18.11.2019

Neue Belastung für Stromkunden Schock für Verbraucher: So teuer wird Strom ab 1. Januar 2020

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Die Strompreise steigen auch in diesem Jahr und sind so hoch wie nie. Was steckt hinter den Rekord-Energiepreisen?

Foto: Shutterstock/andriano.cz

Die Strompreise steigen auch in diesem Jahr und sind so hoch wie nie. Was steckt hinter den Rekord-Energiepreisen?

Post vom Stromlieferanten, und der Schreck ist groß? In diesem Jahr ist die Belastung für Privathaushalte so hoch wie nie! Das sind die Gründe für die hohen Energiepreise.

Deutsche Stromkunden müssen sich in den nächsten Tagen auf Post von Ihrem Lieferanten einstellen. Der Inhalt: Eine saftige Strompreiserhöhung! Verbraucherschützer kritisieren den rasanten Anstieg der Preise.

Rund 170 Versorger haben angekündigt, die Preise für Privatstromkunden zum 1. Januar anzuheben, so die Vergleichsportale Verivox und Check24.Demnach wollen bisher schon 177 örtliche Stromversorger ihre Preise um durchschnittlich 5,4 Prozent anheben. Die Mehrheit der Netzbetreiber in Deutschland will sogar rund sechs Prozent mehr verlangen. Somit wird Strom teuer wie nie!

So teuer wird Strom ab 1. Januar 2020

Fast 70 Euro mehr pro Jahr und Haushalt sind somit laut Verbraucherexperten für die Stromlieferanten drin. Grundlage der Berechnung ist ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden. "Die Bundesregierung hat zwar erklärt, die Haushalte bei den Strompreisen entlasten zu wollen, doch davon ist bisher noch nichts angekommen", erklärt Valerian Vogel von Verivox. Wer rund 5.000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, muss laut Check24 sogar 82 Euro mehr rechnen.

Das Vergleichsportal Check24, hat seit August 171 angekündigte und durchgeführte Preiserhöhungen gezählt und einen durchschnittlichen Anstieg von 5,3 Prozent errechnet. Schon seit Wochen sind die Preise für Privathaushalte auf Rekord-Niveau. Preissenkungen konnten die Vergleichsportale bisher bei keinem Anbieter verzeichnen. Lasse Schmid, Geschäftsführer Energie bei Check24: "Daran wird sich auch 2020 nichts ändern." Experten gehen davon aus, dass viele weitere Stromanbieter jetzt noch schnell nachziehen und zum 1. Januar saftige Strompreiserhöhungen ankündigen werden. Der Grund: Die Frist für diese Ankündigungen läuft am 20. November ab.

Heftige Strompreiserhöhungen: Das steckt dahinter

Die EEG-Umlage, die ca. 22 Prozent des gesamten Strompreises ausmacht, und die den Ausbau erneuerbarer Energien mitfinanzieren soll, steigt zum neuen Jahr auf 6,756 Cent je Kilowattstunde, d.h. um rund fünf Prozent. Ein knappes Viertel des Strompreises entfällt dagegen auf Gebühren für die Stromnetze. Auch diese steigen zu 2020, hier gibt es aber starke regionale Unterschiede. Der Kritikpunkt der Verbraucherschützer: Kostenerhöhungen würden an die Verbraucher weitergegeben, Kostensenkungen aber nicht. Und die gibt es am Strommarkt durchaus.

Verbraucherschützer empört: Sinkende Kosten werden nicht an Verbraucher weitergegeben

Check24 meldete, dass die Energieversorger an der Strombörse im Vergleich zum Vorjahr um 28 Prozent günstiger einkaufen könnten, davon würden die Verbraucher aber nichts mitbekommen, weil diese Einsparungen nicht weitergegeben würden.

Verbraucherschützer erwarten dagegen von den Stromlieferanten für Preisstabilität zu sorgen. "Steigende Strompreise sind jetzt mit Blick auf den Klimaschutz ein völlig falsches Signal", so der Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW, Udo Sieverding, auf eine dpa-Anfrage. Sein Vorschlag: Die Anbieter könnten "mit den Spielräumen ihrer Beschaffungsstrategien Preisveränderungen durchaus so lange aufschieben, bis das Klimapaket greift."

