12.07.2019

Zuschuss zur Miete Wohngeld: Wer hat Anspruch darauf?

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Die Miete ist zu hoch fürs Einkommen: Wem steht Wohngeld zu und wie wird es beantragt?

Foto: iStock/Geber86

Die Miete ist zu hoch fürs Einkommen: Wem steht Wohngeld zu und wie wird es beantragt?

Die Mieten sind hoch, manchmal reicht das Einkommen nicht aus, um die Kosten zu decken. Wer darf Wohngeld beantragen?

Bei zu hohen Lebenshaltungskosten, sei es durch ein zu geringes Einkommen, eine große Familie oder bei Alleinverdienern, kann der Staat bei bestimmten Voraussetzungen finanziell unterstützen. Haben Sie Anspruch auf Wohngeld? Wir verraten es Ihnen.

Wohngeld: Was ist das?

Wohngeld ist eine Sozialleistung, die nach § 22 WoGG auf Antrag gewährt wird. Zuständig dafür sind die Wohngeldbehörden der Gemeinden oder Städte. Formulare und Infos rund ums Wohngeld können online unter www.wohngeld.org heruntergeladen werden oder sind bei den Behörden vor Ort erhältlich.

Die Voraussetzungen für einen Wohngeldanspruch

Für einen Wohngeldanspruch müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. Diese stehen im Wohngeldgesetz (WoGG) und im Sozialgesetzbuch (SGB). Die Wohngeldstelle entscheidet über einen Wohngeldanspruch. Prinzipiell hat dann jeder, der diese Voraussetzungen erfüllt, einen Rechtsanspruch auf Wohngeld.
Diesen staatlichen Zuschuss können nur Bürger beantragen, die sonst keine Unterstützung wie eine Grundsicherung im Alter oder Hartz IV erhalten.

Anspruch auf und Höhe des Wohngeldes hängen von der Höhe der zuschussfähigen Miete, der Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder sowie der Höhe des monatlichen Gesamteinkommens des Haushalts ab. Das Kindergeld und mögliche Einkommen von Kindern – für 16- bis 24-Jährige sind das bis zu 600 Euro jährlich – fließen nicht in die Berechnung ein.

Auch ein mögliches Vermögen hat Einfluss auf den Wohngeldanspruch. Die Freigrenzen werden hier aber sehr hoch angesetzt. So liegt die Höchstgrenze für verwertbares Vermögen bei 60.000 Euro für das erste sowie bei 30.000 Euro für jedes weitere Haushaltsmitglied.

ABER: Wer unangemessen hohe Wohnkosten geltend macht, wird nicht unterstützt, da die Miete nur bis zu bestimmten Höchstbeträgen zuschussfähig ist. Bemessungsgrundlage für diese Höchstbeträge sind das örtliche Mietenniveau und die Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder. Hier gibt Ihnen die Wohngeldstelle Auskunft.

Wohngeld: Nicht die gesamten Wohnkosten sind zuschussfähig

Das Wohngeld ist als Zuschuss zur Miete oder Belastung zu verstehen, somit übernimmt die Wohngeldstelle nicht die gesamte Miete, ein Teil der Kosten muss vom Mieter selbst getragen werden.

Wohngeld wird in der Regel für zwölf Monate bewilligt. Danach ist ein neuer Antrag zu stellen. Damit die laufenden Zahlungen nicht unterbrochen werden, ist es sinnvoll, den nächsten Antrag bereits zwei Monate vor Ablauf des letzten auszufüllen und einzureichen.

Die Wohngeldstelle ist berechtigt, die Angaben sämtlicher Haushaltsmitglieder zu überprüfen, um einem Missbrauch vorzubeugen.

Wohngeld: Erhöhung in 2020

Die Mieten explodieren. Deshalb hat das Bundeskabinett beschlossen, das Wohngeld in 2020 wieder anzuheben. Ca. 660.000 Menschen könnten in den Genuss der Erhöhung ab 01. Januar 2020 kommen.

Beispiel: So wird der monatliche Zuschuss bei einem Zwei-Personen-Haushalt von derzeit 145 Euro auf 190 Euro steigen. Zurzeit existieren sechs Mietstufen, ab 2020 soll es eine siebte Mietstufe geben, damit Betroffene in Ballungsräumen mit extrem hohen Mieten besser unterstützt werden können.

Wohngeld für Mieter und Eigentümer

Nach dem Gesetz hat jeder einkommensschwache Bürger einen Rechtsanspruch auf Wohngeld. Unterschieden wird zwischen Wohngeld für Mieter, dem so genannten Mietzuschuss, und Wohngeld für Eigentümer eines Eigenheims oder einer Eigentumswohnung, wenn diese ein zu geringes Einkommen haben. Dieses wird als Lastenzuschuss bezeichnet.

So beantragen Sie Wohngeld

Empfehlenswert ist eine persönliche Abgabe des Antrags beim zuständigen Wohngeldamt nach Terminvereinbarung. So können Sie den Antrag vor Ort auf Vollständigkeit prüfen lassen, sich beraten lassen und Ihre Fragen stellen. Außerdem beschleunigt die persönliche Vorstellung die Bearbeitung, da offene Fragen und fehlende Unterlagen gleich geklärt bzw. eingefordert werden können.

  • TIPP: Wohngeld wird ab dem Monat gezahlt, in dem der amtliche Antragsvordruck inklusive aller notwendigen Nachweise und Unterlagen eingereicht wurde. Um zeitnah Wohngeld zu beziehen und die Fristen zu wahren, ist es sinnvoll, die Leistungen zunächst formlos zu beantragen und den ausgefüllten Wohngeldantrag nachzureichen.

Formloser Wohngeldantrag

Wenn der amtliche Vordruck samt Nachweisen spätestens innerhalb eines Monats nach Abgabe des formlosen Antrags bei der Wohngeldstelle eintrifft, gilt das Datum der formlosen Antragstellung als Bewilligungszeitraum. Auch für den formlosen Antrag finden Sie Vordrucke zum Ausfüllen unter www.wohngeld.org.

Sie haben das Wohngeld beantragt. Und wie sieht es beim Mietrecht aus? Was Sie dürfen – und was nicht.

Wenn es doch Probleme gibt und der Anwalt zu teuer ist, kann sich eventuell auch eine Rechtsberatung im Internet lohnen. Und lesen Sie mal, wie der Steuervorteil bei Vermietung an Angehörige aussieht.

Mehr wichtige Informationen lesen Sie auf unserer Themenseite Ratgeber Recht.

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