugpassagieren aus vom Coronavirus betroffenen Ländern die Einreise. Allerdings war zunächst unklar, wie dieses Verbot umgesetzt werden soll. Reisende aus Deutschland müssen in Bosnien-Herzegowina in zweiwöchige häusliche Isolation, Touristen im Land müssten bis Abreise in ihrer Unterkunft bleiben.

Die Slowakei lässt ihre Grenzen ausschließlich für Polen offen. Weiter werden alle internationalen Flughäfen, Schulen, kulturellen Einrichtungen und Vergnügungsstätten geschlossen.

Das Auswärtige Amt rät außerdem von Reisen in den Iran ab – das Land ist ähnlich wie Italien hart vom Virus getroffen worden.

Dänemark hat seine Grenze zu Deutschland am 14. März bereits bis Ostern geschlossen, es gibt Grenzkontrollen durch Polizei und Militär. Lastwagenfahrer mit Waren dürfen einreisen.

Estland schließt am 17. März ebenfalls die Grenzen für fast alle Ausländer und wird Grenzkontrollen einführen. Nur Esten und Ausländer mit einer Aufenthaltsgenehmigung oder Angehörigen in Estland dürfen ins Land reisen, müssen aber für 14 Tage in Quarantäne.

Litauen beschränkt die Einreise auf Soldaten und Diplomaten sowie Menschen mit Aufenthaltsgenehmigung.

Wie ist die Lage in China?

Nach wie vor gilt eine ausdrückliche Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für die zentralasiatische Provinz Hubei. Wer trotzdem eine Reise nach China plant, muss eine 14-tägige Quarantänezeit durchlaufen. Die kann laut Auswärtigem Amt zu Hause oder in einem Hotel erfolgen und je nach lokaler Behörde abweichen. Zudem haben Nachbarländer, darunter auch Russland, die Grenzübergänge vorübergehend geschlossen. Fluggesellschaften, darunter auch Lufthansa, haben ihre Flüge nach China schon vor Wochen gestrichen. Für Peking gilt eine allgemeine Quarantänepflicht für alle Einreisenden.

Länder weltweit reagieren auf Reisende aus Deutschland

Weltweit gelten ab sofort für Reisende aus Deutschland Einschränkungen:

  • Uganda, Malawi und Tschad sowie Nordmazedonien: Deutsche müssen sich für zwei Wochen in Selbst-Quarantäne begeben, ansonsten folge "institutionelle Quarantäne auf eigene Kosten", so der Sicherheitshinweis des AA für Uganda.
  • Ruanda: Deutsche Urlauber werden täglich überwacht, auch wenn sie keine Symptome zeigen. Bei Symptomen wird zweiwöchige Quarantäne angeordnet.
  • Russland/Moskau: Die russische Hauptstadt veröffentlicht Quarantäneauflagen für Deutsche nach der Ankunft.
  • Königreich Bhutan und Mongolei: Mit sofortiger Wirkung werden für zwei Wochen gar keine Touristen mehr ins Land gelassen. Ebenfalls besteht Ausreisesperre.
  • Vietnam: Visafreiheit für Deutsche ist vorübergehend aufgehoben, Urlauber können im Internet ein elektronisches Visum beantragen.
  • Nepal: Keine Ausgabe von Visa bei der Ankunft, Deutsche müssen sich vorab darum unter Vorlage eines negativen Covid-19-Tests bewerben.
  • Indien: Alle ausgestellten Visa von bisher nicht eingereisten deutschen Staatsangehörigen sind ungültig.
  • Thailand: Einreisende aus Verbreitungsgebieten werden umfassend kontrolliert und müssen mit lückenloser Kontrolle ihrer Bewegungen im Land rechnen sowie den Gesundheitszustand selbst über eine App protokollieren. Es gibt teilweise Quarantänemaßnahmen.
  • Hongkong: Ab 14. März gilt für Besucher aus Nordrhein-Westfalen eine zweiwöchige Quarantäne
  • Türkei: Auch die Türkei macht die Grenzen für Reisende aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Spanien, Belgien, Dänemark, Norwegen, den Niederlanden und Schweden zu. Türkische Staatsbürger dürfen "vorübergehend" nicht mehr in die genannten neun EU-Staaten reisen.
  • Singapur verbietet allen Ausländern die Einreise, sollten sie in den vergangenen 14 Tagen in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien gewesen sein – auch wenn es nur als Transit war. Wer dort lebt oder einen Pass des Staates hat, muss sich in heimische Quarantäne begeben.

Zudem ist Deutschen die Einreise nach Jordanien, El Salvador, Guatemala, die Philippinen (außer Staatsangehörige) Kasachstan, Saudi-Arabien, Kolumbien, Jamaika, Kasachstan, Malediven, Grenada sowie in die pazifischen Inselstaaten Kiribati, Marshallinseln und Samoa verboten.

Neue Regeln für Rückkehrer

Wer demnächst aus seinem Urlaub zurückkommt, muss sich auf längere Wartezeiten bei der Einreise nach Deutschland einstellen. Laut Auswärtigem Amt sind Reisende aus Risikogebieten wie China, Iran, Norditalien, Japan und Südkorea bei der Heimkehr dazu verpflichtet, eine sogenannte Aussteigekarte auszufüllen, über die das Robert-Koch-Institut (RKI) aufklärt. Verlangt werden Informationen zur persönlichen Erreichbarkeit für die nächsten 30 Tage nach Ankunft und eine zusätzliche Selbstauskunft (nur auf Flügen/Schiffsreisen von China, Hongkong und Macao nach Deutschland). Wer mit Zug oder Bus einreist, wird gebeten, freiwillig seine Daten abzugeben.

Das Auswärtige Amt rät dazu, sich vor Reiseantritt bei der Botschaft oder dem Konsulat des Reiselandes in Deutschland zu informieren. Alle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes finden Sie hier.

Wie die Lage zum Coronavirus in Deutschland ist, lesen Sie bei uns. Alle wichtigen Infos finden Sie zudem auf den Seiten des RKI.

Hier finden Sie eine interaktive Karte zur aktuellen Ausbreitung von Sars-CoV-2 in Deutschland.

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