31.10.2016

STIFTUNG WARENTEST Rente und Job: Soviel dürfen Sie wirklich dazu verdienen

Warum sollte man mit der Rente aufhören zu arbeiten? Doch bei Minijobs im Ruhestand gibt es einiges zu beachten.

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Warum sollte man mit der Rente aufhören zu arbeiten? Doch bei Minijobs im Ruhestand gibt es einiges zu beachten.

Endlich in den Ruhestand? Nicht jeder möchte und kann mit der Rente seine Füße hochlegen. Doch was ist bei einem Job nach der Rente zu beachten?

In Deutschland arbeiten immer mehr Rentner, meist in Minijobs. Manche wollen gern weiter im Beruf bleiben, andere müssen ihre magere Rente aufstocken. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sind heute mehr als doppelt so viele 65- bis 69-Jährige erwerbstätig wie beispielsweise noch 2005. Das sind immerhin 14,5 Prozent.

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Für Arbeitnehmer, die auch über den Ruhestand hinaus arbeiten möchten, bieten sich verschieden Möglichkeiten: Sie können sich vom bisherigen Arbeitgeber weiter beschäftigen lassen und so die Rente nach hinten verschieben. Oder Sie kassieren bereits die Rente und bessern Ihr Gehalt durch einen Minijob auf. Sie haben auch die Möglichkeit ehrenamtlich zu arbeiten oder Tätigkeiten auf Honorarbasis übernehmen. Stiftung Warentest hat sich einige Renten-Modelle einmal ganz genau angeschaut.

Die Rente aufschieben

Immer häufiger werden ältere Kollegen von ihren Chefs gefragt, ob sie ihren Renten­beginn aufschieben und versicherungs­pflichtig weiter­arbeiten wollen. „Für diejenigen, die Spaß an der Arbeit haben und sich gesundheitlich fit fühlen, ist das eine gute Option“, sagt Dirk Manthey von der Deutschen Renten­versicherung Bund.

105 Euro mehr im Monat

Über die Regelaltersgrenze hinaus zu arbeiten, erhöht die Rente. Pro Monat steigt der Anspruch um 0,5 Prozent. Hinzu kommen die dann weiter eingezahlten Rentenbeiträge von Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Für einen Durchschnittsverdiener mit 40 Beitragsjahren in den alten Bundesländern, der ein Jahr länger arbeitet als vorgesehen, bringt das 105 Euro Rente mehr im Monat. Beschäftigte können auch weiter arbeiten und gleichzeitig ihre Regelaltersgrenze beziehen. Dann zahlt der Arbeitgeber weiter Rentenbeiträge für sie, die Rente erhöht sich dadurch aber nicht mehr.

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Achtung: Steuerpflicht bei über 450 Euro Verdienst

Rentner, die ihre Regel­alters­grenze erreicht haben, können so viel dazu­ verdienen, wie sie wollen, ohne dass die Rente gekürzt wird. Verdient jemand in einem angestellten Verhältnis mehr als 450 Euro im Monat, muss er allerdings Sozial­abgaben zahlen und die Einnahmen versteuern. Auch wer selbst­ständig tätig ist, muss bei Krankenkasse und Finanz­amt angeben, was er einnimmt.

Wenn Sie einen Minijob bis 450 Euro im Monat ausüben oder ein Ehrenamt übernehmen, für das es keine Aufwandsentschädigung gibt, dann zahlen Sie als Rentner weder Extrabeiträge zur Sozialversicherung noch müssen Sie Ihren Verdienst in der Steuererklärung angeben. Rentner mit Minijob müssen auch keine Rentenversicherungsbeiträge abführen. Das Gleiche gilt für eine Aufwands­entschädigung im Ehren­amt.

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Sie bleibt frei von Sozial­abgaben und steuerfrei bis zu einer Ober­grenze von 720 Euro im Jahr - plus 450 Euro für den Minijob.

Sollte die Hinzuverdienstgrenze überschritten werden, prüft der zuständige Rentenversicherungsträger, in welcher Höhe die Rente gekürzt wird. Daher sollten Sie sich auch unbedingt vor der Aufnahme eines Nebenjobs bei der Rentenversicherung nach den Regelungen und den eventuellen Konsequenzen für Sie erkundigen.

Tipp: Über­prüfen Sie auch Ihre Zahlungen an die Krankenkasse. Wie für alle anderen werden Beiträge auch für Rentner nur bis zur Beitrags­bemessungs­grenze fällig. Wer als Rentner im Jahr 2016 Einkünfte von mehr als 4.237,50 Euro monatlich hat, muss auf darüber­liegende Einkünfte keinen Beitrag mehr bezahlen. Auf Antrag zahlt die Kasse zu viel gezahltes Geld zurück.

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Weitere Informationen finden Sie unter test.de

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