10.12.2018

So können Sie sparen! Steuern: Das ändert sich für Steuerzahler im Jahr 2019

Viele nutzen die Steuererklärung, um sich jährlich ein paar Euro vom Fiskus zurückzuholen. Wir verraten Ihnen, was sich 2019 in Sachen Steuern ändert.

Foto: iStock/Rostislav_Sedlacek

Viele nutzen die Steuererklärung, um sich jährlich ein paar Euro vom Fiskus zurückzuholen. Wir verraten Ihnen, was sich 2019 in Sachen Steuern ändert.

Gesetze ändern sich regelmäßig – und so ist es auch mit dem Steuergesetz. Im Jahre 2019 fallen diese Änderungen für Steuerzahler allerdings recht positiv aus. Wen Steuervorteile erwarten und wie Sie die Gesetzesänderungen zu Ihrem Vorteil nutzen können.

Für Steuerzahler ändert sich zum 1. Januar 2019 wieder einiges. Das bedeutet aber auch: mehr Möglichkeiten, Steuern zu sparen. Wo Sie ab 2019 Geld mit Steuern sparen können, verraten wir Ihnen in dieser Übersicht.

Geld sparen: Steueränderungen 2019 – hier bekommen Sie was zurück

Zum Jahresanfang ändert sich immer etwas im Steuergesetz, da bleibt auch 2019 keine Ausnahme. So wird es etwa neue Einkommensgrenzen geben – und zwar steigen die für alle Steuersätze um 1,84 Prozent. Grund ist etwa, dass damit die Inflationsrate aus 2018 in den Steuertarif eingepreist wird – um im Endeffekt zu verhindern, dass Lohn- und Gehaltssteigerungen teilweise durch höhere Steuerbelastungen aufgezehrt werden, erklärt die Verbraucherschutzzentrale Nordrhein-Westfalen. Außerdem haben Steuerzahler nun mehr Zeit für die Steuererklärung

Was sich alles ändert:

Mehr Zeit zum Abgeben der Steuererklärung

Das dürfte die freuen, die eine Steuererklärung abgeben müssen, etwa Eheleute oder Selbstständige. Bisher lag die Frist bei Ende Mai: Bis 31. Mai mussten Steuerzahler ihre Erklärung beim Finanzamt eingereicht haben. Für die Steuererklärung 2018 ist mehr Zeit: Die neue Frist endet am 31. Juli 2019.

Wer sich einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein zur Hilfe nimmt, hat ebenfalls zwei Monate länger Zeit: Statt am 31. Dezember 2019 muss die Steuererklärung 2018 dann erst bis zum 29. Februar 2020 (Schaltjahr) abgegeben sein.

Die Steuerfreibeträge werden erhöht

Ab dem 1. Januar greifen Ledige auf einen Grundfreibetrag von 9.168 Euro in der Einkommenssteuer zurück – also 168 Euro mehr als im Vorjahr. Für Verheiratete verdoppelt sich dieser Wert entsprechend: Mit 336 Euro mehr haben Partner zusammen nun 18.336 Euro jährlich Freibetrag. Freibetrag bedeutet, dass das Einkommen bis zu diesem Betrag steuerfrei bleibt. Außerdem erhöhen sich die Beiträge, die Steuerzahler als Unterhalt für Angehörige als außergewöhnliche Belastung abziehen können.

Zudem wird der sächliche Kinderfreibetrag um 96 Euro auf 2.490 Euro jährlich pro Kind und Elternteil angehoben. Zusätzlich mit dem Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf kommt ein Elternpaar nun pro Kind auf einen Kinderfreibetrag von 7.620 Euro.

Übrigens steigt auch das Kindergeld ab 1. Juli 2019 um 10 Euro auf 204 Euro im Monat für das erste und zweite Kind sowie auf 210 Euro für das dritte Kind. Für das vierte und alle darauffolgenden Kinder gibt es pro Kopf dann 235 Euro.

