30.03.2020

Coronavirus Filialen vorübergehend geschlossen: So kommen Sie an Bargeld

Zum Schutz vor weiterer Ausbreitung des Coronavirus schließen manche Banken einige Filialen. Welche das sind, was zu tun ist und wie Sie trotzdem bezahlen können – und warum Bargeld nicht die beste Idee ist.

Foto: iStock/cherrybeans

Zum Schutz vor weiterer Ausbreitung des Coronavirus schließen manche Banken einige Filialen. Welche das sind, was zu tun ist und wie Sie trotzdem bezahlen können – und warum Bargeld nicht die beste Idee ist.

Aufgrund der Corona-Krise schließen manche Banken vorübergehend ihre Filialen. Die Liquidität sei aber gesichert, heißt es. Was Sie jetzt beachten sollten.

Die Welt steht Kopf, wir alle müssen jetzt dafür sorgen, dass sich das Coronavirus nicht weiter ausbreitet. Die Versorgung mit Lebensmitteln ist weiterhin gesichert, einkaufen gehen können wir. Auch betonen die Bankenverbände, dass die Versorgung mit Bargeld und alle weiteren Finanzdienstleistungen sichergestellt seien. So erklärt Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV): "Die Bargeldversorgung und die Zahlungssysteme sind und bleiben funktionsfähig." Auch die Bundesbank verspricht: Engpässe wird es nicht geben, auch wenn sich das Virus weiter ausbreite.

Dennoch schließen Banken teilweise Filialen zum Schutz vor dem Coronavirus – um Verbraucher zu schützen, aber auch um die Mitarbeiter keinen noch größeren Gefahren auszusetzen und um umzustrukturieren. Selbstbedienungsterminals bleiben aber geöffnet. Die Deutsche Bank kündigt nun in einer Pressemeldung an, dass das Filialnetz nun von mehr als 500 auf rund 290 verkleinert worden sei – "bis auf Weiteres". Eine Übersicht geben wir Ihnen hier.

Bankfilialen geschlossen: Sparkasse schließt vereinzelt Filialen

Die Sparkasse weist darauf hin, in den kommenden Wochen einzelne Filialen zu schließen. Das gehe auf eine Neugruppierung der Kräfte oder Absprachen mit den örtlichen Behörden zum Gesundheitsschutz zurück. Auch bei der Sparkasse seien aber Mitarbeiter im Homeoffice und daher auch bei geschlossenen Filialen telefonisch oder über das Internet erreichbar. Daher stünden aber in manchen Filialen weniger Mitarbeiter zur Verfügung, manche würden in der Zeit geschlossen. Alle SB-Geldautomaten und Terminals bleiben aber uneingeschränkt nutzbar. Die Sparkasse weist außerdem auf das Onlinebanking hin.

Volksbanken und Raiffeisenbanken: Manche Filialen zu

Ähnlich verhält es sich bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken. In den meisten großen Städten sind bisher alle Filialen geöffnet, lediglich in Hamburg und Frankfurt kommt es bisher zu Schließungen. Alle Geldautomaten stehen aber weiterhin zur Verfügung und werden laut Unternehmensangaben regelmäßig desinfiziert. Auch der Bankenverbund weist auf die Möglichkeit des Onlinebankings hin. Wer an einer Einrichtung Interesse hat, kann sich telefonisch bei seinem Bankberater melden.

Hypovereinsbank schränkt Publikumsverkehr ein

Laut "Handelsblatt" hat die Hypovereinsbank bereits jetzt 100 ihrer 337 deutschen Filialen vorübergehend geschlossen. Dort heißt es: "Die persönliche Beratung in Filialen wird in den kommenden Tagen schrittweise auf stark frequentierte Standorte und Flaggschiff-Filialen konzentriert." Allerdings werden die Filialen im Wechsel geschlossen: Eine in dieser Woche geschlossene Filiale hat kommende Woche also wieder geöffnet, während ein anderer Standort dann vorübergehend geschlossen wird. Die Kunden können ihre Kundenbetreuer jedoch weiterhin telefonisch erreichen. Auf der Webseite der Hypovereinsbank gibt es im Bereich Services Infos zum Filialnetz. Selbstbedienungszonen bleiben geöffnet.

Tipp: Halten Sie zum Bedienen der Terminals Desinfektionsmittel bereit oder bedienen Sie das Terminal etwa mithilfe eines Einweghandschuhs.

Commerzbank weist auf Online-Angebot hin

Auch bei der Commerzbank bleiben einige der Filialen in Deutschland geschlossen, jedoch sollen Berater telefonisch und digital erreichbar sein. Die Commerzbank betont in einer Pressemeldung, dass alle Bankdienstleistungen weiterhin rund um die Uhr zur Verfügung stehen: Selbstbedienungs-Zonen bleiben an allen 1.000 Standorten geöffnet, zudem sei gebührenfreies Abheben an vielen Kassen in Supermärkten, Drogerien und Tankstellen möglich. Das Unternehmen weist außerdem auf die Möglichkeit der kontaktlosen Bezahlung per Karte oder Smartphone hin. Mehr Infos sowie alle noch geöffneten Filialen finden Sie auf der Seite der Commerzbank.

Bei der Deutschen Bank schließen rund 200 Filialen

Update vom 30. März 2020: Seit Dienstag, 24. März gilt bei der Deutschen Bank: Von den rund 500 Filialen in Deutschland werden nur noch 290 Filialen offen bleiben. Diese Änderung gelte aber nur für die Service-Schalter mit Mitarbeitern. Man wolle dennoch für Kunden im ganzen Bundesgebiet erreichbar sein und sich aufs Online-Geschäft fokussieren.

Die Selbstbedienungsbereiche bleiben auch in den geschlossenen Filialen zugänglich, sofern ein Geldautomat vorhanden ist.

Santander plant keine Schließungen

Die spanische Bank Santander hält ihre Filialen offen.

ING schränkt Interhyp ein

Bei der ING beschränkt man sich währenddessen auf Einschränkungen bei der Baufinanzierungstochter Interhyp. Ab sofort wird telefonisch statt persönlich beraten.

Immer besser: kontaktlos bezahlen

Bei alldem gilt aber: Wenn es geht, zahlen Sie am besten kontaktlos. Die meisten Bankkarten müssen heute bei kleineren Beträgen nur noch auf den Kartenleser aufgelegt werden. Auch gibt es mittlerweile die Möglichkeit, via Smartphone zu bezahlen. Die Bankenverbände weisen darauf hin, dass es generell sinnvoll sei, mit Karte oder direkt bargeldlos zu zahlen, weil noch nicht klar sei, wie lange Coronaviren vom Typ Sars-CoV-2 auf Bargeld überleben können und so von Zahler zu Zahler wandern.

Und wer sich beispielsweise Essen liefern lässt, kann auch auf Paypal oder andere Online-Bezahlwege zurückgreifen. Die Lieferanten stellen das Essen zurzeit vor der Tür ab.

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