19.06.2019

Was ändert sich in 2019 Wann Rentner Steuern zahlen und eine Steuererklärung abgeben müssen

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Wann müssen Rentner eine Steuererklärung machen? Wir sagen es Ihnen!

Foto: iStock/bernardbodo

Wann müssen Rentner eine Steuererklärung machen? Wir sagen es Ihnen!

Auch unter den Rentnern müssen viele Steuern zahlen. Wer gehört dazu und wann müssen Sie eine Steuererklärung abgeben?

Stichtag für die nächste Steuererklärung ist der 31. Juli 2019. Ob allein oder mit dem Ehepartner zusammen, auch über 5 Millionen Rentner müssen eine Steuererklärung abgeben. Nach Schätzungen des Bundesfinanzministeriums müssen über 4 Millionen von ihnen auch Steuern zahlen.

Fast doppelt so viele Rentner wie noch vor 14 Jahren sind inzwischen steuerpflichtig, denn für jeden neuen Jahrgang gilt ein geringerer Rentenfreibetrag: Wer z.B. 2018 in den Ruhestand ging, erhielt 24 Prozent seiner Rente steuerfrei. Wer dagegen schon 2005 Rentner war, bekam die Hälfte steuerfrei. Dann müssen Rentner eine Steuererklärung machen.

Wann müssen Rentner eine Steuererklärung machen?

Grundlage für eine Steuererklärung ist das steuerpflichtige Einkommen. Liegt der Gesamtbetrag der Einkünfte über dem Grundfreibetrag von 9.000 Euro (Ehepaare 18.000 Euro), muss eine Erklärung abgegeben werden. Der Grundfreibetrag hat sich zwar erhöht, doch durch die Rentenerhöhung in 2018 kommen viele jetzt über den Grundfreibetrag.

Der Gesamtbetrag der Einkünfte ergibt sich allerdings, indem von der Bruttorente der Rentenfreibetrag plus 102 Euro Werbungskostenpauschale abgehen. Wer Glück hat, bleibt darunter und muss keine Steuererklärung abgeben.

Dann zahlen Rentner keine Steuern

Wer seit 2017 in Rente ist, zahlt keine Steuern, wenn die gesetzliche Bruttorente im Monat nicht mehr als 1.227 Euro (Osttarif: 1.228 Euro) beträgt und keine weiteren Einkünfte vorliegen. Für ältere Rentner werden höhere Beträge angesetzt.

Richtig absetzen und Geld sparen

Aber auch, wer höhere Einnahmen hat, kann eventuell steuerfrei bleiben. Wer zum Beispiel teilweise steuerfreie Einzahlungen vorweisen kann, reduziert seine steuerpflichtigen Einnahmen erheblich. Auch Hilfen im Haushalt lassen sich von der Steuer absetzen. Lassen Sie sich am besten von einem Steuerberater oder einem Verein dazu beraten.

Das ändert sich in 2019

Nicht nur Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag und Kindergeld fallen 2019 höher aus als im Vorjahr, außerdem sinkt auch die Belastung für Arbeitnehmer und Rentner in der Krankenversicherung.

Zudem können jetzt etwas höhere Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung oder in einen Rürup-Vertrag als Vorsorgeaufwendungen bei den Sonderausgaben geltend gemacht werden.

Wie eingangs gesagt, steigt jedes Jahr der steuerpflichtige Rentenanteil um 2 Prozentpunkte. Das bedeutet für 2019, dass 78 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente versteuert werden müssen, d.h. nur noch 22 Prozent bleiben steuerfrei. Diese Regelung gilt aber nur für Neurentner, die ab 2019 in den Ruhestand gehen. Wichtig zu wissen: Gleich bleibt nur der vom Finanzamt festgestellte individuelle Steuerfreibetrag.

Für bisherige Rentner ändert sich nichts an der Berechnung, hier bleibt die Regelung wie in 2018. ABER: In 2019 dürfen alle Rentner davon ausgehen, dass ihre Altersbezüge um ca. 3 Prozent steigen. Dadurch wird auch der steuerpflichtige Teil der Rente größer, denn jede Rentenerhöhung wird voll besteuert.

Wer in 2019 65 Jahre alt wird, für den sinkt der Altersentlastungsbetrag. Dieser ist eine Steuervergünstigung für alle, die das 64. Lebensjahr vollendet haben. Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass sich damit die Steuerlast für Nebeneinkünfte beispielsweise aus Vermietung oder Kapitalanlagen reduziert. Zu Letzteren gehören steuerpflichtige Einkünfte wie aus Riester-Verträgen, betrieblichen Altersvorsorgen und anderen Kapitalerträgen. Der Altersentlastungsbetrag liegt 2019 bei nur noch 17,6 Prozent der positiven Summe dieser Einkünfte und kann maximal 836 Euro betragen (in 2018 waren es höchstens 912 Euro). Wer mehr einnimmt, muss voll versteuern. Der Altersentlastungsbetrag für ältere Rentner bleibt so wie bisher.

So genannte Versorgungsbezüge – z.B. Pensionen, Witwen- und Waisengelder – müssen wie Lohn in voller Höhe versteuert werden. Dort gibt es aber einen Versorgungsfreibetrag und einen Zuschlag, der für 2019 17,6 Prozent bis zum Höchstbetrag von 1.320 Euro im Jahr beträgt. Hinzu kommt ein Zuschlag von 396 Euro, insgesamt beträgt er also maximal 1.716 Euro.

Dann müssen Rentner eine Steuererklärung abgeben. Und was ist mit dem

Hinzuverdienst zur Rente? Diese Jobs lohnen sich. Lesen Sie auch, was sich für Steuerzahler im Jahr 2019 ändert.

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