Vorsorgeaufwendungen lassen sich besser absetzen

Sie zahlen in die gesetzliche Rentenversicherung oder in berufsständige Versorgungswerke ein? Dann dürfen Sie 2019 maximal 88 Prozent des Höchstbetrages (24.305 Euro) absetzen. Für Alleinstehende sind das maximal 21.389 Euro, für Ehepaare 42.778 Euro.

Aber: Arbeitnehmer, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, bekommen den steuerfreien Arbeitgeberanteil bereits abgezogen.

Arbeitsbedingter Umzug? Pauschalen steigen

Manchmal muss man arbeitsbedingt den Wohnort wechseln. Neben Einzelkosten für Makler oder die Spedition können Sie nun auch den Pauschbetrag für "sonstige Umzugskosten" von der Steuerlast abziehen. Ab dem 1. April 2019 tritt dies in Kraft.

Und wenn Sie Kinder haben, die unter dem Umzug leiden und in der neuen Schule nicht gut mitkommen, lässt sich auch der Nachhilfeunterricht anrechnen.

Jobtickets werden von Steuern befreit

Wer ein Jobticket nutzen darf, also vom Arbeitgeber ein vergünstigtes Ticket für den öffentlichen Personennahverkehr bekommt, muss ab 2019 keine Steuern mehr auf die Kostenersparnis zahlen. Die steuerfreien Leistungen werden allerdings auf die Entfernungspauschale angerechnet.

Laut Vereinigter Lohnsteuerhilfe (VLH) aber greift die neue Regelung nur, wenn das Jobticket tatsächlich genutzt wird. Wer sich die Ersparnis vom Arbeitgeber auszahlen lässt, zahlt trotzdem Steuern.

Mindestlohn für Minijobber wird erhöht

Auch Minijobber können sich freuen: Der Mindestlohn wird zum 1. Januar auf 9,19 Euro pro Stunde angehoben. Für Arbeitgeber, die Angestellte auf 450-Euro-Basis anstellen, bedeutet das aber auch, dass sie im Zweifel die Arbeitszeit pro Mitarbeiter verringern müssen. Denn die Grenze von 450 Euro im Monat darf trotzdem nicht überschritten werden – sonst wird das Arbeitsverhältnis sozialversicherungspflichtig.

Steuervorteile für umweltfreundlichere Dienstfahrzeuge

Wer einen Elektro-Dienstwagen, einen Hybriden oder ein Dienstfahrrad nutzt, kann mit Steuerersparnissen rechnen. Bisher musste die Privatnutzung nämlich mit einem Prozent des Listenpreises pro Kalendermonat versteuert werden.

Dieser Wert sinkt für E-Autos und Hybridfahrzeuge, die nach dem 31. Dezember 2018 angeschafft werden, nun auf 0,5 Prozent – allerdings gilt das nur bis 31. Dezember 2021.

Ab 2019 steuerfrei bis 2021 ist dagegen die Privatnutzung von Dienstfahrrädern – ob nun normale Fahrräder oder E-Bikes mit bis zu 25 km/h. Wie beim Jobticket gilt aber auch hier: Wer statt Dienstfahrrad einen Gehaltsvorteil erhält, ist ausgenommen.

Sachbezugswerte ändern sich für Arbeitnehmer

Ein vom Chef spendiertes Essen kann das Finanzamt als steuerpflichtigen Arbeitslohn werten. Das bestimmen die sogenannten Sachbezugswerte. Ab 2019 steigen die Werte für ein verbilligtes oder unentgeltliches Essen (Betriebskantine, Mahlzeit auf Dienstreisen) auf 1,77 Euro für ein Frühstück und 3,30 Euro für Mittag- und Abendessen.

Zudem steigen die Werte für Unterkunft oder Miete in Sachen Sachbezugswert – also wenn der Arbeitgeber die Unterkunft stellt. Der Sachbezugswert für eine freie Unterkunft beträgt dann 231 Euro im Monat.

Sie wollen dazu auch noch im Alltag Geld sparen? Wir haben ein paar Tipps für Sie. Und wenn Sie weitere Fragen zu rechtlichen Themen haben, hilft Ihnen vielleicht ein Blick auf unsere Themenseite Ratgeber Recht.

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