05.07.2016

Tourismus Brexit? Warum jetzt die beste Zeit für Urlaub in England ist!

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Foto: iStock/narvikk

Der Brexit hat das Interesse für England geweckt. Schon wenige Tage nach der Entscheidung zeigt sich: Die Deutschen bekommen jetzt erst recht Lust auf eine Reise ins Vereinigte Königreich. Das sind die Umstellungen, mit denen England-Urlauber rechnen müssen.

Kaum hat sich hat sich England von der EU verabschiedet, steigt das Interesse für die Insel mit dem eigensinnigen Völkchen. Laut Umfragen des Reiseanbieters „Travelcircus“ haben die Buchungen bereits 25 Prozent zugenommen. Der Veranstalter spricht sogar schon von einem regelrechten „Brype“. Denn die gute Nachricht: Reisen nach England sind jetzt so günstig wie lange nicht mehr. Wer Land, Leute und Kultur noch nicht kennengelernt hat, sollte keine Zeit verlieren. Es lohnt sich!

Keine Einschränkungen für die nächsten Wochen und Monate

Die Reisefreiheit gehört zweifellos zu den wichtigen, großen Errungenschaften, von denen jeder einzelne EU-Bürger unmittelbar profitiert. Eine Städtereise nach Paris? Kein Problem. Urlaub auf Mallorca? Die einfachste Übung. Schnell mal England besuchen? Auch unkompliziert. Noch! Denn nach dem Vertrag von Lissabon gilt eine Kündigungsfrist von 2 Jahren. Falls der Brexit trotz der allgemeinen großen Reue tatsächlich durchgezogen wird, erfolgt der Austritt schrittweise und wird erst 2018 vollständig umgesetzt sein.

Das heißt, dass alle, die bereits einen Urlaub gebucht haben oder aktuell eine Reise planen, innerhalb der nächsten Wochen und Monate keinerlei Einschränkungen erfahren. Für die Einreise mit dem Flugzeug reicht es also auch weiterhin völlig, seinen Personalausweis vorzuzeigen. Da Großbritannien nicht zum Schengen-Raum gehört, gibt es natürlich weiterhin Grenzkontrollen. Theoretisch könnte ab 2018 Visums-Pflicht bestehen. Experten halten das aber für unwahrscheinlich. Nicht nur, weil der höhere bürokratische Aufwand viele Urlauber abschrecken könnte.

>> Welcher Urlaubstyp sind Sie?

Schwaches Pfund: Beste Zeit für einen günstigen England-Trip

Der starke Pfund hat bislang dafür gesorgt, dass Urlaub in England schnell zu einem teuren Spaß werden konnte. Lebensmittel, Übernachtungen, Restaurantbesuche oder Mieten sind in England wesentlich teurer als in den meisten Ländern. Das scheint sich dank des Brexit momentan rapide zu ändern. Noch im November lag das britische Pfund bei 1,40 Euro. Aktuell sind es 1,20 Euro. Mit Tendenz nach unten.

Die Vorteile des niedrigen Kurses machen sich bereits bei den steigenden Hotelbuchungen bemerkbar. Und auch Shopping-Begeisterte sollten das schwache Pfund unbedingt ausnutzen. Denn was die Einkaufsmöglichkeiten betrifft, war London schon immer unschlagbar. Und vermutlich dürfen sich England-Urlauber während der ganzen Sommermonate über weiter fallende Preise freuen.

Brexit: Das wird jetzt teurer

Für nicht EU-Länder gelten andere Flugregeln. So wird mit dem Brexit Großbritannien auch aus European Common Aviation Area aussteigen. Das ist das Abkommen, welches sicherstellt, dass jede EU-Fluggesellschaft frei in und über jedes europäische Land fliegen darf. Gehört England nicht mehr dazu, kann das nicht nur bedeuten, dass die Ticketpreise erheblich steigen. Auch die Fluggastrechte, die beispielsweise Verspätungen und Ausfälle entschädigen, können sich in der nächsten Zeit einschränken. In wie weit das zutreffen wird, entscheidet sich allerdings noch.

Das Gleiche gilt für die Roaming-Gebühren, die bis 2017 in allen EU-Ländern abgeschafft werden sollen. Telefonieren kann von England aus demnach eine ganz schön teure Angelegenheit werden, während anderswo niemand mehr einen Cent drauf zahlen muss. Mitunter lohnt es sich, während längeren Aufenthalten, eine eigene SIM-Karte zuzulegen. Doch auch hier liegt die Entscheidung letztendlich bei den einzelnen Mobilfunkanbietern.

Auf nach England!

Vermutlich gibt es keine bessere Zeit als jetzt, England kennenzulernen. Das Wetter könnte während der Sommermonate stabiler kaum sein, die Preise sind günstig und noch gilt dieselbe Reisefreiheit wie in den anderen EU-Ländern auch. London als pulsierende Metropole oder auch romantische Landschaften wie Cornwall sind einzigartige Orte mit reichhaltiger Kultur und historischen Bauten, die jeder einmal erlebt und gesehen haben sollte.

Trotz des Ausstiegs sind Besucher natürlich weiterhin willkommen, zumal der Tourismus einen wesentlichen Wirtschaftsfaktor darstellt. Niemand kann wirklich voraussagen, wie sich der Brexit in den kommenden zwei Jahren auf das gemeinschaftliche Zusammenleben auswirken wirkt. „England ist die Heimat der abgestandenen Ansichten“, hat der große Schriftsteller Oscar Wilde einmal gesagt. Ganz Unrecht hatte er nicht. Und so ist es vielleicht umso wichtiger, gerade jetzt das Land zu besuchen, und es mit seinen Eigenarten wertzuschätzen. Wie gesagt: Es lohnt sich!

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