10.01.2020 - 14:49

Tobias Mathis WhatsApp-Virus? Das steckt hinter dem Kettenbrief!

WhatsApp: Die besten Tipps und Tricks für deinen Messenger
Mi, 26.06.2019, 12.09 Uhr

WhatsApp: Die besten Tipps und Tricks für deinen Messenger

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Zurzeit kursiert wieder eine Warnung bei WhatsApp. Man solle den Kontakt "Tobias Mathis" nicht annehmen. Dies ist nicht der erste Kettenbrief seiner Art. Was steckt dahinter? Und kann die Nachricht wirklich gefährlich werden?

"Vorsicht vor Tobias Mathis!" Eine Nachricht mit einer solchen Warnung beunruhigt aktuell viele WhatsApp-Nutzer. Der Grund: Man solle den Kontakt auf gar keinen Fall annehmen, da sich ein WhatsApp-Virus dahinter verbirgt – und seinen eigenen Kontakten diese Warnung doch bitte weiterleiten. Doch woher kommt dieser Kettenbrief, der von so vielen Usern immer weiter verbreitet wird?

Ist Tobias Mathis ein WhatsApp-Virus?

Der Virus, der sich angeblich hinter dem Namen "Tobias Mathis" und der Telefonnummer "01719626509" verbirgt, könne die "Festplatte zerstören" und "Daten runter ziehen".

Der genaue Wortlaut der Nachricht:

  • DRINGEND!!!! Sag bitte allen Leuten in deiner WhatsUp-Liste, dass sie den Kontakt „Tobias Mathis“ nicht annehmen sollen! Das ist ein Virus (über WhatsUp) der die ganze Festplatte zerstört und sich die Daten runter zieht. Wenn ihn einer deiner Kontakte erwischt, bist du auch betroffen, weil er sich durch die Liste frisst! Wenn dich die Nummer 01719626509 anruft, nimm ja nicht ab! Ist ein Hacker und es werden auch all deine Kontakte betroffen sein! Es ist heute morgen auch von EUROP1 und SAT1 bestätigt worden! Weiterleiten!!

Durch den Aufruf "Weiterleiten!!" und die angebliche Dringlichkeit kommt es nun dazu, dass dieser Kettenbrief dem Schneeballprinzip entsprechend immer mehr die Runde macht. Doch er ist nicht der erste seiner Art. Sogar exakt diesen Wortlaut gab es vor Jahren schon – und in den vergangenen Jahren wurden diverse Namen für das angebliche WhatsApp-Virus missbraucht.

Ist der Kontakt "Tobias Mathis" nun ein Virus? Nein, ist er nicht und kann er auch gar nicht sein. Die Fakten:

Bekannter Kettenbrief – bei dem technisch kein Virus möglich ist

Wie erwähnt, machen solche Kettenbriefe bereits seit Jahren die Runde, immer mit dem oben genannten Wortlaut oder nur leicht abgewandelt. Und das nicht nur auf WhatsApp, sondern auch auf Facebook. Genauer: seit 2011. Vielleicht haben Sie in diesem Zusammenhang auch bereits von Namen wie "Phineas Fletcher" oder "Ute Christoff" sowie "Christian Wick" oder "Andreas Opitz" gehört. Bei WhatsApp fing alles mit einem gewissen "Moritz Häupl" an.

Technisch kann über eine solche reine Textnachricht bei WhatsApp kein Virus verschickt werden – die Nachricht selbst ist also harmlos (sofern Sie sie nicht weiterschicken und andere damit verunsichern). Aber auch die Annahme von Kontakten oder ein Anruf einer unbekannten Nummer können keinen Virus auf dem Gerät installieren. In letzterem Fall wird es nur kritisch, wenn Sie eine unbekannte Nummer aus dem Ausland anruft und Sie zurückrufen. Meist meldet sich dann niemand, Sie zahlen aber horrende Verbindungskosten. Daher gilt: unbekannte Nummer? Erst einmal vorsichtshalber auf die Mailbox sprechen lassen. Wer Sie erreichen will, wird sich schon erklären.