+++ So berichteten wir bereits am 23. September ++++

Strenges Energiesparen als einzige Alternative?

Energiesparer haben es besser. Sie schonen nicht nur die Umwelt, sondern sparen auch richtig viel Geld. Denn Strom wird immer teurer und und die Preise für Privathaushalte sind auf ein neues Rekord-Hoch gestiegen.

Rekord-Energiepreise: Strom ist so teuer wie nie!

Die Deutschen müssen für Strom immer tiefer in die Tasche greifen, denn noch nie war er so teuer wie in diesem Jahr. Nach Berechnungen der Bundesnetzagentur müssen wir im Schnitt mehr als 30 Cent pro Kilowattstunde zahlen. Am Stichtag 1. April ermittelte die Bundesnetzagentur einen Durchschnittspreis von 30,85 Cent je Kilowattstunde. Das bedeutet: Die deutschen Verbraucher zahlen einen Cent mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres, so der neue Monitoringbericht der Bundesnetzagentur.

Nicht nur der Preis pro Kilowattstunde ist im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen, auch die Anstiegskurve um fast 3,3 Prozent ist die stärkste der vergangenen Jahre. Am 1. April 2018 betrug der Durchschnittspreis für eine Kilowattstunde 29,88 Cent, in den vorangehenden Jahren lag er mit 29,86 Cent (2017) und 29,80 Cent (2016) auf ähnlichen Niveau.

Grundlage der Bewertung ist die Auswertung der Daten von mehr als 1000 Stromlieferanten durch die Bundesnetzagentur.

Preisanstieg erstmals auch beim Gas

Auch der Energieträger Gas wurde für Haushaltskunden seit 2014 erstmals teurer. So stieg der Durchschnittspreis je Kilowattstunde um ca. 4,5 Prozent auf satte 6,34 Cent. Und ein Ende des Preisanstiegs ist noch nicht in Sicht.

Das Vergleichsportal Verivox berichtet, dass 40 örtliche Gasversorger für September, Oktober und November Preiserhöhungen bereits angekündigt haben.

Strompreise auf höchstem Niveau: Das sind die Gründe

Laut Netzagentur haben vor allem die von den Lieferanten beeinflussbaren Kosten den Strompreis in die Höhe getrieben. Beschaffung, Vertrieb und Handelsspanne der Versorger machen ca. ein Viertel des gesamten Strompreises aus. Insgesamt wurde hier ein Plus von rund 13,6 Prozent ausgemacht. Vor allem die höheren Großhandelspreise wurden auf die privaten Stromrechnungen aufgeschlagen.

Das ruft regelmäßig den Verbraucherschutz auf den Plan, da die Lieferanten laut ihrer Aussage steigende Großhandelspreise schneller weitergäben als fallende Preise.

Großhandelspreise steigen ebenfalls, das ist schlecht für den Verbraucher

Dass die Großhandelspreise für Strom weiter steigen, davon geht der größte deutsche Stromerzeuger RWE aus. Die Gründe: Die Energiewende und die Stilllegung weiterer Kraftwerke sowie der generelle Ausstieg aus der Kernkraft würden zu einer Energie-Verknappung führen.

Preisstabil bleiben nur Steuern, Abgaben und Umlagen

Den größten Teil der Stromrechnung, nämlich mehr als die Hälfte, machen aber nicht die vom Lieferanten beeinflussten Kosten aus, sondern Steuern, Abgaben und Umlagen. Laut Bundesnetzagentur blieben sie 2019 mit 16,02 Cent (im Vergleich 2018: 15,99 Cent) pro Kilowattstunde fast stabil. Auch bei den Netzentgelten wurde nur ein minimaler Anstieg auf 7,22 Cent (2018: 7,19 Cent) verzeichnet.

Quelle: Bundesnetzagentur, t-online.de, check 24, verivox

Rekord-Energiepreise: Strom ist so teuer wie nie! Auch im letzten Jahr stieg der Strompreis – obwohl der Ökostrom günstiger wurde.

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