21.02.2017

Kreuzfahrten im Test So erleben Sie auf Ihrer Traumreise keinen Albtraum

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Foto: iStock

Kreuzfahrten sind im Trend. Damit Sie Ihren Traum-Urlaub an Bord erleben, hat Finanztest für Schiffsreisende ein nützliches Reisepaket geschnürt.

Eine Kreuzfahrt, die ist lustig – eine Kreuzfahrt, die ist schön. So denkt offenbar die Mehrheit der Deutschen, denn die Branche boomt. Allein zwischen 2005 und 2015 hat sich die Anzahl der deutschen Passagiere fast verdreifacht, so dass 2015 mehr als 1,8 Millionen Kunden aus Deutschland an Bord von Hochsee-Kreuzfahrtschiffen gingen. Dazu kamen mehr als 400.000 Urlauber auf Flusskreuzfahrten.

Club-Kreuzfahrten für den Massen Trend

Kreuzfahrtschiffe gibt es viele, regelmäßig gehen neue vom Stapel, einige von ihnen bieten Platz für mehrere Tausend Passagiere. Fun-Cruising oder Club-Kreuzfahrten nennen sich diese Fahrten für den Massenmarkt. Hier gibt es Einkaufszentren, riesige Pool- und Spa-Landschaften, Fußballplätze und Theater mit Hunderten Plätzen.

Albtraum statt Traumreise

Doch nicht jede Fahrt läuft so romantisch und reibungslos wie beim legendären ZDF-Traumschiff. Schmutzige Kabinen, gestrichene Landausflüge, unzureichendes Buffet, Lärm oder mangelnde Hygiene an Bord sind nur einige von möglichen Ärgernissen bei einer Schiffsreise. Im schlimmsten Fall legt das Schiff erst gar nicht ab. Dagegen sind Sie aber durch einen sogenannten Reisesicherungsschein abgesichert. Dieser muss dem Kunden bereits bei der Buchung ausgehändigt werden.

Tipp: Auf Ihrem Reisesicherungsschein muss das Versicherungsunternehmen angegeben sein, das im Notfall einspringt. Reisen Sie mit einem unbekannten Veranstalter, fragen Sie in jedem Fall nach, ob der Anbieter dort tatsächlich versichert ist.

Darauf sollten Sie achten:

Risiko eigene Anreise: Juristisch fallen Kreuzfahrten in die Kategorie Pauschalreisen. Zwischen Reisendem und Reiseanbieter wird bei einer Pauschalreise ein Vertrag über unterschiedliche Leistungen wie Unterkunft, Verpflegung oder Unterhaltung abgeschlossen. Die Reise kann unterm Strich billiger sein, wenn der Urlauber Flug oder Bahnfahrt zum Hafen selbst organisiert. Sollte das Schiff jedoch wegen eventueller Verzögerungen ohne Sie ablegen, haben Sie keinen Anspruch auf Entschädigung.

Tipp: Buchen Sie vorsichtshalber die Schiffsreise und die Anfahrt zusammen, um mögliche Risiken auszuschließen.

Kostenfalle Handy: Richtig teuer kann mobiles Telefonieren an Bord werden. Telefonminutenpreise von 6,50 Euro sind durchaus möglich, auch in der EU. Die üblichen EU-Roaming-Regelungen gelten an Bord nämlich nicht, dort sind Satellitennetze aktiv. Auch wer überhaupt nicht im Internet surft, zahlt mitunter hohe Preise für die Datennutzung, wenn das Mobiltelefon unbemerkt Apps aktualisiert.

Tipp: Schalten Sie auf Ihrem Handy "automatische Netzwahl" ab und bestimmen Sie das Netz selbst. Deaktivieren Sie außerdem die Einstellung "mobile Daten".

Aufschlag bei Kreditkarten: Einige Kreuzfahrtunternehmen rechnen außerhalb des EU-Raums ab, dann kassieren Kreditkartenanbieter später Gebühren von ein bis zwei Prozent für den Auslandseinsatz der Karte. Das kann sogar passieren, wenn Urlauber durch deutsche Gewässer schippern. Manche Gesellschaften verlangen Gebühren von drei Prozent, wenn Passagiere nicht in der üblichen Bordwährung (meist Dollar) bezahlen.

Tipp: Prüfen Sie vorab, wie Kreditkarten- und Kreuzfahrtunternehmen abrechnen.

Richtig versichert an Bord

Das A und O für einen entspannten Urlaub ist eine gute Versicherung – und das gilt natürlich auch für Kreuzfahrten.

Werden Sie unterwegs krank, gilt nicht automatisch Ihre gesetzliche Krankenversicherung. Vor allen Dingen, wenn das Schiff nicht unter EU-Flagge unterwegs ist und bei Landausflügen außerhalb Europas sowieso nicht. Dann müssen Schiffsreisende für Ihre Behandlung selbst aufkommen.

Tipp: Wenn Sie mehr als 56 Tage unterwegs sind, brauchen Sie eine Auslandsreise-Krankenversicherung mit Langzeitschutz. Diese Policen sind zwar teurer, aber unverzichtbar für Ihren Versicherungsschutz.

Die besten Versicherer sind laut Stiftung Warentest: Ergo Direkt, Hallesche, Würzburger, Gothaer, Allianz, Axa, Debeka, Barmenia, HanseMerkur, Universa. Sie alle erhielten das Testurteil "sehr gut".

Schützen Sie auch Ihr Gepäck

Reisegepäckversicherungen sind in der Regel teuer und kommen selten für den gesamten Schaden auf. Dennoch sollten Sie auf eine solche während Ihrer Kreuzfahrt nicht verzichten, denn Reeder haften für den Diebstahl aus der Kabine normalerweise nicht.

Tipp: Prüfen Sie, ob Ihre Hausratversicherung Diebstahl aus einer Kabine mit abdeckt. Wenn nicht, sollten Sie eine Reisegepäckversicherung in Erwägung ziehen.

Hier empfiehlt die Stiftung Warentest folgende Anbieter: AachenMünchener, Barmenia, DEVK, Generali, Helvetia, Signal Iduna, Zurich.

Die besten Versicherungen bei eventuellem Reiserücktritt oder vorzeitiger Abreise bieten laut Stiftung Warentest unter anderem folgende Anbieter: TravelSecure/Würzburger, Signal Iduna, ERV und AGA/AWP P&C.

Den ausführlichen Test und weitere Tipps lesen Sie unter: www.test.de/Kreuzfahrt

Allzeit gute Fahrt!

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