Auch, wenn es sich bei "Tobias Mathis" nicht um einen WhatsApp-Virus handelt, so kann es doch vorkommen, dass andere Nachrichten ebenso kopflos verschickt werden, die durchaus Schaden anrichten können. Dazu muss in der Nachricht aber beispielsweise ein Link zum Anklicken vorhanden sein, der Nutzer täuscht und ihnen persönliche Daten entlockt. Daher gilt:

  • Bekommen Sie eine merkwürdige Nachricht mit Link von einer Ihnen unbekannten Nummer: nicht draufklicken und am besten ignorieren und löschen.
  • Sollte einer Ihrer Kontakte Ihnen einen merkwürdigen Link schicken, fragen Sie kurz nach, um was es sich dabei handelt, bevor sie draufklicken.

Über WhatsApp können Viren höchstens über eine infizierte Datei verschickt werden. Im Messenger lassen sich nämlich auch etwa PDFs teilen. Auch hier gilt: kurz nachfragen, bevor Sie die Datei herunterladen.

Kettenbriefe am besten ignorieren

Warum solche Kettenbriefe entstehen, wer sie in die Welt hinaus schickt und was die Intention dahinter ist, darüber kann nur spekuliert werden. Möglicherweise sind es Technik-Feinde, die der Welt zeigen wollen, wie gefährlich soziale Medien sein können. Vielleicht war es nur ein Experiment, um zu beweisen, wie schnell Menschen Meldungen teilen, ohne sich vorher zu informieren.

Das alles fußt wahrscheinlich auf den bereits damals bekannten Kettenbriefen per Post und hat sich mittlerweile über E-Mail und WhatsApp auch in die elektronische Kommunikation ausgebreitet. Bei "klassischen" Kettenbriefen gilt entsprechend: Auch wenn Sie die Nachricht nicht wie verlangt an 10 Personen weiterleiten, werden Sie bestimmt nicht vom Pech verfolgt. Und wenn Sie es tun, passiert höchstwahrscheinlich auch nichts "ganz Tolles", wie es so gerne versprochen wird.

Egal, was der Hintergrund ist, solche Nachrichten verunsichern vor allem die, die sich in der Technik nicht allzu gut auskennen. Umso wichtiger ist es, vor dem Teilen solcher Nachrichten erst einmal kurz zu recherchieren, was es damit auf sich hat. Seiten wie Mimikama.at nehmen sich solcher Stories an und prüfen die Fakten.

Für die Nachricht über "Tobias Mathis" und den angeblichen WhatsApp-Virus gilt: Schicken Sie sie nicht weiter. Einfach ignorieren, vielleicht den Versender darauf hinweisen, dass es sich um einen Kettenbrief handelt, von dem keine Gefahr ausgeht. Nur so kann die Kette unterbrochen werden. Und allgemein gilt: Fremde Kontakte sollten Sie trotzdem nicht annehmen. Ein Kontakt in Ihrer Freundesliste kann bei WhatsApp beispielsweise immer Ihr Profilfoto sehen.

Einen ähnlichen Kettenbrief-Fall bei WhatsApp gab es übrigens auch Ende 2019 mit einem Weihnachtsmann-Rätsel. Hierbei kritisch: Man sollte sein Profilbild in ein bestimmtes Weihnachtsmann-Bild ändern – doch wer die Urheberrechte am Bild hat, ist nicht klar. Daher könnte es theoretisch zu Klagen kommen. Dass solche Nachrichten sich so schnell verbreiten, ist aber auch kein Wunder, ist WhatsApp doch der beliebteste Messenger in Deutschland. Das erklärt auch, dass erst kürzlich ein wenig Panik aufkam, weil es Meldungen gab, dass WhatsApp bald verboten werden könnte.

Und auch sonst gibt es immer mehr fiese Betrugsmaschen, ob online oder im realen Leben, per Telefon, an der Tür, auf der Straße. Wo und wann Sie aufpassen sollten, verraten wir Ihnen auch auf unserer Themenseite Ratgeber Recht.

Was zu tun ist, wenn WhatsApp- Nachrichten nicht ankommen, erklären wir Ihnen hier.

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